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Frühling – wie viel Male noch?

Frühling! Alter Birnbaum in voller Blüte. Pfrondorf bei Tübingen

Frühling 2020! Alter Birnbaum in voller Blüte. Pfrondorf bei Tübingen

Schau genau ihn an:
Die Blüten an dem alten Baum
stimmen wehmütig!
Wie viel Male wird er noch
einen Frühling erleben?

Saigyō (1118 – 1190) war ein japanischer Wanderpoet und buddhistischer Mönch. Er gilt als Meister des Waka (Tanka), des 31-silbigen japanischen Kurzgedichts (5 Zeilen à 5-7 5-7-7 Moren / Silben) und war für Bashō und viele andere große Haiku-Dichter das Maß aller Dinge.

Ich kannte Saigyō bisher nicht und bin der Nachbarin und Freundin U. sehr dankbar, dass sie unser Bücherregal mit diesem bibliophilen Schatz bereichert hat.

Buchinformation

Saigyō
Gedichte aus der Bergklause – Sankashû

ausgewählt, übersetzt, kommentiert und annotiert von Ekkehard May
Dieterisch’sche Verlagsbuchhandlung Mainz, 2018
ISBN: 978-3-87162-098-0
zauberhaft schöne Leinenausgabe mit Lesebändchen

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Jack Ridl: Saint Peter and the Goldfinch

Den schönen Stieglitz für das Cover hat Meridith Ridl illustriert, die Tochter des Dichters

Den schönen Stieglitz für das Cover hat Meridith Ridl illustriert, die Tochter des Dichters

„Wozu Dichter in dürftiger Zeit.“ So schreibt Friedrich Hölderlin in seinem Gedicht „Brot und Wein“, und diese Frage (ohne Fragezeichen) darf man sich stellen in diesen unwirklichen Zeiten, wo uns ein unsichtbares Virus seit Wochen in Schach hält; und wo Populisten in Europa und anderswo diese Pandemie ausnutzen, um unwidersprochen den Rechtsstaat zur Autokratie umzubauen. Es gibt Tage, da fühlen meine Frau und ich uns schon nach Morgenlektüre der Tageszeitung geschafft und überfordert. Da hilft dann nur noch eine strenge Nachrichtenpause, Gartenarbeit, ein langer Spaziergang oder eben: ein paar Gedichte lesen.

Hello poem, my old friend

„Saint Peter and the Goldfinch“ heißt der aktuelle Gedichtband von Jack Ridl, erschienen vor genau einem Jahr – bisher nur auf Englisch. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Denn Ridls Gedichte sind nicht in kompliziertem Englisch geschrieben. Man versteht sie, auch wenn man nicht in den USA aufgewachsen ist, wie der Autor, der am 10. April 1944 in der Nähe von Pittsburgh geboren wurde. Ridl, der sich selbst als Blue-Collar-Poet bezeichnet, wollte eigentlich nicht Dichter, sondern Baseball- oder Basketball-Profi werden. Das ist nicht verwunderlich, wenn der eigene Vater eine amerikanische Basketball-Trainerlegende ist.

Zur Dichtung kam Ridl über Umwege, nachdem er während seiner Collegezeit zunächst als Songwriter für eine Sängerin aktiv war. Das Duo stand sogar kurz vor einer Plattenaufnahme, als die Sängerin ihm eröffnete, sie würde heiraten und dann nicht mehr öffentlich auftreten. Das war’s dann mit Ridls hochfliegenden Plänen, Simon & Garfunkel Konkurrenz zu machen. Gut, dass er dann als Student in Pittsburgh den bekannten Dichter Paul Zimmer traf, der ihn auf die richtige Spur setzte.

Wir müssen uns also auch bei Paul Zimmer dafür bedanken, dass Jack Ridl uns in schöner Regelmäßigkeit seine Gedichtbände auf den Nachttisch legt. Neben Zimmer nennt Ridl Willliam Stafford und die Dichterin Naomi Shihab Nye seine Vorbilder. Von Shihab Nye stammt der Satz

Die Poesie ruft uns zum Innehalten auf. Es gibt so viel, das wir übersehen, während die Fülle um uns herum weiter schimmert, ganz von alleine.

