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Freitagsfoto: Die Alb

Die Alb als „wundersame blaue Mauer“ (Mörike) von Tübingen aus gesehen

Die Alb, diese „wundersame blaue Mauer“ (Eduard Mörike) vom Tübinger Norden gesehen

Die Alb

Quer gebaut durchs Land
und an den Rändern
steinig gerissen,
hungrig immer nach Bläue,
auch winters,
wenn der spiegelnde Himmel
versteckte Wege zeigt.

Da lässt es sich lärmen.
Und Schweigen
üben.
Da lässt sich aus Gesang
ein Hügel türmen
oder ein steingehäkeltes Schloss.
Da lässt es sich in
Kinderwiesen zurücklaufen,
eine Strophe aufsagen,
die den Silberdisteln
den Hut lupft
und den Dompfaffen
den Kopf wäscht.

Schön geht der Blick
hinunter ins Land,
wenn er fliegen lernt
und schwindelnd stürzt
von diesem quer
durchs Land gebauten Riff.

Peter Härtling

Dieses schöne Alb-Gedicht von Peter Härtling (13. November 1933 – 10. Juli 2017) haben wir in dem Sammelband „Albgeschichten“ entdeckt, den wir hier vorgestellt haben. Erschienen ist Härtlings Gedicht erstmals in seinem Gedichtband „Horizonttheater“ (Kiepenheuer & Witsch, 1997): Infos hier. Die Journalistin Uschi Götz hat im Deutschlandfunk mit Peter Härtling über seine Flucht und das Fremdsein in seiner schwäbischen Heimat gesprochen: kann man hier nachlesen, lohnt sich.

NK & CK

„Schön geht der Blick hinunter ins Land“: hier ins Eyachtal bei Albstadt-Lauffen

„Schön geht der Blick hinunter ins Land“: hier ins Eyachtal bei Albstadt-Lauffen

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Freitagsfoto: Ohne Murren

Ohne Murren fielen die Blätter im Garten des Otto-Dix-Hauses auf der Höri

Ohne Murren fallen die Blätter im Garten des Otto-Dix-Hauses auf der Höri am Bodensee

Seid doch unbesorgt.
Auch die Blätter fallen
ohne Murren ab!

Ein Haiku von Issa (1763 – 1828), der in seinem Leben viel Leid ertragen musste und darüber weder seinen Humor noch sein tiefes Mitgefühl für Menschen, Tiere und Pflanzen verloren hat.

Nehmen wir uns ein Beispiel an Issa!

NK & CK

PS: Ein Besuch des Museums Otto Dix in Gaienhofen auf der Höri lohnt sich und ist noch möglich bis 31. Oktober 2021, dann ist Winterpause.

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Freitagsfoto: Verhüllungsaktion im Bühlertal

„Verhüllung ist Verheißung.“ Christo

„Verhüllung ist Verheißung.“ Christo

Die Pariserinnen und Pariser sind mächtig aufgeregt in diesen Tagen. Mutige Fassadenkletterer haben ihren Arc de Triomphe verhüllt und damit ein Projekt verwirklicht, das Christo und seine Frau Jeanne-Claude seit Jahrzehnten geplant hatten. Und jetzt wollen alle ein Selfie mit dem gut betuchten Arc de Triomphe und treten sich auf die Füße. Muss man mögen, diesen Trubel.

Wer es weniger hektisch mag, dem empfehlen wir einen Spaziergang im Bühlertal bei Tübingen. Auch dort gibt es eine Verhüllungsaktion zu bestaunen. Vor allem aber ist es eine schöne, ruhige Runde in der Natur.

Schönes Wochenende!

NK & CK

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Es wird heiß! „Deutschland 2050“

45 Grad Celsius und mehr. Möglich, dass wir in Tübingen das Klima von Uzès im Languedoc bekommen

45 Grad Celsius und mehr. Möglich, dass wir in Tübingen das Klima von Uzès im Languedoc bekommen

Vorweg ein Geständnis

Vor ein paar Jahren habe ich zum Thema Klimawandel ein Buch mit dem Titel „Selbstverbrennung“ gekauft. Das Thema treibt ja viele von uns um, und ich wollte einfach besser Bescheid wissen. Geschrieben hat das Buch Professor Dr. Hans Joachim Schellnhuber, der Gründungsdirektor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Professor für Theoretische Physik. Unsere Noch-Bundeskanzlerin hält viel von ihm, als sie Umweltministerin war, hat er sie beraten. Um es kurz zu machen: das Buch hat knapp 800 Seiten und ist sehr anspruchsvoll, und ich habe es bisher nicht gelesen.

