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U2P: Ukraine to Power – Krieg und Kälte

Ausgebombte, ausgekühlte Wohnungen sind in der Ukraine an der Tagesordnung

Ausgebombte, ausgekühlte Wohnungen sind in der Ukraine an der Tagesordnung

Vor gut einem Monat hatten wir im leer stehenden Haus meiner verstorbenen Eltern ein Heizungsproblem: das Öl war fast aus, und der Brenner nach über 40 Jahren am Ende. Die Temperatur im Haus betrug nur noch wenige Grad über dem Gefrierpunkt, bei entsprechend hoher Luftfeuchtigkeit. Die Außentemperaturen lagen auch tagsüber unter Null. Das Problem konnte mit technischem Aufwand schnell gelöst werden. Es war ärgerlich und ungemütlich, mehr nicht.

Krieg und Kälte

Wesentlich dramatischer stellt sich die Situation in diesem kalten Winter in der Ukraine dar. Denn der russische Aggressor hat sich zum Ziel gesetzt, die Ukrainerinnen und Ukrainer zu zermürben. Unablässig lässt er zivilie Infrastruktur wie Heizkraft-, Strom- und Wasserwerke, usw. bombardieren. Die Menschen in der Ukraine sollen frieren, sie sollen im Dunkeln sitzen, sie sollen Angst haben, sie sollen reif für eine Kapitulation geschossen werden. Es ist widerwärtig! Aber es wird dem russischen Aggressor nicht gelingen, die Menschen in der Ukraine zu brechen.

Der Wille und die Widerstandskraft der Ukrainerinnen und Ukrainer können nur als heroisch beschrieben werden. Was man leider von der Entschlossenheit der sogenannten Koalition der Willigen (Deutschland gehört auch dazu) nicht behaupten kann. Wann werden endlich wirksame Sanktionen gegen Russland durchgesetzt? Wann wird die Schattenflotte aufs Trockene gelegt? Wann erhält die Ukraine von der NATO und der EU endlich die militärische Unterstützung, die sie braucht? Was ist mit dem Taurus, den der Bundeskanzler so vollmundig versprochen hatte, als er noch nicht Kanzler war?

U2P – Ukraine to Power

Und wie können wir den Menschen in der Ukraine gerade helfen? Der Politikwissenschaftler Carlo Masala hat online auf eine Initiative hingewiesen, mit der wir die Menschen in der Ukraine unterstützen können. U2P – Ukraine to Power ist eine gemeinnnützige Organisation, die Gemeinden in der Ukraine beim Wiederaufbau der Energieinfrastruktur unterstützt. In Deutschland wird U2P von der gemeinnützigen Organisation WeAid vertreten. Aktuell läuft dort der Nothilfe-Aufruf Winter 2026. Für 80 Euro stellt U2P Wärme- und Überlebenspakete zusammen und bringt diese dorthin, wo sie in der Ukraine gebraucht werden. Hier die Beschreibung:

„Derzeit erleben viele Menschen in Kyjiw und anderen Städten eine extreme humanitäre Situation. Tausende Haushalte haben keinen Strom, keine Heizung und oft kein Wasser. Die Temperaturen in den Wohnungen liegen teilweise nur bei neun bis zwölf Grad. Draußen herrscht starke Kälte.

Ukraine2Power reagiert auf diese akute Lage mit schneller, pragmatischer Nothilfe für Wohnhäuser, in denen Menschen besonders gefährdet sind. Wir stellen Wärme- und Überlebenssets für Wohnungen bereit. Diese bestehen aus einem Camping-Gaskocher für warme Getränke, einer elektrischen Heizdecke, Powerbanks, chemischen Handwärmern und einer großen Thermoskanne.

