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„Zu wild, zu bang…“ – Friedrich Hölderlin zur DSGVO

Hölderlin-Büste außen am Hölderlin-Turm in Tübingen. © www.schoenepostkarten.de

Hölderlin-Büste außen am Hölderlin-Turm in Tübingen. © www.schoenepostkarten.de

Ab heute, 25.5.2018, gilt die neue Datenschutzgrundverordnung DSGVO. Was es damit auf sich hat, und wie rechtssicher das alles ist, darüber gibt es bald so viele Meinungen, wie es Internetseiten gibt. Ich halte mich also zurück und weise alle geschätzten Leserinnen und Leser auf unsere aktuellen Datenschutzrichtlinien sowie unser Impressum hier im Reklamekasper hin.

Ein Zitat will ich jetzt aber doch noch bringen. In einer aktuellen Broschüre des Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz heißt es:

„Gleichwohl birgt die Datenschutz-Grundverordnung eine Reihe juristischer Unschärfen und/oder Regelungslücken. Die notwendige Rechtssicherheit und -klarheit werden voraussichtlich erst gerichtliche Verfahren auf nationaler Ebene oder vor dem Europäischen Gerichtshof bringen.“ (Quelle: DeineDatenDeineRechte)

Hölderlin im Turm

Wer von der DSGVO genug hat und sich lieber näher mit Friedrich Hölderlin und seiner Zeit im Turm am Neckar befassen möchte, dem sei ein sehr lesenswerter Aufsatz des Tübinger Autors Kurt Oesterle empfohlen, den man hier online lesen oder als pdf-Datei herunterladen kann. Es lohnt sich!

 

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22. Mai 1998 – für C.

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“We owned a garden on a hill,
We planted rose and daffodil,
Flowers that English poets sing,
And hoped for glory in the Spring.
We planted yellow hollyhocks,
And humble sweetly-smelling stocks,
And columbine for carnival,
And dreamt of Summer’s festival.
And Autumn not to be outdone
As heiress of the summer sun,
Should doubly wreathe her tawny head
With poppies and with creepers red.
We waited then for all to grow,
We planted wallflowers in a row.
And lavender and borage blue, –
Alas! we waited, I and you,
But love was all that ever grew.”

aus: Vita Sackville-West: Poems of West & East, 1917

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Freitagsfoto: DSGVO

Das wunderbar deutsche Bürokratenwort Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und alles, was damit zusammenhängt, bringt die Netzgemeinde enorm in Wallung. Ganz ruhig bleibt die Staatsministerin für Digitales und Apple-Fan, Dorothee Bär, von der ich in dieser Sache noch nichts Substantielles gehört habe. Nach allem, was ich bis jetzt gelesen habe, ist die DSGVO ein Muster für juristisches Over-Engineering und bereitet vor allem kleineren Webseiten-Betreibern schlaflose Nächte, während die Abmahnanwälte schon freudig mit den Hufen scharren.

Alex von 1337core zeigt, wie man die DSGVO perfekt umsetzt: einfach auf das Bild klicken:

DSGVO perfekt umsetzt. Screenshot: 1337core

DSGVO perfekt umsetzt. Screenshot: 1337core

Schönes Wochenende!

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Freitagsfoto: Olympia in Tübingen

Ja, wo hängen sie denn?

Rund 2500 Kilometer sind es von Tübingen nach Olympia zum Heiligtum des Zeus im Nordwesten der Halbinsel Peleponnes. Olympisches Flair mit etwas Patina gibt es aber auch ganz in der Nähe. Wer schreibt mir, wo in Tübingen diese olympischen Ringe hängen? Die ersten Drei mit der richtigen Antwort dürfen sich 5 Motive aus unserer Serie Schöne Postkarten aussuchen. Ich bin gespannt!