Deutschland 2050 – Wie der Klimawandel unser Leben verändern wird

Was ich hingegen gründlich und phasenweise mit Entsetzen gelesen habe, ist das Buch „Deutschland 2050 – Wie der Klimawandel unser Leben verändern wird“. Geschrieben haben es die renommierten Wissenschaftsjournalisten Nick Reimer und Toralf Staud, die beide für ihre journalistische Arbeit ausgezeichnet wurden. Dieses Buch ist für mich eines der anschaulichsten und lesenswertesten Bücher zum Thema Klimawandel, das es derzeit auf dem Markt gibt. Warum?

Weil die beiden Autoren in einer wahren Herkulesarbeit hunderte von seriösen Studien durchforstet und mit ebenso vielen Expert:innen gesprochen haben. Auf dieser Basis beschreibt „Deutschland 2050“, wie unser Land in 29 Jahren aussehen wird. Wobei die Autoren Unsicherheiten bezüglich ihrer Aussagen gleich zu Beginn einräumen. Diese hängen davon ab, welchen Weg wir in Sachen Klimaschutz weltweit jetzt einschlagen. Vom lässigen Weiter-so bis hin zum schärfsten Klimaschutz ist vieles möglich.

„Die größte Unsicherheit beim Blick in die weitere Klimazukunft resultiert schlicht daraus, dass ungewiss ist, welche Mengen an Treibhausgasen die Menschheit zukünftig ausstoßen wird.“

Wir sind auf dem Hitzepfad. Quelle: Ed Hawkins | Scientists for Future Deutschland

Wir sind auf dem Hitzepfad. Quelle: Ed Hawkins | Scientists for Future Deutschland

Die Zeit läuft uns davon

Reimer und Staud haben für ihr Buch auf jene Szenarien geblickt, „in denen kein oder nur schwacher Klimaschutz betrieben wird.“ Sie bezeichnen sich dabei selbst nicht als Pessimisten, sondern Realisten. Und ehrlich: schaut man sich den Bundestagswahlkampf und das Herumgeeiere um den Klimaschutz an (trotz Flutkatastrophe), liegen die Autoren wahrscheinlich richtig. Manche Politiker:innen vermitteln den Eindruck, wir hätten noch ewig Zeit. Haben wir nicht.

„Von einem Pfad, der zum Erreichen der Pariser Klimaziele führen würde, ist die Welt meilenweilt entfernt. Drei oder gar vier Grad Temperaturanstieg bis Ende des Jahrhunderts sind im Moment viel wahrscheinlicher als zwei oder gar nur 1,5 Grad Celsius. Und vier Grad mehr – das wäre wirklich eine komplett andere Welt.“

Wir sollten uns so eine Welt vorstellen… Was uns dabei in die Quere kommt, ist die zeitliche Distanz zum Jahr 2050 und, bisher jedenfalls, die räumliche Distanz zum Klimawandel. Wetterkatastrophen im Zuge eines sich verändernden Klimas waren bisher das Problem von Bangladesh, Grönland oder den Fidschis. Sozialpsychologen beschreiben dieses Phänomen mit dem Begriff „psychologische Distanz“. Die gilt es, jetzt schnellstmöglich zu überbrücken. Denn die Flutkatastrophe in Deutschland diesen Sommer mit vielen Todesopfern bestätigt die Autoren:

„Der Klimawandel ist Realität. Seine Hauptursache ist der Mensch. Die möglichen Folgen sind verheerend. An diesen drei Punkten sind keine vernünftigen Zweifel mehr möglich.“

Es wird heiß, sehr heiß – und nass

Und was blüht uns jetzt in Deutschland, wenn wir mit unserem halbgaren Klimaschutz weitermachen wir bisher? Das beschreiben Reimer und Staud in 14 anschaulichen Kapiteln. Den Einstieg macht das Kapitel „Klimamodelle“, in dem erst mal erklärt wird, was Wetter ist, worin sich Wetter von Klima unterscheidet, und wie man zu aussagekräftigen, verlässlichen Modellierungen kommt. Zu einem Klimamodell kommt man, so lernen wir, wenn man den Ausgangszustand der Atmosphäre kennt und dazu die physikalischen Prozesse, die in der Atmosphäre ablaufen. Dazu kommen zig Variablen, und das alles wird dann, vereinfacht gesagt, in eine mathematische Gleichung gegossen. Berechnet wird das in Supercomputern, zum Beispiel beim Deutschen Wetterdienst DWD. Fünf bis sechs Monate sind diese Computer beschäftigt, um das Klima für Deutschland in den nächsten 80 Jahren durchzurechnen.

