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Es trümmert und wankt – Hölderlin 2018

Noch bis 2019 wird er renoviert, der Hölderlinturm in Tübingen

Noch bis 2019 wird er renoviert und zur Zeit nur mit Gerüst zu bewundern: Hölderlinturm in Tübingen

Heute vor 175 Jahren, am 7. Juni ist Friedrich Hölderlin im Alter von 73 Jahren in Tübingen gestorben. Der Hölderlinturm am Neckar, in dem er fast 40 Jahre in der liebevollen Obhut der Familie Zimmer lebte, wird zur Zeit renoviert und bleibt voraussichtlich noch bis Ende 2019 für die Besucher*innen geschlossen. Wer den Hölderlinturm ohne Gerüst bewundern und fotografieren möchte, braucht also ein wenig Geduld. Ganz ohne Gerüst gibt es das Wahrzeichen Tübingens auf der Website Schöne Postkarten. Dort steht auch, wo man die besonderen Hölderlin-Postkarten in Tübingen erwerben kann.

Wer sich für Hölderlins Gedichte interessiert und diese noch nicht gedruckt im Regal stehen hat, dem sei die 2005 erschienene Ausgabe „Friedrich Hölderlin: Sämtliche Gedichte“ (Hg. Jochen Schmidt) empfohlen. Sie enthält, textkritisch geprüft, alle Gedichte Hölderlins in chronologischer Folge. Dazu bietet diese Ausgabe Erläuterungen sowie Überblickskommentare zu den bedeutenden und komplexen Gedichten.

Sehr lesenswert ist auch die Hölderlin-Biografie von Wilhelm Waiblinger aus dem Jahr 1827/28: „Friedrich Hölderlins Leben, Dichtung und Wahnsinn“. Der Tübinger Autor Kurt Oesterle hat Waiblingers Biografie 2017 herausgegeben und mit einer klugen Einführung versehen. Der schmale Band bringt einem nicht nur den Dichter und Menschen Hölderlin näher, sondern auch die Stadt Tübingen.

Tübingens Wahrzeichen an einem sonnigen Morgen

Tübingens Wahrzeichen an einem sonnigen Wintermorgen

Hölderlin-Büste außen am Hölderlin-Turm in Tübingen

Hölderlin-Büste außen am Hölderlin-Turm in Tübingen

Hölderlin-Veranstaltungen 2018 in Tübingen

Im Jahr von Hölderlins 175. Todestag bietet der Fachbereich Kunst und Kultur der Stadt Tübingen ein interessantes Veranstaltungsprogramm. Heute, am 7. Juni 2018, führt die Literaturwissenschaftlerin und kommissarische Leiterin des Hölderlinturms Helge Noack zu den Tübinger Orten, an denen Hölderlin und seine Zeitgenossen gewirkt haben. Treffpunkt ist um 17.30 Uhr am Taubenhaus auf der Platanenallee am Neckar. Am 15. Juni, 20. Juli und 8. September gibt es dann literarisch-musikalische Stocherkahnfahrten auf Hölderlins geliebtem Neckar. Alle Themen und Termine kann man hier einsehen.

Stocherkahn auf dem Neckar vor dem Hölderlinturm

Stocherkahn auf dem Neckar vor dem Hölderlinturm

Buchinformationen

Friedrich Hölderlin: Sämtliche Gedichte
Herausgeber: Jochen Schmidt
Deutscher Klassiker Verlag im Taschenbuch 4, 2004
ISBN: 978-3-618-68004-8

Wilhelm Waiblinger: Friedrich Hölderins Leben, Dichtung und Wahnsinn
Herausgeber: Kurt Oesterle
Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen, 2017, 120 Seiten
ISBN 978-3-86351-450-1

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Freitagsfoto: Haiku für ein Sofa in Tübingen

Wo in Tübingen steht dieses Sofa?

Die Mauer erzählt
Geschichten – auf dem Sofa
hört keiner zu

Wer schreibt mir, per Mail oder hier im Kommentar, wo genau in Tübingen dieses Sofa steht? Die ersten Drei mit der richtigen Antwort dürfen sich je 5 Motive aus unserer Serie Schöne Postkarten aussuchen.

Viel Glück!