Ein Satz, der Ridls Dichtkunst ziemlich treffend beschreibt. Ein Beispiel:

Over in That Corner,
the Puppets

Even when the weather changes,
remember to pet the dog, make
the cat purr, watch whatever

comes to the window. If you
stand there long enough,
someone will come by,

a stranger perhaps, one who
could be more, but needs
to keep walking. Hello –
is likely all you can say.

 

– for Naomi Shihab Nye

Jack Ridl, der Baseballprofi werden wollte und Dichter wurde. Foto: privat

Jack Ridl, der Baseballprofi werden wollte und Dichter wurde. Foto: privat

Ein klassisches Ridl-Gedicht. In einfachen Worten mit klarer Gliederung wird eine Szene geschildert, in die eine nicht beinflussbare Veränderung von außen einbricht, in diesem Fall das Wetter. Es könnte aber auch etwas anderes sein: eine Krankheit, eine berufliche Veränderung, eine Trennung oder, weil’s so gut passt, ein Virus.

Aber, und das ist das Tröstliche an diesem Gedicht, das Leben geht weiter, der Hund will gestreichelt, die Katze zum Schnurren gebracht werden. Am Ende der zweiten Strophe dann das Ridlsche Überraschungsmoment. Ein Fremder taucht auf, den man vielleicht gerne näher kennengelernt hätte, der aber weitergeht. Es bleibt bei einem kurzen Hallo. Wer dieses Gedicht laut liest, und Gedichte sollte man eigentlich immer laut lesen, spürt, wie der Blutdruck sinkt, wie die Hektik des Alltags in den Hintergrund tritt, und wie sich der Phantasie Räume eröffnen.

Hilde Domin hat einmal gesagt, das Gedicht befreie von allen Zwängen, „indem es die Wirklichkeit, und also die Zeit, stillstehen macht und eine eigene Zeit herstellt“. Genau das passiert in Ridls Gedichten. Die Wirklichkeit steht still und wird in fast beiläufiger Umgangssprache geschildert, was Ridls Gedichte so zugänglich macht. Zeile für Zeile, Strophe für Strophe schafft Ridl eine poetische Welt, in der das Überraschende meist ganz leise eintritt; grade so, wie man einen kleinen Stein in einen Teich fallen lässt: man hört den Stein kaum, aber er zieht doch Kreise.

Leben und Tod und Alles dazwischen

Dichtern wie Jack Ridl, deren Werk der plain-spoken poetry zugerechnet werden kann, wird von Kritikern schon mal fehlender Mut, über das große Ganze zu schreiben, vorgeworfen. Nichts wäre unzutreffender bei einem Autor, der zwar in direkten Worten (plain-spoken – Englisch: gerade heraus) schreibt, der aber keines der großen Themen – Leben, Liebe, Altern, Tod – auslässt. Er tut dies nur nicht in einem hohen Ton oder in hermetischer Gestelztheit, sondern offen und klar. Übrigens wie viele gute amerikanische Dichterinnen und Dichter, was ein Grund dafür sein könnte, dass sich die Bücher von Dichtern wie Billy Collins hundertausendfach verkaufen.

Saint Peter and the Goldfinch

Auch in seinem neuen Band zeigt Jack Ridl mit dichterischem Können, das er seinen Fans etwas zu sagen hat. Saint Peter and the Goldfinch gliedert sich in vier Teile. Es beginnt mit der Abteilung „The Train Home“, in der Ridl seine eigene Lebensgeschichte bearbeitet, darunter auch sehr Schmerzliches. Etwa in dem Gedicht „My Brother – A Star“, wo er von dem Tag erzählt, an dem der ersehnte kleine Bruder bei der Geburt stirbt. Der Tag und das Gedicht enden damit, dass der Junge abends im Bett liegt und sich vorstellt, wie er dem toten Bruder beim Basketball einen Pass nach dem anderen spielt und dieser immer wieder trifft.

That night in bed
I watched this kid firing in jump shots
from everywhere on the court. He’d cut left,
I’d feed him a fine pass, he’d hit.
I’d dribble down the side, spot him in the corner, thread
the ball through a crowd to his soft hands, and he’d
loft a star up into the lights where it would pause
then gently drop, fall through the cheers and through the net.
The game never ended. I fell into sleep. My hair
was short. We were 8 and 2.