Interessanterweise lag schon der Japaner Syukoro Manabe (89) mit einem der ersten Klimamodelle im Jahr 1967 ziemlich richtig. Seine Vorhersagen bezüglich des CO2-Gehalts und des damit verbundenen Temperaturanstiegs seit Beginn der Industrialisierung stimmen ziemlich genau.

Klimamodell von ExxonMobil

Übrigens betreibt auch die Mineralölindustrie seit Jahrzehnten Klimamodellierungen und beschäftigt dazu exzellente Wissenschaflter:innen. So auch der Konzern ExxonMobil bereits in den 1970er Jahren:

„Die Wissenschaftler gehörten zur Weltspitze, aber ihre Ergebnisse blieben geheim. Die Konzernforscher warnten eindringlich vor der Erderhitzung – doch in der Öffentlichkeit schürte ExxonMobil Zweifel an deren Existenz, zum Beispiel in teuren Werbeanzeigen.“

Die Exxon-Forscher haben im Jahr 1982 einen Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre in den nächsten 40 Jahren auf 415 ppm (Teilchen pro Million Moleküle) beschrieben und einen Anstieg der Oberflächentemperatur der Erde um mindestens 0,8 Grad vorausgesagt. Und: „Fast genauso ist es eingetroffen.“ Im November 2020 lag der Wert laut Weltorganisation für Meteorologie (WMO) bei 410 ppm. „Und die Temperatur der Erde ist bereits um ein Grad gestiegen.“

Es betrifft alle

Die weiteren Kapitel des Buches beschäftigen sich mit unterschiedlichen Bereichen unseres Lebens und unserer Umwelt: Mensch, Natur, Wasser, Wald, Städte, Küste, Verkehr, Wirtschaft, Landwirtschaft, Energie, Tourismus, Sicherheit und Politik.

Wieder und wieder gelingt es den beiden Autoren dabei, faktenbasiert, sachlich, aber eindringlich zu schildern, womit wir im Jahr 2050 rechnen müssen. Wir werden mehr und längere Hitzewellen auszuhalten haben. Verbunden mit Trockenheit, Wassermangel und vielen Tropennächten, in denen die Temperatur auch bei Nacht nicht mehr unter 20 Grad sinkt. Tübingen könnte dann das Klima von Uzès im südlichen Languedoc bekommen. Keine guten Aussichten, hat doch schon die Hitzewelle 2003 in ganz Europa 70000 Todesopfer gefordert. Muss man erwähnen, dass wir Menschen nicht für diese Hitze gemacht sind, die Asiatische Tigermücke jedoch schon, und sie kann den Erreger für das Dengue-Fieber übertragen.

Es wird ungemütlich

Klar ist, der Klimawandel und die damit verbundene Erderhitzung betreffen alle und alles: Menschen, Tiere, Pflanzen, Natur. Von den 71900 Tier- und Pflanzenarten könnten rund 30 Prozent in den kommenden Jahrzehnten aussterben – hat die Bundesregierung (!) schon 2008 geschrieben. Und dieselbe Bundesregierung ist dann in Sachen Artenschutz genauso träge vorgegangen wie beim Klimaschutz. Mit der immergleichen Begründung, es müsse der Wirtschaftstandort Deutschland erhalten bleiben und sowieso, man könne den Menschen nicht zu viel Klimaschutz zumuten. Fakt ist: Kein oder nur halbherziger Klimaschutz wird für uns alle viel gefährlicher und viel viel teurer!

Die Hitze wird zu Dürren führen, die Dürren zu Wassermangel, der Wassermangel zu Kühlwassermangel in der Industrie und der Energiegewinnung. Gleichzeitig brauchen wir mehr Energie, um Gebäude wie Pflegeheime, Krankenhäuser etc. zu klimatisieren.

Wer wissen möchte, was 2050 in Deutschland auf uns zukommt, möge dieses Buch lesen

Wer wissen möchte, was 2050 in Deutschland auf uns zukommt, möge dieses Buch lesen

Und jetzt

„Wer verhindern will, dass Deutschland sich noch stärker verändert als in diesem Buch geschildert, muss sofort mit dem schärfsten Klimaschutz anfangen, den er sich überhaupt vorstellen kann.“

Das empfehlen die Autoren Reimer und Staud. Und wir empfehlen, „Deutschland 2050“ zu lesen. Wer diese 374 verständlichen und informativen Seiten gelesen hat, wird anders über den Klimawandel denken. Und wer gerne Bücher von hinten liest, fängt einfach mit dem Interview mit Professor Ortwin Renn an. Der Mann ist Direktor am Institut für Transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) und beschäftigt sich intenstiv mit dem Umfang moderner Gesellschaften mit Risiken. Renn weiß viel über unsere zögerliche oder widerständige Haltung in Sachen Klimaschutz, und er macht sich große Sorgen. Aber er ist nicht ganz ohne Hoffnung!