Ein Set kostet rund 80 Euro und kann einer Wohnung helfen, diese kritische Phase zu überstehen.“ (Quelle: https://www.we-aid.org/de/project-details/50/)

Wer die Menschen in der Ukraine mit einem Nothilfepaket unterstützen möchte, kann hier spenden. Die Abwicklung erfolgt durch die Zahlungsplattform Stripe, Zuwendungen per Kreditkarte, Sepa-Lastschrift und andere gängige Zahlungsdienstleister sind möglich. Es ist unkompliziert. Man kann aber auch seine Spende ganz normal überweisen:

Begünstigter: WE AID gGmbH
IBAN (Spendenkonto): DE 52 3702 0500 0001 8388 01
BIC: BFSWDEXXX
Verwendungszweck: Ukraine2Power
Name der Bank: SozialBank
Bankadresse: SozialBank AG, Konrad-Adenauer-Ufer 85, 50668 Köln

„Kein Strom, keine Wärme, kein Wasser. Was für meine Familie, Freunde und Kolleg:innen in Deutschland unvorstellbar ist – für die Menschen in der Ukraine eine neue Realität. Russlands Krieg ist besonders brutal, weil er vor allem die Schwächsten trifft.“ (Vassili Golod, Studioleiter & Korrespondent ARD Kyjiw auf BlueSky, 28.1.2026)

NK | CK
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Kaltes Krematorium | József Debreczeni

Albtraumhafte Welt der Vernichtungslager. Foto: KZ Natzweiler-Struthof

Albtraumhafte Welt der Vernichtungslager. Foto: KZ Natzweiler-Struthof

Der lange Zug bestand aus niedrigen Güterwagen der Deutschen Reichsbahn. Als er bremste, raunten die benommenen, apathischen Menschen einander zu: »Wir halten an«.

Das Land namens Auschwitz

So beginnt einer der beeindruckendsten und erschütterndsten Berichte eines Überlebenden des Holocaust. „Kaltes Krematorium. Bericht aus dem Land namens Auschwitz“ heißt das Buch, dessen 250 Seiten nach der Lektüre noch lange nachhallen. József Debreczeni (1905 – 1978) war ein ungarischer Journalist und Schriftsteller, stammte aus einer jüdischen Familie und lebte die meiste Zeit seines Lebens in Jugoslawien. Als Jude wurde Debreczeni Ende April 1944 nach Auschwitz deportiert. Bis zu seiner Befreiung musste er das Grauen des Holocaust in verschiedenen Lagern erleiden. Das letzte dieser Lager war das »Kalte Krematorium«, wie man die Krankenbaracke des Zwangsarbeiterlagers Dörnhau in der Nähe von Auschwitz nannte.

Besonders das Putzen wäre wichtig. Der Jauchebach zwischen den Pritschen steht bereits in Kniehöhe. Die ohnehin primitiven Sicherheitsmaßnahmen gegen das Fleckfieber werden nicht mehr eingehalten.

Das Buch ist 1950 erstmals erschienen und wurde 70 Jahre nach seiner Wiederentdeckung erstmals ins Deutsche übersetzt. Eine Sensation! Die Times nannte »Kaltes Krematorium« einen literarischen Diamanten, scharfkantig und kristallklar. Das trifft es sehr gut. Debreczeni war von Beruf Journalist, das spürt man von der ersten Seite dieses Buches an. Seinem genauen Blick entgeht auch in größter Gefahr nichts, sein Erinnerungsvermögen ist bestechend. Mit gnadenloser Präzision konfrontiert er uns Seite um Seite mit dem unmenschlichen, schon beim Lesen kaum aushaltbaren Innenleben dieses Landes namens Auschwitz. Dabei setzt Debreczeni auch auf das Stilmittel der Ironie und schreckt bisweilen vor beißendem Spott nicht zurück.

Humanisten und Schwerverbrecher

Es gibt viele bewegende Berichte von Holocaust-Überlebenden, darunter Weltliteratur von Überlebenden wie Ruth Klüger, Primo Levi, Elie Wiesel oder Imre Kertész. »Kaltes Krematorium« ist dabei einzigartig in seinem ganz besonderen journalistischen Stil. Debreczeni beschreibt die organisatorischen Verästelungen des Systems Konzentrationslager, das die Deutschen mit deutscher Gründlichkeit aufgebaut haben, bis ins Detail.

Die Adelszweige der Ärzte und Pfleger sind nur zwei des unendlich wuchernden Hierarchiegeflechts. Ein dritter, dicht belaubter Zweig, ist der der Ältesten, Leichenkapos, Revierkapos, Wirtschaftskapos, und Schreiber, angeführt von dem Lagerältesten mit dem seltsamen Namen Muky Grosz.