Der Dichter am Spielautomat

Dass Ridl nicht nur ein empathischer und bescheidener Dichter ist, sondern auch humorvoll und selbstironisch schreiben kann, zeigt „Self Pity as an Ars Poetica“ (Selbstmitleid als Dichtkunst). Hier seine Selbstcharakterisierung:

I’m a loser in the poetry
casino: I drop my quarters
in the slot, get two peaches
and an prickly pear,
a cherry blossom, red
wheelbarrow, and an dulcimer.

Der Dichter als Spieler an der Slotmachine im Lyrik-Casino, der zwei Pfirsiche, eine schrumplige Birne, eine Kirschblüte, einen roten Schubkarren und ein Hackbrett bekommt. Eine schönere, gleichzeitig augenzwinkernde Verneigung vor dem großen William Carlos Williams kann man nicht schreiben. Williams’ Gedicht „The Red Wheelbarrow“ mit den weißen Hühnern und dem roten Schubkarren kennt in den USA jedes Schulkind.

Liebe und Garagentor

„The Long Married“ heißt der dritte Teil des Buches, in dem sich der Autor Gedanken über das Mysterium der Liebe macht und das Erfolgsgeheimnis einer langen Ehe umkreist. Das Gedicht „Love Poem“ beschreibt den Zauber des Alltags eines älteren Paares, der ausgefüllt ist mit dem Zählen der Hundehaare auf dem Sofa, Erinnerungen und der Metaphysik von Kreuzworträtseln.

Die Lehren, die ich daraus ziehe? Demütig und dankbar sein für das, was ist und versuchen, zu erkennen, worauf es wirklich ankommt. Selbst wenn es die Haare des Hundes sind. Ach ja: weniger reden hilft auch, schreibt Ridl, und das sagt auch meine kluge Frau, wenn ich morgens um halb sieben ins Plappern komme, wie sie es nennt.

VIII

Love Poem

The smaller the talk the better.
I want to sit with you and have us
Solemnly delight in dust; and one violet;
And our fourth night out;
And buttonholes. I want us
To spend hours counting dog hairs,
And looking up who hit .240
in each of the last ten years.
I want to talk about the weather;
And detergents; and carburetors;
And debate which pie our mothers made
The best. I want us to shrivel
Into nuthatches, realize the metaphysics
Of crossword puzzles, wait for the next
Sports season, and turn into sleep
Holding each others favorite flower,
Day, color, record, playing card.
When we wake, I want us to begin again
Never saying anything more lovely than garage door.

Einbildungskraft und Klugheit

Jack Ridls Gedichte sind entschleunigende Denkanstöße, oft melancholisch-humorvolle Meditationen über das, was wir gerne übersehen und über das, was Menschsein ausmacht. In seinen Gedichten zeigt sich, was Wallace Stevens, dem Ridl auch eine kleine Reverenz erweist, einmal gesagt hat:

Die Einbildungskraft kann die Klugheit der Philosophen übertreffen.

Buchinformation

Jack Ridl
Saint Peter and the Goldfinch
Wayne State University Press, 2019
Paperback, 128 Seiten
ISBN: 9780814346464

Mehr Information

Homepage von Jack Ridl
Podcast mit Jack Ridl
Interview mit Jack Ridl
Jack Ridl über Kindness (Liebenswürdigkeit)
Naomi Shihab Nye über Jack Ridl in der New York Times

#SupportYourLocalBookstore #StayatHomeReadaBook

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Vom Rettich und vom Schicksal

Der Schwarze Rettich (Raphanus sativus var. sativus) gehört zu den Kreuzblütlern und schmeckt gut zum Apéro mit kaltem Bier oder Rosé

Der Schwarze Rettich (Raphanus sativus var. sativus) schmeckt gut zum Apéro mit Bier oder Rosé

“What do I know of man’s destiny? I could tell you more about radishes.”

Kein geringerer als Samuel Beckett (13. April 1906 – 22. Dezember 1989) hat das gesagt. Wahrscheinlich war es eine Antwort auf die Frage eines Journalisten, der von Beckett wissen wollte, was unser aller Schicksal ist. Ich gebe zu, ich habe von Beckett nicht viel gelesen. Es ist keine leichte Lektüre. Mit Rettich kenne ich mich deutlich besser aus.