NK & CK

Buchinformation

Nick Reimer, Toralf Staud
Deutschland 2050 – Wie der Klimawandel unser Leben verändern wird
Kiepenheuer & Witsch, Köln
Paperback, 374 Seiten, klimaneutral produziert
ISBN 978-3-462-00068-9

Weitere Information

Wissenschaftsportral Klimafakten.de

Science-O-Mat zur Bundestagswahl 2021

Online-Gespräch mit Nick Reimer und Toralf Staud

Podcast mit Nick Reimer und Toralf Staud

Twitter-Kanal von „Deutschland 2050“

Peter Unfried erklärt in der taz, warum die Medien eine Mitschuld an diesem in Sachen Klima vergeigten Wahlkampf tragen. Sehr lesenswert!

Der Klimaforscher Stefan Rahmstorf erklärt in viereinhalb Minuten eine Welt mit 4 Grad mehr

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Bärenpanther im Schönbuch?

Ist der Bärenpanther wieder im Schönbuch unterwegs? Foto: Norbert Kraas

Ist der Bärenpanther wieder im Schönbuch unterwegs?

Bärenpanther, 14.9.2021, 9.02 Uhr

Ist einem Tübinger Fotografen bei seiner Morgenrunde mit Hund womöglich ein echter Glückstreffer gelungen? Bei dem Tier, das ihm da im Schönbuch bei Hagelloch vor die Linse lief, könnte es sich tatsächlich um ein älteres Exemplar des sehr seltenen Bärenpanthers handeln. Der Bärenpanther wurde zum letzten Mal im Sommer 2019 im Département Ardèche gesichtet.

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Freitagsfoto: Geschnatter

„Besitzen wir irgendeine Fähigkeit, die wir nicht auch im Tun und Treiben der Tiere fänden?“ Montaigne

„Besitzen wir irgendeine Fähigkeit, die wir nicht auch im Tun und Treiben der Tiere fänden?“ Michel de Montaigne

Wahlkrampf

In gut zwei Wochen ist Bundestagswahl. Endlich! Ich weiß nicht, wie’s Ihnen geht, aber wir sind wahlkampfmüde. Zuerst ist dieser Wahlkampf, der ja oft eher einem Wahlkrampf ähnelt, lauwarm vor sich hingedümpelt, und jetzt wird die Union panisch und packt den uralten Rote-Socken-Mist wieder aus. Als ob Olaf Scholz oder Annalena Baerbock ständig mit dem Kommunistischen Manifest unterm Arm über die Marktplätze der Republik ziehen würden. Geht’s noch?

Dabei hätten wir wahrlich wichtige Themen zu besprechen: Klimawandel, Digitalisierung, Gesundheitswesen, Corona, der drohende Pflegekollaps oder Europa, ein Thema, das in diesem Wahlkampf kaum vorkommt. Warum eigentlich nicht?

Geschnatter

Und dann dieses permamente Geschnatter, Posten, Liken, Tweeten, Daumen hoch, Daumen runter. Dazu die Nachrichtenmaschine, die auch nicht mehr zur Ruhe kommt und nicht selten nachschnattert, was gerade auf Twitter trendet.

Steinzeithirn

Nein, liebe Freundinnen und Freunde, das ist alles nicht gesund! Denn unser kleines Steinzeithirn ist schnell überfordert und mag keine Reizüberflutung und digitalen Stress. Der Neurologe Dr. Volker Busch rät uns deshalb dringend, unser Gehirn mehr zu pflegen. Wie das geht, kann man hier im Interview nachhören.

Sehr empfehlenswert zum Runterkommen sind übrigens auch Atemübungen. Eine verständliche Anleitung habe ich bei Spektrum der Wissenschaft für euch entdeckt.

So, das war’s für heute! Danke für Ihr / Euer Interesse!

NK & CK

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Hortensienwetter

Je nach Beschaffenheit des Bodes blüht sie in anderen Farben, die Hortensie (Hydrangea)

Je nach pH-Wert des Bodes blüht sie in anderen Farben, die Hortensie (Hydrangea)

Hortensienwetter

Immer wenn im Garten die Hortensien zur Blüte kommen, werde ich ein wenig melancholisch und denke an Rilke und „eines kleines Lebens Kürze“. Dieser verregnete Sommer ist der melancholischen Stimmung, die ja bei Rilke immer mitschwingt, sehr zuträglich. Da kann einem dann schon mal so ein Haiku rausrutschen:

Im Dauerregen
Gedanken an Rilke –
Hortensienwetter

Die Hortensien lieben dieses normannische Regenwetter übrigens sehr, weshalb wir in der Familie von Hortensienwetter sprechen und dabei immer an die prächtigen Hortensien von Opa Michel und Omi Georgette in Villers-sur-mer in der Normandie denken.