Seine Beschreibungen sind nüchtern und präzise. Wir lesen unter anderem erschütternde Schilderungen der hygienischen Bedingungen in den Krankenlagern, wo sich die Kranken zwischen den Sterbenden fast stapeln und auf den Böden undefinierbare Flüssigkeiten stehen. Dass dieses System von Menschen geplant und erschaffen wurde, ist bis heute kaum zu fassen. Und auch Debreczeni wundert sich über die Deutschen:

Ein seltsames Volk, das der Welt nicht nur Robert Koch, sondern auch Ilse Koch geschenkt hat, die Hexe von Buchenwald, die perverseste Massenmörderin aller Zeiten, nicht nur Keppler, sondern auch Himmler. Die Besessenen der Erkenntnins und die Totengräber der Zivilisation. Abwechselnd Humanisten und Schwerverbrecher. Napoleons Soldaten trugen den Marschallstab in der Tasche, Hitlers Kleinbürger tragen das Kastriermesser bei sich.

»Kaltes Krematorium« ist ein anstrengendes Buch, eine Zumutung für seine Leserinnen und Leser, wie könnte es anders sein. Eine Zumutung, der wir uns stellen müssen, grade jetzt mit den aktuellen politischen Entwicklungen. Dies betont auch die Publizistin und Philosophin Carolin Emcke in ihrem klugen Nachwort:

»Kaltes Krematorium« und die Erfahrung von Auschwitz bleibt einzigartig. Sie muss verstehen und begreifen, wer in der Gegenwart sich orientieren will. Das ist nicht leicht. Das ist unerträglich und muss ertragen werden.

Es wäre wünschenswert, dass dieses Buch zumindest in Auszügen und in Begleitung kluger Lehrerinnen und Lehrer auch an Schulen gelesen wird.

NK | CK

PS: Am 27. Januar ist Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

Buchinformation

József Debreczeni
Kaltes Krematorium. Bericht aus dem Land namens Auschwitz
Übertragung aus dem Ungarischen von Timea Tankó
Nachwort von Carolin Emcke
S. Fischer Verlag, 2024

Interview mit Carolin Emcke im Deutschlandfunk

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Zwischen Zwei und Drei – Schlafstörungen

Ob der Mond etwas mit unseren Schlafstörungen zu tun hat?

Ob der Mond etwas mit unseren Schlafstörungen zu tun hat?

ZWISCHEN ZWEI UND DREI

Oftmals erwache ich
in der Nacht, geweckt
von umfassender Stille. Wo
bin ich, fragt mein anderes Ich
und vernimmt keinen Laut. Das Zimmer
dämmert im Widerschein
eines verhüllten Mondes. Wozu
bin ich hier? Nur Schweigen
meldet sich, aber das
ist auch eine Antwort,
und eine sonderbar endgültige
dazu.

Günter Kunert

Zwischen 20 und 35 Prozent der Bevölkerung haben mit chronischen Schlafstörungen zu kämpfen. Im Alter sind es sogar mehr als 50 Prozent der Menschen, die an Schlafstörungen leiden – mal mehr, mal weniger ausgeprägt. Das haben Wissenschaftler*innen des Forschungszentrum Jülich in einer Metastudie rausgefunden. Welche Folgen das hat, und wo im Gehirn die unterschiedlichen Formen von Schlafstörungen angesiedelt sind, kann man hier nachlesen.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts konnten in einer Untersuchung aus dem Jahr 2014 übrigens keinen Einfluss des Erdtrabanten auf unseren Schlaf nachweisen.

Was hilft euch bei Schlafproblemen?

NK | CK

Buchinformation

Günter Kunert
Zu Gast im Labyrinth
Hanser Verlag, München
Fester Einband, 112 Seiten
ISBN 978-3-446-26463-2

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Winterpause

Dank ihres Winterfells und der Thermoregulation vertragen Pferde Kälte bis – 15°C meist ohne Probleme

Dank Winterfell und Thermoregulation vertragen Pferde Kälte bis – 15°C meist ohne Probleme

Im Hippodrom
nur leises Schnauben –
Winterpause

Das neue Jahr ist grade mal ein paar Tage alt, und schon möchte man in einen tiefen Winterschlaf verfallen, bis die Welt wieder ordentlicher ist, und der autokratische Alptraum im Weißen Haus ein Ende hat. Nun können Menschen leider nicht in einen Winterschlaf verfallen. Was tun also?