Becketts Freundschaft

Was mich beeindruckt hat vor einigen Jahren, war ein Buch, das zu Becketts 100. Geburstag rauskam: „Becketts Freundschaft“. Geschrieben hat es der Franzose André Bernold, der dem 73-jährigen Beckett, den er sehr verehrte, als junger Mann begegnet ist.

Wenn er eine Tür öffnete, schienen seine Hände den ganzen Körper zu erobern: Er beugte sich vor, horchte ab; legte den Handballen auf den Türflügel; tauchte plötzlich auf, schon aufgerichtet, mit seinem fragenden Schritt, wie verblüfft, kaum Widerstand begegnet zu sein.

Beckett muss im persönlichen Umgang zugänglich, freundlich und humorvoll gewesen sein. Was doch eher erstaunlich ist, wenn man dieses schwierige Genie nur von seinen Texten, Zeitungsartikeln oder ein paar Fotos kennt. Astrid Kuhlmey hat das Buch im Deutschlandfunk vor Jahren besprochen und war auch erstaunt, wie nah André Bernold den Leser*innen Beckett bringt. Die Rezension kann man hier noch online nachlesen.

Die teils bekannten, beeindruckenden Fotos von John Minihan ergänzen dieses wirklich schön gestaltete Buch aus dem Berenberg Verlag, das man gerne zur Hand nimmt.

Buchinformation

André Bernold
Becketts Freundschaft
Mit Fotografien von John Minihan
Aus dem Französischen von Ulrich Krafft
Berenberg Verlag, Berlin
ISBN 978-3-937834-10-8
112 Seiten, Fadenheftung

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Den Pestgott wegschwemmen

Den Pestgott lassen wir
wegschwemmen: – Halsen ihm auch noch
die Flöhe auf!

Einfach wegschwemmen

Wäre das nicht schön, wenn wir dieses elende Corona-Virus einfach so wegschwemmen könnten? Dasselbe hat wahrscheinlich auch der japanische Haiku-Dichter Issa (1763 – 1827) gedacht, als er dieses Haiku über den Pestgott während der Krankheit seines Vaters geschrieben hat. Und, typisch Issa, hat er noch eine Prise Humor hineingebracht.

Gelesen habe ich dieses Haiku vor ein paar Tagen in dem kleinen Band „Die letzten Tage meines Vaters“. Issa beschreibt in diesem Tagebuch, das einen Zeitraum von gut einem Monat umfasst, wie er seinen geliebten und verehrten Vater bis zu dessen Tod zuhause pflegt. Issa ist zu diesem Zeitpunkt 39 Jahre alt und zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder daheim. Sein Vater, der vermutlich an einer Form des Typhus leidet, lebt mit Issas Stiefmutter und seinem Stiefbruder zusammen, die Issa nur Abneigung entgegenbringen.

Ach, mein Heimatdorf:
kommt man näher, spürt man umso mehr
die dornigen Rosen.

Trotz aller Schwierigkeiten und der Aussichtslosigkeit der Lage bleibt Issa bei seinem Vater und widmet sich rührend um ihn. In 31 Eintragungen hält der Dichter seinen Alltag fest: das Wetter, die bäuerlichen Verrichtungen und natürlich den Verlauf der Krankheit des Vaters. Dieser ist alles andere als ein vernünftiger, einsichtiger Kranker, vielmehr macht er dem Sohn die Pflege durch seine Sturheit sehr schwer. Issa beschreibt die Situation nüchtern ohne jede Schönfärberei, bisweilen sogar mit naivem Optimismus, der dann schnell wieder in blanke Hoffnungslosigkeit umschlägt.

23. Tag des 4. Monats

Ich hatte Vater eben noch beim Begießen der Auberginenstecklinge gesehen. Plötzlich aber bemerkte ich, daß er mit dem Gesicht der Erde zugewandt am Boden kauerte, und – was mochte er sich dabei nur gedacht haben? – seinen Rücken der prallen Frühlingssonne aussetzte. „Wieso liegt Ihr denn ausgerechnet hier, an einem so widerwärtigen Ort?“, fragte ich, Issa, während ich meinen Arm um ihn legte und ihm aufhalf. Erst später fiel mir ein, dies als böses Vorzeichen zu deuten: daß er hier zu Erde werden könne, wie die, aus der hier der Beifuß sprießt. Ist das ein Unglückstag!

