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Freitagsfoto: Frühling mit Issa

Sogar mein Schatten
Ist munter und kerngesund
Am Frühlingsmorgen!

Kobayashi Issa (1763 – 1828) war ein japanischer Haiku-Dichter. Issa zählt neben Bashō, Buson und Shiki zu den wichigsten japanischen Haiku-Dichtern. Der von ihm gewählte Dichtername Issa ist Ausdruck seiner Bescheidenheit und Einfachheit, er bedeutet so viel wie: ein Tee oder ein Schluck Tee. (Quelle: Wikipedia)

Wen das Haiku anspricht, dem sei dieses kleine Buch empfohlen: Haiku: Japanische Gedichte, dtv, 168 Seiten, ISBN 978-3-423-12478-2. Da findet man 150 schöne klassische Haiku und einen lesenswerten Aufsatz zu dieser besonderen und weltweit sehr populären Art der Dichtung. Die Natur und das Erleben der Natur zu den verschiedenen Jahreszeiten sind zentrale Themen des Haiku. Die Deutsche Haiku-Gesellschaft schreibt zum Aufbau des Haiku:

„Japanische Haiku bestehen meist aus drei Wortgruppen von 5 – 7 – 5 Lauteinheiten (Moren), wobei die Wörter einfach in einer Spalte aneinander gereiht werden. Im Deutschen werden Haiku in der Regel dreizeilig geschrieben. Japanische Lauteinheiten sind alle gleich lang und tragen weniger Information als Silben in europäischen Sprachen. 17 japanische Lauteinheiten entsprechen etwa dem Informationsgehalt von 10 – 14 deutschen Silben. Deshalb hat es sich mittlerweile unter vielen Haiku-Schreibern europäischer Sprachen eingebürgert, ohne Verlust des inhaltlichen Gedankengangs oder des gezeigten Bildes mit weniger als 17 Silben auszukommen.“
(Quelle: Deutsche Haiku-Gesellschaft e.V.)

Damit steht Ihrem/Eurem ersten Haiku nichts mehr entgegen. Also: raus in Wald oder Garten, Blatt Papier und Stift mitnehmen und los geht’s!

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Und, was blüht da?

Wer sagt mir, welche Pflanze hier gerade blüht? Der erste Kommentar hier im Blog bekommt ein stilvolles Kraas & Lachmann-Postkarten-Set. Wer’s nicht rauskriegt, fragt am Wochenende beim Frühlingsfest in der Tübinger Staudengärtnerei Erika Jantzen und ihren kundigen, hilfsbereiten Staudenmädchen. Ich bin gespannt!

Die Kraas & Lachmann-Postkarte Nr. 2. © 2016 Kraas & Lachmann.

Die Kraas & Lachmann-Postkarte Nr. 2. © 2016 Kraas & Lachmann.

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Freitagsfoto: Die Verveine friert und George Orwell macht Tee

Hat's gerne viel wärmer, die Zitronenverbene.

Hat’s gerne viel wärmer, die Zitronenverbene.

Knapp 5 Grad unter Null hat’s letzte Nacht gehabt. Die Blüten im Garten haben ziemlich gelitten oder sind gleich komplett erfroren. Der April macht was er will und benimmt sich daneben. Die Zitronenverbene (Aloysia citrodora) mag dieses saukalte Aprilwetter gar nicht. Kein Wunder, ist sie doch eigentlich in Mittel- und Südamerika zu Hause und gehört zur Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae).

Im Kräuterbuch von Marie-Luise Kreuter (Kräuter und Gewürze aus dem eigenen Garten. BLV Buchverlag, München, 2009. ISBN 978-3-8354-0324-6) lesen wir, dass sie auch bei uns zwei bis drei Meter hoch werden kann. Haben wir noch nie geschafft. Aber auch ein kleiner Strauch trägt an einem sonnigen Standort den ganzen Sommer über schöne Blätter, die einen feinen zitronigen Tee ergeben. Une tisane nennen das unsere französischen Nachbarn und trinken ihre Verveine gerne nach einem guten Essen – statt oder nach dem Digestif.

Natürlich kann man Verveine-Tee auch fertig kaufen: in Tübingen zum Beispiel seit Ende der achtziger Jahre in Hinrichs Teehus in der Froschgasse. In dieser Teeinstitution gibt’s übrigens auch richtig gute Earl-Greys für den stilvollen Five O’Clock Tea. Wie man den am besten zubereitet? Das sagt uns kein geringerer Teeexperte als George Orwell. Hier seine Originalstimme in einem gut gemachten Film. Enjoy!

The Perfect Cup of Tea by George Orwell from Luís Sá on Vimeo.