Was hilft euch in diesen irren Zeiten, um nicht irre zu werden? Wie stabilisiert ihr euren emotionelen Haushalt. Welche Bücher, Musik, Kunstwerke spenden euch Trost?

NK | CK

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Neujahrsmorgen

Die Natur zeigte sich am Neujahrsmorgen in frostiger Schönheit

Die Natur zeigte sich am Neujahrsmorgen in frostiger Schönheit

Neujahrsmorgen
die Heizung streikt –
auch ein erstes Mal

Das „erste Mal“ (O-shogatsu) hat in Japan zu Beginn des neuen Jahres eine große Bedeutung. Wichtige erste Male sind zum Beispiel:

  • der erste Besuch eines Shinto-Schreins oder buddhistischen Tempels
  • der erste Sonnenaufgang des Jahres, der Glück bringen soll
  • das erste Lachen des Jahres, um Glück anzuziehen
  • der erste Beischlaf des Jahres

In diesem Sinn wünschen wir allen Leserinnen und Lesern ein gutes, gesundes neues Jahr mit vielen schönen ersten Malen. Es dürfen übrigens auch die ersten Kässpätzle des Jahres sein, die man besonders würdigt – oder halt die erste Heizungsstörung an einem frostigen Neujahrsmorgen.

NK | CK

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Die Hirtenstrophe – Peter Huchel

Am 21. Dezember 2025 werden die Tage wieder länger. Wenigstens ein Lichtblick!

Am 21. Dezember 2025 werden die Tage wieder länger. Ein Lichtblick!

Die Hirtenstrophe

Wir gingen nachts gen Bethlehem
und suchten übers Feld
den schiefen Stall aus Stroh und Lehm,
von Hunden fern umbellt.

Und drängten auf die morsche Schwell
und sahen an das Kind.
Der Schnee trieb durch die Luke hell
und draußen Eis und Wind.

Ein Ochs nur blies die Krippe warm,
der nah der Mutter stand.
Wie war ihr Kleid, ihr Kopftuch arm,
wie mager ihre Hand.

Ein Esel hielt sein Maul ins Heu,
fraß Dorn und Diestel sacht.
Er rupfte weich die Krippenstreu,
o bitterkalte Nacht.

Wir hatten nichts als unsern Stock,
kein Schaf, kein eigen Land,
geflickt und fasrig war der Rock,
nachts keine warme Wand.

Wir standen scheu und stummen Munds:
Die Hirten, Kind, sind hier.
Und beteten und wünschten uns
Gerät und Pflug und Stier.

Und standen lang und schluckten Zorn,
weil uns das Kind nicht sah.
Griff nicht das Kind dem Ochs ans Horn
und lag dem Esel nah?

Es brannte ab der Span aus Kien.
Das Kind schrie und schlief ein.
Wir rührten uns, feldein zu ziehn.
wie waren wir allein!

Daß diese Welt nun besser wird, so sprach der
Mann der Frau,
für Zimmermann und Knecht und Hirt,
das wisse er genau.

Ungläubig hörten wir’s – doch gern.
Viel Jammer trug die Welt.
Es schneite stark. Und ohne Stern
ging es durch Busch und Feld.

Gras, Vogel, Lamm und Netz und Hecht,
Gott gab es uns zu Lehn.
Die Erde aufgeteilt gerecht,
wir hättens gern gesehn.

Peter Huchel (1948)

Mit diesem Gedicht von Peter Huchel (* 3. April 1903 in Groß-Lichterfelde bei Berlin; † 30. April 1981 in Staufen im Breisgau) verabschieden wir uns in eine kurze Winterpause. Huchel hat diese Zeilen wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geschrieben. Es war eine Zeit der Unsicherheit, der Not, des Hungers, der Kälte, der Armut, und Hoffnung gab es auch nicht viel, wie man aus diesem Gedicht unschwer rauslesen kann. Weihnachtsmärkte, wenn es sie denn überhaupt gab, schwammen damals noch nicht in Glühwein, und kein Politiker wäre wohl auf die Idee gekommen, sich ständig beim Vertilgen von Rostbratwürsten und Leberkäse fotografieren zu lassen.