Aber, und das ist eben Issa, inmitten des Unglücks, findet dieser besondere Haiku-Dichter, immer wieder Zeit und Muße, sein persönliches Erleben, seine Hoffnungen und Ängste, seinen Alltag als Pfleger in einem Haiku zum Ausdruck zu bringen. Das ist anrührend und tröstlich, und nicht selten fühlt man sich als Leser*in direkt angesprochen, hier und jetzt in diesen Corona-Zeiten, wo es mehr denn je auf Empathie und Zusammenhalt unter uns Menschen ankommt. Am 11. Tag des 5. Monats dichtet Issa dieses Haiku

Streitet euch nicht,
haltet zueinander,
ihr Zugvögel!

Rostsgänse beim Überflug zwischen Wurmlingen und Unterjesingen

Rostsgänse beim Überflug zwischen Wurmlingen und Unterjesingen. Gibt’s mit Kapelle als Postkarte hier.

Gut möglich, dass Issa hier nur die Zugvögel gemeint hat, die über seine ärmliche Hütte geflogen sind. Genauso gut könnte es aber auch sein, dass er uns Menschen gemeint hat. Ich nehme mir jedenfalls die Freiheit, das in dieses Haiku hineinzulesen. Schließlich sind wir alle Zugvögel auf der Durchreise?

Wie alle Haiku-Bücher aus der Dieterich’schen Verlagsbuchhandlung ist auch dieser Band zurückhaltend und stilvoll gestaltet. Immer wieder lockern Tuschezeichnungen aus Issas Feder die Seiten auf. Die Übersetzung stammt von G. S. Dombrady (1924 – 2006), einem der renommiertesten Japanologen und Haiku-Experten, der bis zu seiner Emeritierung den Lehrstuhl für Japanologie an der Universität zu Köln inne hatte. Ein ausführliches Nachwort und erläuternde Anmerkungen für uns, die wir nicht so intensiv mit der japanischen Kultur vertraut sind, runden dieses gelungene Werk ab.

Was lest ihr gerade? Was hört ihr so? Was tut euch gut in diesen dramatischen Zeiten? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Passt gut auf euch auf!

N.K. | C.K.

Buchinformation

Kobayashi Issa
DIE LETZTEN TAGE MEINES VATERS
aus dem Japanischen mit einer Einführung und Anmerkungen von G. S. Dombrady
Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung, 1985
Gebunden, Leinen, 192 Seiten
ISBN 978-3-87162-003-4
leider nur antiquarisch

Ich hoffe sehr, dass der Verlag sich bald zu einer Neuauflage entscheidet. Und eigentlich wäre auch mal Zeit für eine deutsche Gesamtausgabe von Issa.

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Corona, Kunst, Humor, Solidarität

Das Internet wird in diesen Corona-Zeiten gerade zu geflutet mit aufmunternden Beiträgen und Solidaritätsadressen. Womit das Internet seiner ursprünglichen Idee wieder näher kommt, nämlich eine Plattform zu sein für Software und Information ohne jede Beschränkung des Zugangs und mit freiem Informationsfluss. Ihr ahnt es, das war vor Google, Facebook und den anderen Tech-Giganten.

Hier kommt ein sehenswerter Beitrag von Victoria Emes, der mir auf Twitter in die Timeline gespült wurde.

Macht’s gut, bleibt zuhause, bleibt gesund!

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Hanami am Küchenfenster

Überall werden Kirschblütenfeste abgesagt, sogar in Japan, dem Mutterland des Hanami

Überall werden Kirschblütenfeste abgesagt, sogar in Japan, dem Mutterland des Hanami

Hanami
am Küchenfenster –
komische Zeiten

Ein Haiku für Georges Hartmann, den Issa aus dem Westerwald, der vor ein paar Tagen einen runden Geburtstag gefeiert hat. Wir gratulieren ganz herzlich und wünschen ihm alles Gute!

Hanami
at the kitchen window –
strange times

N.K. | C.K.

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Freitagsfoto: Bärlauch und Hoffnung

Auch der Bärlauch (Allium ursinum) ist früh dran dieses Jahr, wie hier am Schönbuchrand bei Tübingen

Auch der Bärlauch (Allium ursinum) ist früh dran dieses Jahr, wie hier am Schönbuchrand bei Tübingen

Grün,
Bärlauch und Hoffnung
immer wieder

Wild garlic
on its way again –
hope springs eternal

Bei der Übersetzung hat mir der Übersetzer Nick Rosenthal aus Manchester mit der Zeile von Alexander Pope (hope springs eternal) einen klasse Tipp gegeben. Danke nochmals an dieser Stelle!