In welcher Farbe die Hortensie (Hydrangea) blüht, hängt, wie ich neulich gelesen habe, vom pH-Wert des Bodens ab. Bei einem pH-Wert von ca. 6 färben sich die Blütendolden rosa. Ob Rilke das gewusst hat? Keine Ahnung, er hat jedenfalls nicht nur sein berühmtes Sonnett über Die Blaue Hortensie geschrieben, das wir alle kennen, sondern auch dieses schöne Gedicht über die Rosa Hortensie:

Rosa Hortensie

Wer nahm das Rosa an? Wer wußte auch,
daß es sich sammelte in diesen Dolden?
Wie Dinge unter Gold, die sich entgolden,
entröten sie sich sanft, wie im Gebrauch.

Daß sie für solches Rosa nichts verlangen.
Bleibt es für sie und lächelt aus der Luft?
Sind Engel da, es zärtlich zu empfangen,
wenn es vergeht, großmütig wie ein Duft?

Oder vielleicht auch geben sie es preis,
damit es nie erführe vom Verblühn.
Doch unter diesem Rosa hat ein Grün
gehorcht, das jetzt verwelkt und alles weiß.

Vielleicht wird‘s ja ein schöner Nachsommer. Wer weiß?

NK & CK

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„Der Bomber war so nett, so nett“ (Hermann Gerland)

Zum Tod der Fußball-Legende Gerd Müller zeigt der NDR nochmal die Sportclub Story „Der Bomber der Nation“ vom November 2020, die der NDR anlässlich des 75. Geburtstags von Gerd Müller gebracht hat.

Der Bomber der Nation kam am 3. November 1945 in Nördlingen zur Welt und ist am 15. August 2021 gestorben. Als unser Sohn vier Jahre alt war, hat er mich mal ganz ernst gefragt: „Papa, weißt du eigentlich, wer der Bomber der Nation ist?“ Ich habe darüber vor Jahren einen kurzen Beitrag geschrieben.

Ich weiß übrigens noch genau, wo ich das Siegtor des Bombers bei der WM 1974 gesehen habe. Wisst ihr es noch?

Schönes Wochenende!

NK & CK

PS: Der Holger Gertz hat in der Süddeutschen vom 16. August 2021 einen wunderbaren Nachruf auf Gerd Müller geschrieben, darin treten auf: Heini Kamke, Karl-Heinz Granitza und „ein paar innerlich und äußerlich volltätowierte Kunstfiguren, die so aussehen wie ihr Ebenbild auf der Playstation“. Gibt’s hier auch online.

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”Charlie’s good tonight, ineee….“

Auch Helden leben nicht ewig

Und wir dachten immer, sie leben ewig, die Helden unserer Jugend. „Dieser August ist ein einziges Unglück. Erst Gerd Müller und jetzt Charlie Watts“, schreibt Willi Winkler in der SZ im Nachruf auf Charlie Watts (2. Juni 1941 – 24. August 2021) und empfiehlt dringend „She Smiles Sweetly“ von der LP „Between The Buttons“ von den Stones aufzulegen. Das werde ich auf jeden Fall machen und an Charlie Watts denken, den wir Hechinger Landeier 1976 im Stuttgarter Neckarstadion mit den Stones gesehen haben.

Auf ITV gibt es einen kurzen Nachruf auf Charlie Watts, in dem Paul McCartney mit den Tränen kämpfen muss.

”Charlie’s good tonight, ineee….“

Dieser so legendäre wie treffende Ausspruch stammt von Mick Jacker, zu hören am Ende des Lieds „Little Queenie“ auf der LP „Get Yer Ya-Ya’s Out“.

Closed

Screenshot OfficialTwitter Account of Keith Richards. Source: https://t1p.de/7sip

Screenshot OfficialTwitter Account of Keith Richards. Source: https://t1p.de/7sip

So, und jetzt müssen wir wohl alle erst mal das Ende einer Ära verdauen, wenn ich das Foto richtig interpretiere, das Keith Richards gestern auf seinem Twitter-Account gepostet hat. Closed steht auf dem Schild, das er an die Drums von Charlie Watts gehängt hat.

So long!

NK & CK