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Karl Poralla: Mikrobiologie und Eisenzeit

Karl Poralla (30.5.1938 – 21.10.2016): Professor für Mikrobiologie und Künstler

Karl Poralla (30.5.1938 – 21.10.2016): Professor für Mikrobiologie und Künstler

Heute wäre der Freund, Künstler und frühere Tübinger Professor der Mikrobiologie Karl Poralla 80 Jahre alt geworden. Seine ehemalige Doktorandin, die Biologin und Philosophin Prof. Dr. Nicole C. Karafyllis, die an der TU Braunschweig lehrt, hat ihm deshalb das dieser Tage erschienene Buch „Theorien der Lebendsammlung. Pflanzen, Mikroben und Tiere als Biofakte in Genbanken“ (hg. von Nicole C. Karafyllis) gewidmet. Eine schöne Geste zu Ehren eines engagierten Wissenschaftlers und Doktorvaters, der nie im Elfenbeinturm zuhause war und sich für so viele Dinge neugierig und kritisch interessiert hat. Nicht zuletzt hat Poralla als Eisenplastiker ästhetisch anspruchsvolle, bleibende Werke geschaffen.

Ohne Titel. Eisenplastik von Karl Poralla

Ohne Titel. Eisenplastik von Karl Poralla

Eisenzeit

„Es war an einem Regentag, als Poralla mir seine Plastiken zeigte. Auf der Fahrt nach Entringen hatte ich über die Geschichte des Werkstoffs Eisen sinniert, der nach Stein und Bronze einer Zeit den Namen gab, die hierzulande mit den Kelten Einzug hielt. (izan hieß das Wort in ihrem Mund) und die nach dem Dreiperiodensystem solange dauerte, wie Eisen der vorherrschende Rohstoff für Werkzeuge und Waffen war. War? Sagte mir nicht das Motorengeräusch, der mich umgebende Stahl, auf den der Regen trommelte: wir leben in der Eisenzeit? Eine vierte Periode nach der dritten ist nicht vorgesehen: kein Plastik-, kein Computer-, kein Kommunikationszeitalter. Eisenzeit! Poralla zeigte mir mit Vaterstolz seine Plastiken. Da hatte ich es vor mir, das Zeitalter, zerlegt in seine anatomischen Klein- und Kleinstelemente vom Baggerzahn bis zum Bolzen, vom brachialen Fräskopf zum schmiedeeisernen Radreifen: Maschinenschrott vorwiegend, Teile eines krafterzeugten-krafterzeugenden Systems, die das Ganze am Laufen, Dampfen: zusammenhielten oder als Werkzeuge dienten, auf-gelesen an Bahndämmen, Schrotthalden, am Strand von Gomera und anderswo, Trouvaillen, Glücks (nicht Zufalls-)funde, die über den Suchenden so viel verraten wie über sich selbst. Er ist auf Stücke aus, die sich fügen können: als Part/Widerpart, Post/Kontrapost in einem Ensemble, das in dramatischem Widerspruch der Formen, Kräfte auf Ausgleich ringt. […]“

So schreibt der Publizist Gerhard Oberlin im Dezember 1992 im Vorwort zu einem schmalen Band, den Karl Poralla gemeinsam mit dem Tübinger Lyriker und Übersetzer Kay Borowsky im Breitenholzer Igelverlag veröffenlicht hat. Borowsky hat sich von Porallas Plastiken zu haikuartigen Vierzeilern inspirieren lassen, die mit den Kunstwerken in Dialog treten. Das kleine Buch ist eine lesens- und sehenswerte Kooperation zweier sympathischer und bescheidener Künstler.

„Gehalten‟ , Eisenplastik von Karl Poralla, die heute sein Grab in Entringen bei Tübingen ziert.

„Gehalten‟ , Eisenplastik von Karl Poralla, die heute sein Grab in Entringen bei Tübingen ziert.

Zu dieser Plastik dichtet Kay Borowsky:

Endlich Morgenlicht,
ein Schwalbenflügel näht
zerstückten Traum zusammen.
Die Haut der Erde glänzt.