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Freitagsfoto: A little Madness in the Spring

A little Madness in the Spring
Is wholesome even for the King,
But God be with the Clown —
Who ponders this tremendous scene —
This whole Experiment of Green —
As if it were his own!

Emily Dickinson (1830 – 1886). Public domain.

Ein bißchen Frühlingstollheit
tut sogar dem König gut,
Doch sei mit mit dem Clown –
Der die enormen Szenerien –
Den ganzen Großversuch in Grün –
Ansieht als wärn sie sein!

(aus Emily Dickinson: Dichtungen. Übertragen von Werner von Koppenfels. Mainz 2001, Seite 33, Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Dietrich’schen Verlagsbuchhandlung.)

Das kluge Gedicht der amerikanischen Dichterin Emily Dickinson findet man unter anderem hier: Emily Dickinson, Dichtungen, 2. erweiterte Neuausgabe 2001, Dietrich’sche Verlagsbuchhandlung, Mainz, ISBN 3-87162-037-8. Die Übertragungen in dem Band sind von Werner von Koppenfels. Wer das Gedicht hören möchte, kann das hier tun. Garrison Keillor hat eine tolle Stimme.

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein schönes, erholsames Osterwochenende – with a little Madness. Warum nicht!

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Freitagsfoto: Rosmarinus officinalis

Rosmarinus officinalis: Tau des Meeres

Rosmarinus officinalis: Tau des Meeres

Ros marinus, der Tau des Meeres
Rosmarin, dieser nach Urlaub im Süden duftende Halbstrauch stammt von den Küstenregionen rund um das Mittelmeer und wird dort an sonnigen, felsigen Standorten bis zu 2 Meter hoch. Sein Name soll aus dem Lateinischen kommen: ros bedeutet Tau und marinus des Meeres. Ich werde jedesmal neidisch, wenn ich im Languedoc oder in der Provence diese beeindruckenden Büsche schon von Weitem rieche. Meine Frau und ich sind ja schon froh, wenn wir unseren Rosmarin im Topf heil durch den Winter bekommen – im Haus natürlich. Es ist ihm nämlich in der Regel zu kalt hier im Schwäbischen Winter. Das sollte uns aber nicht davon abhalten, dieses schöne Kraut, das Juden, Ägyptern, Griechen und Römern im Altertum als heilig galt, im Garten oder auf dem Balkon zu ziehen. Rosmarin passt nämlich vorzüglich zu vielen Gerichten Südfrankreichs oder Italiens. Und ja, man kann ihn auch trinken!

Champagner mit Rosmarin
Der Koch, Autor und frühere FAZ-Kolumnist Klaus Trebes aus Frankfurt (1947-2011) hat ein lehrreiches kleines Buch mit dem schönen Titel „Wo der Pfeffer wächst“ geschrieben, das 2003 als Taschenbuch im Insel Verlag erschienen und heute nur noch antiquarisch erhältlich ist. Trebes stellt in diesem Buch die für ihn wichtigsten Kräuter und Gewürze vor, schreibt über ihre Geschichte und verrät zu zu jedem Kraut und jedem Gewürz ein paar Rezepte. Champagner mit Rosmarin klingt doch interessant:

„In ein Longdrinkglas Eiswürfel geben. 1 kleinen, frischen Rosmarinzweig leicht andrücken, dazulegen und mit eiskaltem Champagner auffüllen. Nicht nur der Champagner, auch Rosmarin wirkt ungeheuer anregend.“ (Klaus Trebes: Wo der Pfeffer wächst, Insel Taschenbuch Nr. 2705, Insel Verlag, 2003, ISBN: 3458344055)

Ich bin sicher, das geht auch mit einem guten Crémant aus dem Elsass oder von der Loire oder mit einem feinen Winzersekt aus Deutschland. Probieren Sie’s aus.

Kräutertag in der Tübinger Staudengärtnerei
Welche schmackhaften und wohltuenden Kräuter es sonst noch so gibt, und was man mit ihnen alles anstellen kann, das erklären uns die freundlichen Staudenmädchen der Tübinger Staudengärnterei von Erika Jantzen. Morgen ist dort nämlich Kräutertag von 10 bis 17 Uhr. Um 14.30 Uhr gibt’s einen Vortrag zum Thema „Frische Kräuter für Küche und Hausapotheke“, und das sympathische Gartencafé ist auch geöffnet. Alle Infos dazu hier.

Manche sagen, einem Ort, an dem kein Unkraut wächst, können man nicht trauen.

Manche sagen, einem Ort, an dem kein Unkraut wächst, könne man nicht trauen.

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