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Hashtag zum Geburtstag: #hoelderlin2020

Nicht mehr hölderlingelb, sondern deutlich heller, dafür aber frisch renoviert: der Hölderlinturm in Tübingen im Hölderlinjahr 2020

Nicht mehr „hölderlingelb“, sondern deutlich heller, dafür frisch renoviert: Hölderlinturm 2020

Hölderlinturm 2020

Hölderlinbüste am Hölderlinturm, Tübingen am Neckar | Schöne Postkarte Nr. 212

Hölderlinbüste am Hölderlinturm, | Schöne Postkarte Nr. 212

Das Hölderlin-Jahr 2020, in dem wir den 250. Geburtstags des Dichters Friedrich Hölderlin (20. März 1770 – 7. Juni 1843) feiern, nimmt Fahrt auf. Vor knapp zwei Wochen wurde in Tübingen der Hölderlinturm, das Wahrzeichen unserer „kleinen großen Stadt“ (Inge und Walter Jens), nach einer zweijährigen Renovierungsphase wieder eröffnet. Auch der Garten am Hölderlinturm wurde neu angelegt. Der Eintritt ist übrigens frei! Wer mag, hier gibt es die Reportage zur Eröffnung zu sehen.

 

Die Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg des Deutschen Literaturarchivs Marbach hat zur Eröffnung eine neue Dauerausstellung konzipiert. Wir haben sie noch nicht gesehen, aber der Kritiker Alex Rühle von der Süddeutschen Zeitung war sehr angetan, wie man hier nachlesen kann.
Auch da mein Neckar: Stocherkahn am Hölderlinturm, Tübingen am Neckar | Schöne Postkarte Nr. 198 ·

Auch da mein Neckar: Stocherkahn am Hölderlinturm | Schöne Postkarte Nr. 198 ·

#Hoelderlin2020

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach hat unter der Internetadresse Hoelderlin2020.de ein informatives Hölderlin-Portal eingerichtet, rund 650 Veranstaltungen  sind dort aufgeführt.
Einzelne Hölderlin-Städte wie Lauffen, Nürtingen oder Tübingen informieren darüber hinaus auf eigenen Webseiten über ihre Veranstaltungen.
Hölderlinturm in Tübingen am Neckar | Schöne Postkarte Nr. 93 | www.schoenepostkarten.de

Hölderlinturm in Tübingen am Neckar | Schöne Postkarte | Nr. 93

Hölderlin lesen

Natürlich gibt es auch in so einem Jahr neue Bücher zu Hölderlin, darunter ein Buch des Tübinger Autors Kurt Oesterle mit dem Titel „Wir und Hölderlin ? Was der größte Dichter der Deutschen uns 250 Jahre nach seiner Geburt noch zu sagen hat“. Das Buch kam vor wenigen Tagen in die Buchhandlungen. Wir haben es schon gelesen und werden es hier im Reklamekasper noch vorstellen. Vorab können wir sagen, dass es Oesterle gelingt, diesen oft rätselhaften und schwierigen Dichter aus dem Elfenbeinturm rauszuholen und für die Leserinnen und Leser des 21. Jahrhunderts zu erschließen.

Mit Hölderlin grüßen

Wer übrigens mit Hölderlin literarische Grüße versenden will (es muss ja keine Ode sein) der kann dies mit unseren Hölderlin-Postkarten tun, die es in Tübingen und Umgebung in etlichen Buchhandlungen, Geschäften und auch im Hölderlinturm zu kaufen. Alle Motive kann man hier schön groß ansehen.

Hölderlinturm am Neckar in der Morgensonne | Schöne Postkarte Nr. 239

Hölderlinturm am Neckar in der Morgensonne | Schöne Postkarte Nr. 239

Das Schlusswort hat heute der Mann aus dem Turm:

Pros eauton

Lern im Leben die Kunst, im Kunstwerk lerne das Leben,
      Siehst du das eine recht, siehst du das andere auch.

Friedrich Hölderlin

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