 

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I still want you

Das Internet ist eine große Dreckschleuder, die tagtäglich von ziemlich vielen durchgeknallten Typen gefüttert wird, einerseits. Andererseits stößt man in diesem Internet bisweilen auf echte Perlen. Vor einem Jahr bin ich zufällig auf dem Twitter-Stream der außergewöhnlichen englischen Dichterin Helen Mort auf den Singer-Songwriter Richard Hawley aus Sheffield gestoßen. Und was soll ich sagen? Hawley hat eine unglaubliche Stimme und sein Lied “I still want you” von seiner LP “Hollow Meadows” ist für mich einer der schönsten Lovesongs. Allein diese Zeile “I still want you ‘till the sun gets cold”. Einfach mal reinhören:

Euch allen einen schönen 8. Mai

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Schöne Postkarten, die dritte Serie

„Ein Garten entsteht nicht dadurch, dass man ‚Oh, wie schön‘ singt und im Schatten sitzt.“ Rudyard Kipling (Schöne Postkarte Nr. 240)

„Ein Garten entsteht nicht dadurch, dass man ‚Oh, wie schön‘ singt und im Schatten sitzt.“ Rudyard Kipling
(Schöne Postkarte Nr. 240)

Jeder Druckbogen von Schöne Postkarten wird genau angeschaut in der Druckerei Enssle in Metzingen

Jeder Druckbogen von Schöne Postkarten wird genau angeschaut in der Druckerei Enssle in Metzingen

Schöne Postkarten in dritter Serie

Vor knapp einer Woche waren wir bei der Druckabnahme für die dritte Serie unserer Postkarten, die wir in den letzten Wochen und Monaten fotografiert, gestaltet und mit Texten versehen haben. Gestern haben wir die neuen Motive auf die Schöne-Postkarten-Homepage gestellt. Und heute morgen um kurz vor sieben haben wir die erste positive Resonanz bekommen. Das freut uns wirklich sehr, schließlich haben wir viel Arbeit, Zeit und Sorgfalt in die Produktion unserer neuen Postkarten gesteckt.

Wurmlinger Kapelle und Burg Hohenzollern vor der Blauen Mauer (Schöne Postkarte Nr. 219)

Burg Hohenzollern und Wurmlinger Kapelle vor der Blauen Mauer (Schöne Postkarte Nr. 219)

Schöne Postkarten am 5./6. Mai in der Staudengärtnerei

Unsere gesamte Kollektion zeigen wir am kommenden Wochenende (Samstag, 5. Mai / Sonntag 6. Mai, jeweils von 10 bis 17 Uhr) beim Frühlingsfest der Staudenmädchen in der Staudengärtnerei Erika Jantzen in Tübingen in der Sindelfinger Straße 85. Es gibt besondere Motive unter anderem zu diesen Themen: Tübingen, Garten, Bücher, Literatur, Natur, Hunde, Katzen und Oldtimer. Und: Alle Postkarten kann man kaufen, schreiben, sammeln, rahmen oder was einem sonst noch einfällt. Also, schauen Sie vorbei, verraten Sie uns Ihre Meinung und sagen Sie uns, welche Ecke von Tübingen längst mal mit einer Postkarte gewürdigt werden sollte.

Nicht gestellt, nicht retuschiert, aber im richtigen Augenblick abgedrückt. (Schöne Postkarte Nr. 224)

Garçon qui rit avec une vache en Bourgogne (Schöne Postkarte Nr. 224)

Wir freuen uns!

Corinna Kern & Norbert Kraas

Infos kompakt

Alle Motive von Schöne Postkarten gibt’s hier online zu sehen

Schöne Postkarten im Tübinger Einzelhandel kaufen

Das Frühlingsfest in der Staudengärtnerei findet statt am Samstag, 5. und Sonntag 6. Mai 2018 jeweils von 10 bis 17 Uhr. Sindelfinger Straße 85 in Tübingen.
So kommt man zur Staudengärtnerei von Erika Jantzen

Man muss sich nicht unbedingt für ein gutes Foto auf den Kopf stellen. (Schöne Postkarte Nr. 217)

Der Neckar als Spiegel für das Tübinger Wahrzeichen. (Schöne Postkarte Nr. 217)

Zufall? Fotografenglück? Auf jeden Fall ein besonderer Moment. Schöne Postkarte Nr. 20)

Fotografenglück: Eine Schwertschrecke setzt sich auf eins unserer Bücher. (Schöne Postkarte Nr. 20)

Henry James hatte eine klare Vorstellung vom Paradies. Wie ist Ihre? (Schöne Postkarte Nr. 245)

Henry James hatte eine klare Vorstellung vom Paradies. Wie ist Ihre? (Schöne Postkarte Nr. 245)

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Freitagsfoto: Zikade (nur zu hören)

Wer sagt mir, wie der Baum heißt?