Wir wünschen euch / Ihnen Frohe Weihnachten, entspannte Feiertage sowie Zeit und Muße für die Dinge, die das ganze Jahr über zu kurz kommen. Für das neue Jahr wünschen wir euch / Ihnen alles Gute, Gesundheit und Zufriedenheit.

Danke für euer / Ihr Interesse an unserem Reklamekasper!

Bis bald.

NK | CK

Buchinformation

Peter Huchel
Die Gedichte
Suhrkamp Taschenbuch, 1997
ISBN 3518391658
nur noch antiquarisch erhältlich

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Bistro am Meer

Leuchtet verheissungsvoll: Bar à Vin Les Affiches in Trouville-sur-Mer, Foto: Corinna Kern

Leuchtet verheißungsvoll: Bar à Vin Les Affiches in Trouville-sur-Mer, Foto: Corinna Kern

Es dunkelt früh!
Das Bistro am Meer leuchtet –
schön wie die Sterne

Kranō

Es dunkelt früh!
Schon leuchten die Sterne
über dem Ödland…

Yosa Buson (1716 – 1783)
Übertragung aus dem Japanischen von G.S. Dombrady

NK | CK

PS: Noch mehr Fotos und Haiku zum Thema Meer gibt’s in Corinnas Fotoprojekt „Und immer wieder das Meer“. 24 Fenster, 2 x 24 Fotos, dazu Haiku, Gedichte, Aphorismen

„Und immer wieder das Meer“ 2 x 24 Fotos mit Haiku, Gedichten, Zitaten | © www.schoenepostkarten.de

„Und immer wieder das Meer“ 2 x 24 Fotos mit Haiku, Gedichten, Zitaten © www.schoenepostkarten.de

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Palliativpflege für Verbrenner

Boxautos oder Autoscooter waren schon immer elektrisch

Boxautos, auch Autoscooter genannt, waren schon immer elektrisch: ziemlich effizient!

Was ist ein hocheffizienter Verbrenner?

Wie ahnungslos manche Politiker derzeit in Sachen Verbrennermotor daherschwafeln, konnte man in den letzten Tagen wieder beobachten. Da hat der Bundeskanzler mal die Worte „hocheffiziente Verbrenner“ fallen lassen, aber selbst sein eloquenter Pressesprecher Stefan Kornelius konnte in der Bundespressekonferenz keine Antwort auf die Frage geben, was denn nun ein hocheffizienter Verbrenner sei. Seine Antwort: „Ein Verbrenner ist hocheffizient, wenn er hocheffizient ist.“ Es war eine absurde, wenn nicht zynische Vorstellung!

Der hocheffiziente Verbrenner ist ein Märchen, das uns die Autoindustrie seit vielen Jahren erzählt. Und zwar wider besseres Wissen, da wir davon ausgehen können, dass bestens ausgebildete Ingenieurinnen und Ingenieure in Zuffenhausen, Feuerbach, Wolfsburg oder München genau wissen, wo die physikalischen Grenzen für die Effizienz eines Verbrennermotors sind.

Physik, Ökonomie, Verdrängung und das Carnot-Limit

Im Zuge der Hysterie zum Aus vom Verbrenneraus hat der international anerkannte Wissenschaftler und Klimaforscher Prof. Dr. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung auf einen hervorragenden Text hingewiesen. Darin wird verständlich erklärt, warum das Märchen vom hocheffizienten Verbrenner nichts mit der Realität zu tun hat. Die Physik gibt es schlicht nicht her.

»Es ist Zeit, drei Dinge zusammenzubringen, die in der politischen Debatte meist getrennt werden: die Physik, die Ökonomie und die Soziologie der Verdrängung.«

So schreibt der Autor und rechnet exakt vor, warum ein E-Auto um so vieles effizienter ist als ein Auto mit Verbrennermotor. Das hat mit Physik tun, mit dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik und mit der Carnot-Formel für den Wirkungsgrad. Hier geht’s zu diesem wirklich lesenswerten Text.

Der deutsche Bundeskanzler wirkt nach der Lektüre dieses Textes wie der Palliativpfleger der deutschen Automobilindustrie, die in Sachen E-Auto sträflich den Markt verschlafen und damit China zur Poleposition verholfen hat.

NK | CK

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Wie fühlst du dich?