Buchinformationen

Nicole Christine Karafyllis (Hrsg.):
Theorien der Lebendsammlung – Pflanzen, Mikroben und Tiere als Biofakte in Genbanken
Verlag Karl Alber, 2018
ISBN: 978-3-495-48975-8

Karl Poralla: Plastiken · Kay Borowsky: Gedichte
Breitenholzer Igelverlag, 1992
ISBN 3-9802434-7-8
(nur noch antiquarisch erhältlich)

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„Zu wild, zu bang…“ – Friedrich Hölderlin zur DSGVO

Hölderlin-Büste außen am Hölderlin-Turm in Tübingen. © www.schoenepostkarten.de

Hölderlin-Büste außen am Hölderlin-Turm in Tübingen. © www.schoenepostkarten.de

Ab heute, 25.5.2018, gilt die neue Datenschutzgrundverordnung DSGVO. Was es damit auf sich hat, und wie rechtssicher das alles ist, darüber gibt es bald so viele Meinungen, wie es Internetseiten gibt. Ich halte mich also zurück und weise alle geschätzten Leserinnen und Leser auf unsere aktuellen Datenschutzrichtlinien sowie unser Impressum hier im Reklamekasper hin.

Ein Zitat will ich jetzt aber doch noch bringen. In einer aktuellen Broschüre des Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz heißt es:

„Gleichwohl birgt die Datenschutz-Grundverordnung eine Reihe juristischer Unschärfen und/oder Regelungslücken. Die notwendige Rechtssicherheit und -klarheit werden voraussichtlich erst gerichtliche Verfahren auf nationaler Ebene oder vor dem Europäischen Gerichtshof bringen.“ (Quelle: DeineDatenDeineRechte)

Hölderlin im Turm

Wer von der DSGVO genug hat und sich lieber näher mit Friedrich Hölderlin und seiner Zeit im Turm am Neckar befassen möchte, dem sei ein sehr lesenswerter Aufsatz des Tübinger Autors Kurt Oesterle empfohlen, den man hier online lesen oder als pdf-Datei herunterladen kann. Es lohnt sich!

 

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22. Mai 1998 – für C.

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“We owned a garden on a hill,
We planted rose and daffodil,
Flowers that English poets sing,
And hoped for glory in the Spring.
We planted yellow hollyhocks,
And humble sweetly-smelling stocks,
And columbine for carnival,
And dreamt of Summer’s festival.
And Autumn not to be outdone
As heiress of the summer sun,
Should doubly wreathe her tawny head
With poppies and with creepers red.
We waited then for all to grow,
We planted wallflowers in a row.
And lavender and borage blue, –
Alas! we waited, I and you,
But love was all that ever grew.”

aus: Vita Sackville-West: Poems of West & East, 1917

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Freitagsfoto: DSGVO

Das wunderbar deutsche Bürokratenwort Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und alles, was damit zusammenhängt, bringt die Netzgemeinde enorm in Wallung. Ganz ruhig bleibt die Staatsministerin für Digitales und Apple-Fan, Dorothee Bär, von der ich in dieser Sache noch nichts Substantielles gehört habe. Nach allem, was ich bis jetzt gelesen habe, ist die DSGVO ein Muster für juristisches Over-Engineering und bereitet vor allem kleineren Webseiten-Betreibern schlaflose Nächte, während die Abmahnanwälte schon freudig mit den Hufen scharren.

Alex von 1337core zeigt, wie man die DSGVO perfekt umsetzt: einfach auf das Bild klicken:

DSGVO perfekt umsetzt. Screenshot: 1337core

DSGVO perfekt umsetzt. Screenshot: 1337core

Schönes Wochenende!

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Freitagsfoto: Olympia in Tübingen

Ja, wo hängen sie denn?

Rund 2500 Kilometer sind es von Tübingen nach Olympia zum Heiligtum des Zeus im Nordwesten der Halbinsel Peleponnes. Olympisches Flair mit etwas Patina gibt es aber auch ganz in der Nähe. Wer schreibt mir, wo in Tübingen diese olympischen Ringe hängen? Die ersten Drei mit der richtigen Antwort dürfen sich 5 Motive aus unserer Serie Schöne Postkarten aussuchen. Ich bin gespannt!