In den Bäumen
singen Zikaden –
ein Sommertraum

In the trees
singing cicadas –
a summer’s dream

Dans les arbres
chantant des cigales –
un rêve d’été

Uralte Zikade

Zikaden (auf dem Foto da oben nur zu hören), die uns nicht nur im Süden Frankreichs mit ihrem Gesang erfreuen, gibt es auf unserem Planeten seit dem Eozän. Das Eozän begann vor 56 Millionen Jahren und ging vor rund 33 Millionen Jahren zu Ende. Je nach Quellen beginnt unsere Geschichte als Homo sapiens vor ca. 60 000 Jahren. Verglichen mit der Existenz der Zikaden sind wir ein Mückenschiss in der Erdgeschichte. Und ich gehe davon aus, dass die Zikaden auch noch lange nach uns ihr Lied anstimmen werden.

Allein unter den Singzikaden gibt es übrigens mehr als 4000 bekannte Arten, insgesamt gibt es mehr als 45 000 beschriebene Arten dieser Gliederfüßer, faszinierend.

Man könnte sich verlieren in der Wissenschaft von Zikaden. Jean-Henri Fabre (1823 – 1915), der französische Entomologe, war so einer, der sich in der Welt der Insekten verloren hat. Demnächst mehr hier von diesem Forscher und Beobachter, der poetisch wie kaum ein anderer die faszinierende Welt der Insekten beschrieben hat.

Bei den Zikaden singen übrigens nur die Männchen – um die Weibchen anzulocken. Warum sonst? „Glücklich leben die Zikaden, denn sie haben stumme Weiber“, schrieb daraufhin der griechische Dichter Xenarchos im 4. Jahrhundert vor Christus. Wie langweilig und trostlos wäre doch die Welt, lieber Xenarchos, wenn die Frauen stumm wären.

„Männer machen immer so ein dummes Gesicht, wenn  sie ertappt werden. Und sie werden ertappt“, hat zum Beispiel meine kluge Frau Oscar Wilde zitiert, als sie diesen Beitrag Korrektur gelesen hat.

Schönes Wochenende!

P.S. Wer kann mir sagen, wie der Baum auf dem Foto heißt?

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Freitagsfoto: Vom Schilderwald zum Professorengarten

Leidsystem oder Leitsystem? Fotogene Beschilderung vor dem Tübinger Rathaus

Leitsystem oder Leidsystem? Fotogene Beschilderung vor dem Tübinger Rathaus

Schilderwald

Erik Spiekermann, 70, hat als Typograph und Gestalter in seinem Leben viele Designpreise bekommen und noch mehr stilbildende Schriften, Symbole und Leitsysteme geschaffen. Die von ihm entwickelten Schriftfamilien Meta und Officina gelten heute weltweit als Klassiker. Er hat für das ZDF gearbeitet, die Deutsche Bahn, den Düsseldorfer Flughafen und die Stadt London.

Zum Thema Leitsysteme hat Spiekermann mal gesagt, dass diese eine Anleitung für Fußgänger seien, wie man mit einer Stadt umzugehen habe und dabei natürlich auch architektonische Folgen hätten. An Spiekermann musste ich denken, als ich diese Woche auf dem Tübinger Marktplatz stand, Rücken zum Rathaus, und mir dieses überdimensionierte Schilderungetüm ins Auge sprang.

Ich bin ja auch für die Energiewende, und die Stadtwerke Tübingen und die Verwaltung leisten hier sicher sehr gute Arbeit. Aber ist es für die Besucher*innen der Stadt wirklich von Interesse, wie weit es vom Marktplatz zum Windpark Oberkochen ist? Und wer, bitteschön, möchte als Tourist*in die Photovoltaikanlage an einer Sportarena besichtigen? Ja, diese mehrköpfige Schilderhydra hat gravierende architektonische Folgen: sie verschandelt den Blick auf Fachwerkhäuser und Rathaus, je nach Standort. Ich wüsste gerne, was Erik Spiekermann dazu sagen würde.