»Wie fühlst du dich?« Das fragt sich so leicht. Axel Hacke will’s genau wissen.

»Wie fühlst du dich?« Im Alltag oft so dahin gefragt, geht Axel Hacke der Frage auf den Grund, Foto: Trouville Plage

Angst

»Angstzustände sind weltweit die häufigste psychische Erkrankung. Schätzungen zufolge leiden 4 bis 5 Prozent der Weltbevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt an einer Angststörung. Langzeitstudien in den Vereinigten Staaten legen nahe, dass etwa ein Drittel der Menschen irgendwann in ihrem Leben eine Angststörung entwickelt.«

Das berichtet die informative Seite »Our World in Data« der Universität Oxford. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass knapp 360 Millionen Menschen zu einem bestimmen Zeitpunkt an Angststörungen leiden; in Deutschland sind es übrigens 6,7 Millionen. (Quelle: Our World in Data)

Angst kennen wir alle. Der eine ausgeprägter, die andere versteckter. Manche Angst verfolgt uns ein Leben lang, andere Ängste entstehen neu, besonders in einer Welt, die sich rasend schnell verändert, dass man kaum mehr hinterherkommt. Die Frage ist, wie gehen wir mit unsereren Ängsten um? Warum lassen wir es zu, dass Tech-Milliardäre mit ihren Sozialen Plattformen ein Riesengeschäft mit ihnen machen? Und warum fallen so viele Menschen auf rechtsextreme Populisten rein, die unsere Ängste schüren und so gekonnt wie perfide mit unseren Gefühlen spielen?

„Wie fühlst du dich? Über unser Innenleben in Zeiten wie diesen“

»Mein Leben lang habe ich Angst gehabt, mal viel, mal weniger. Vielleicht gibt es kein Gefühl, das ich in so vielen Formen, Schattierungen, Ausprägungen und Tiefen kennengelernt habe.«

Das schreibt der Autor und Kolumnist Axel Hacke in seinem neuesten Buch »Wie fühlst du dich?«, in dem er sich intensiv mit der Angst und anderen Gefühlen und Bedürfnissen auseinandersetzt. Der Autor, den manche vielleicht nur als Verfasser humoriger, heiterer Texte kennen, hat sich tief in ein ernstes Thema eingegraben, viel recherchiert und gelesen. Man spürt das auf jeder Seite. Wir finden: Hacke hat ein wichtiges und sehr ehrliches Buch geschrieben, dessen Lektüre Orientierung zu bringen vermag und auch ein wenig Trost, den man spürt immer wieder: ich bin mit meinen Gefühlen nicht allein. Und deshalb lesen wir ja.

Warum ist es so wichtig, uns mit unseren Gefühlen und denen unserer Mitmenschen auseinanderzusetzen?, fragt sich der Autor und meint:

»Wenn sie eine solche Rolle in Ökonomie und Politik spielen, können wir nur freie Menschen sein, wenn wir in der Lage sind, unsere Gefühle zu reflektieren.«

Denn können wir das nicht, so Hacke, laufen wir Gefahr, dass unsere Gefühle manipuliert, instrumentalisiert und gnadenlos wirtschaftlich ausgebeutet werden: von Social-Media-Unternehmern aus dem Silicon Valley und von rechtsextremen Parteien. Weder den Tech-Milliardären noch den rechten Populisten geht es dabei um unser Wohl oder um den Zustand unseres Planeten. Diesen Leuten geht es ausschließlich um ihre ganz eigene Agenda, um Macht und um Geld.

Hacke beschäftigt sich in diesem Buch mit wichtigen Fragen, die uns als Einzelne und als Gesellschaft beschäftigen müssen.