 

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I still want you

Das Internet ist eine große Dreckschleuder, die tagtäglich von ziemlich vielen durchgeknallten Typen gefüttert wird, einerseits. Andererseits stößt man in diesem Internet bisweilen auf echte Perlen. Vor einem Jahr bin ich zufällig auf dem Twitter-Stream der außergewöhnlichen englischen Dichterin Helen Mort auf den Singer-Songwriter Richard Hawley aus Sheffield gestoßen. Und was soll ich sagen? Hawley hat eine unglaubliche Stimme und sein Lied “I still want you” von seiner LP “Hollow Meadows” ist für mich einer der schönsten Lovesongs. Allein diese Zeile “I still want you ‘till the sun gets cold”. Einfach mal reinhören:

Euch allen einen schönen 8. Mai

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Schöne Postkarten, die dritte Serie

„Ein Garten entsteht nicht dadurch, dass man ‚Oh, wie schön‘ singt und im Schatten sitzt.“ Rudyard Kipling (Schöne Postkarte Nr. 240)

„Ein Garten entsteht nicht dadurch, dass man ‚Oh, wie schön‘ singt und im Schatten sitzt.“ Rudyard Kipling
(Schöne Postkarte Nr. 240)

Jeder Druckbogen von Schöne Postkarten wird genau angeschaut in der Druckerei Enssle in Metzingen

Jeder Druckbogen von Schöne Postkarten wird genau angeschaut in der Druckerei Enssle in Metzingen

Schöne Postkarten in dritter Serie

Vor knapp einer Woche waren wir bei der Druckabnahme für die dritte Serie unserer Postkarten, die wir in den letzten Wochen und Monaten fotografiert, gestaltet und mit Texten versehen haben. Gestern haben wir die neuen Motive auf die Schöne-Postkarten-Homepage gestellt. Und heute morgen um kurz vor sieben haben wir die erste positive Resonanz bekommen. Das freut uns wirklich sehr, schließlich haben wir viel Arbeit, Zeit und Sorgfalt in die Produktion unserer neuen Postkarten gesteckt.

Wurmlinger Kapelle und Burg Hohenzollern vor der Blauen Mauer (Schöne Postkarte Nr. 219)

Burg Hohenzollern und Wurmlinger Kapelle vor der Blauen Mauer (Schöne Postkarte Nr. 219)

Schöne Postkarten am 5./6. Mai in der Staudengärtnerei

Unsere gesamte Kollektion zeigen wir am kommenden Wochenende (Samstag, 5. Mai / Sonntag 6. Mai, jeweils von 10 bis 17 Uhr) beim Frühlingsfest der Staudenmädchen in der Staudengärtnerei Erika Jantzen in Tübingen in der Sindelfinger Straße 85. Es gibt besondere Motive unter anderem zu diesen Themen: Tübingen, Garten, Bücher, Literatur, Natur, Hunde, Katzen und Oldtimer. Und: Alle Postkarten kann man kaufen, schreiben, sammeln, rahmen oder was einem sonst noch einfällt. Also, schauen Sie vorbei, verraten Sie uns Ihre Meinung und sagen Sie uns, welche Ecke von Tübingen längst mal mit einer Postkarte gewürdigt werden sollte.

Nicht gestellt, nicht retuschiert, aber im richtigen Augenblick abgedrückt. (Schöne Postkarte Nr. 224)

Garçon qui rit avec une vache en Bourgogne (Schöne Postkarte Nr. 224)

Wir freuen uns!

Corinna Kern & Norbert Kraas

Infos kompakt

Alle Motive von Schöne Postkarten gibt’s hier online zu sehen

Schöne Postkarten im Tübinger Einzelhandel kaufen

Das Frühlingsfest in der Staudengärtnerei findet statt am Samstag, 5. und Sonntag 6. Mai 2018 jeweils von 10 bis 17 Uhr. Sindelfinger Straße 85 in Tübingen.
So kommt man zur Staudengärtnerei von Erika Jantzen

Man muss sich nicht unbedingt für ein gutes Foto auf den Kopf stellen. (Schöne Postkarte Nr. 217)

Der Neckar als Spiegel für das Tübinger Wahrzeichen. (Schöne Postkarte Nr. 217)

Zufall? Fotografenglück? Auf jeden Fall ein besonderer Moment. Schöne Postkarte Nr. 20)

Fotografenglück: Eine Schwertschrecke setzt sich auf eins unserer Bücher. (Schöne Postkarte Nr. 20)

Henry James hatte eine klare Vorstellung vom Paradies. Wie ist Ihre? (Schöne Postkarte Nr. 245)

Henry James hatte eine klare Vorstellung vom Paradies. Wie ist Ihre? (Schöne Postkarte Nr. 245)