Gut erhalten und heute ein Paradies für Spinnen: Gärnterhütte im Professorengarten

Gut erhalten und heute ein Paradies für Spinnen: Gärtnerhütte im Professorengarten

Professorengarten

Keinen einzigen Hinweis findet man hingegen auf ein sehenswertes landschaftliches Kleinod ganz in der Nähe von Tübingen. Nur fünfeinhalb Kilometer zu Fuß sind es vom Tübinger Marktplatz zum Professorengarten bei Kusterdingen auf den Härten. Ich hatte von diesem besonderen Waldstück auch noch nie etwas gehört, in das uns unser Freund W. diese Woche zum ersten Mal geführt hat. Der Professorengarten wurde 1902 im Forstgebiet Großholz als Arboretum des Lehrstuhls für Forstwirtschaft der Universität Tübingen angelegt.

Neben dem ehemaligen Gärtnerhaus kann man im Professorengarten große Mammutbäume, exotische Nadelgehölze und japanische Zelkoven (Zelkova zerrata) bewundern, vorausgesetzt, man ist mit jemandem unterwegs, der in Baumbestimmung firm ist. Die japanische Zelkove war mir kein Begriff, sie ist bei uns als japanische Ulme bekannt und wird bis zu 30 Meter hoch. Ihr Holz gilt als sehr wertvoll und wird in Japan unter anderem zum Bogenbau eingesetzt. Sie hat eine besonders auffällige und schöne Rinde.

Auffällige Borke der japanischen Ulme (Zelkova serrata)

Borke der japanischen Ulme (Zelkova serrata)

Der Lehrstuhl für Forstwirtschaft, der seit 1818 bestand, wurde übrigens 1920 nach Freiburg verlegt, der interessante Professorengarten geriet dadurch ziemlich in Vergessenheit. Weder auf der Homepage der Stadt Tübingen noch bei der Tübinger Touristeninformation konnte ich online einen Hinweis darauf finden. Einzig im Unimagazin attempto! gab es im Dezember 2013 einen Artikel. Schade eigentlich. Dabei verfügt der Professorengarten mit Sicherheit über mehr grünen Zauber als ein Windpark im 111 Kilometer entfernten Oberkochen.

Zelkoven haben kurze, dicke Stämme und bilden eine weit ausladende Krone, wenn sie Platz haben. In der Nähe von Osaka steht ein Exemplar, das mehr als 1000 Jahre alt ist.

Zelkoven haben kurze, dicke Stämme und bilden eine weit ausladende Krone, wenn sie Platz haben. In der Nähe von Osaka steht ein Exemplar, das mehr als 1000 Jahre alt ist.

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Freitagsfoto: Gärtnern

Keine Frage von Reichtum: englisches Gartenglück in Nayland, Suffolk

Keine Frage von Reichtum: englisches Gartenglück in Nayland, Suffolk

„Gärtnern ist keine Frage von Renommee oder Reichtum, Gärtnern ist ein Lebensstil.“

Dieses Zitat stammt von Beth Chatto, 95, die mit den Beth Chatto Gardens im Osten von Essex aus einem verwilderten Ödland ein wahres Gartenparadies geschaffen hat. Ein Besuch dort ist äußerst inspirierend.

Man muss aber nicht gleich nach England fahren, um sich in Sachen Garten und Gärtnern anregen zu lassen. Dieses Wochenende finden zum Beispiel in der Tübinger Staudengärtnerei von Erika Jantzen die Kräutertage statt. Am Samstag und Sonntag, jeweils von 10 bis 17 Uhr, bieten die kundigen Staudenmädchen allen Gärterinnen und Gärtnerinnen klugen Rat und natürlich viele gesunde Kräuter und andere Pflanzen zum Mitnehmen.

Inspierend ist übrigens auch der unterhaltsame, teils anrührende Briefwechsel zwischen Beth Chatto und Christopher Lloyd, den ich hier schon mal erwähnt habe. Christopher Lloyd hat den Garten Great Dixter in East Sussex zu einem Mekka für Gartenfreunde gemacht. Dear Friend and Gardener! heißt das Buch. Es geht um Gärtnern, Gärten, das Leben, Musik, Essen, Trinken und die intensive Freundschaft zweier Gartenkünstler. Eine Leseprobe gibt es hier online. Prädikat lesenwert, nicht nur für Gartenfreunde.

Infos zum Buch

Beth Chatto, Christopher Lloyd: Dear Friend and Gardener!
DVA Random House, 2013.
ISBN: 978-3-421-03887-6