»Wie gehen wir mit der Angst um, die uns alle in Atem hält? Was ist mit der Verbundenheit mit anderen Menschen, nach der wir alle suchen? Was ist mit unserem Gefühl der Hilflosigkeit angesichts der Stürme, die auf uns zurollen? Sollten wir wieder lernen, zu staunen und uns zu wundern? Was tue ich mit meiner Wut? Darf ich hassen, auf Rache sinnen, andere verachten? Was ist mit der guten alten Lebensfreude?«

Ermutigung zum Nachdenken

axel hacke, wie fühlst du dich?Angst, Freude, Müdigkeit, Überforderung, Sorgen-Karussel, Einsamkeit, Verbundenheit, Sinn, Wut, Ohnmacht, Hass, Tod, Verzweiflung, Hoffnung, Freundlichkeit, Dankbarkeit. Entlang dieser Stationen nimmt Hacke uns mit auf eine 250seitige Reise. Eine Reise, bei der wir sehr viel über unsere Gefühle, deren Entstehen und deren Erkennen, lernen. Hacke gelingt es, Zeitanalysen, theoretisches Wissen und Persönliches gekonnt miteinander zu verbinden. Dabei ist »Wie fühlst du dich?« weniger eine Warnschrift als eine kluge Ermutigung zum Nachdenken und zum Handeln.

»Besser ist: sich zu überlegen, wie und wer man sein will. Und dann entsprechend zu handeln, beharrlich, gelassen, zielstrebig. Ich glaube, dass Freundlichkeit die Welt verändern kann, an jedem Tag und in jeder Minute.«

Ungeachtet aller schlechten Nachrichten, die wir uns dank Smartphone und Social Media 24 Stunden am Tag theoretisch reinziehen können, glaubt Axel Hacke an die Kraft der Hoffnung und an die Möglichkeit einer besseren Zukunft. Allerdings müsse man dann auch von dieser besseren Zukunft erzählen:

»Man muss von einer Zukunft berichten, in der wir nicht wehrlos Öl- und Gaslieferanten ausgeliefert sind, sondern Energie auf klimaverträglichem Weg zu erzeugen in der Lage sind, in der es uns gelingt, die Maßlosigkeit Superreicher zu begrenzen, die Kommunikationssysteme, mit denen man uns beherrschen will, zu unseren zu machen und die sozialen Medien wirklich sozial zu gestalten.«

Die Fähigkeit, von einer besseren Zukunft zu erzählen, sehen wir im Moment bei den Regierungsverantwortlichen dieser Welt leider kaum. Statt dessen werden wir meist mit Allgemeinplätzen zugesülzt, oder aber Politiker lamentieren, die Laune im Land wäre schlecht(geredet). Tja, man kann halt gute Laune oder ein Zusammengehörigkeitsgefühl nicht einfach durch einen Politikermachtwort verordnen.

»Die Politiker heutzutage lesen viel zu wenig«

Das hat die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller in einem Interview mit dem Deutschlandfunk gesagt. Es wäre zu schön, wenn dieses kluge Buch vielen Politikerinnen und Politikern unter den Weihnachtsbaum gelegt würde.

Aber vielleicht geht es Axel Hacke auch mehr darum, dass jeder einzelne, nach dieser Fähigkeit in sich sucht…

Wir wünschen eine lesensreiche Adventszeit!

NK | CK

Buchinformation

Axel Hacke
Wie fühlst du dich? Über unser Innenleben in Zeiten wie diesen
Gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen
DuMont Buchverlag, 2025
ISBN: 978-3-8321-6810-0

Axel Hacke schreibt auch einen interessanten Newsletter, den man auf seiner Homepage abonnieren kann.

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Vom Überwintern – Tübingen im Schnee

Ein gutes Buch, eine warme Decke, ein schöner Leseplatz: der Winter kann kommen

Ein gutes Buch, eine warme Decke, ein schöner Leseplatz: der Winter kann kommen

Überwintert
habe ich
mit Lesen

Tübingen im Schnee zu fotografieren, wird vermutlich immer schwieriger

Tübingen im Schnee zu fotografieren, wird vermutlich immer schwieriger

Tübingen im Schnee

Das Haiku von Kō und die beiden Fotos sind Teil des Fotoprojekts von Corinna: »Tübingen im Schnee«. Funktioniert wunderbar als Adventskalender mit 24 Fensterchen; 2 mal 24 Fotos, dazu Aphorismen und Zitate zur Literarur und zum Lesen, Format: DIN A3. Handgefertigt und in kleiner Stückzahl produziert.

CK | NK

„Tübingen im Schnee“ | 2 x 24 Fotos mit Zitaten und Aphorismen | © www.schoenepostkarten.de

„Tübingen im Schnee“ | 2 x 24 Fotos mit Zitaten und Aphorismen | © www.schoenepostkarten.de

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