via Perlentaucher · via BBC
Wir sollten definitiv über eine Krähenquote in Führungs- und sonstigen Positionen nachdenken.
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via Perlentaucher · via BBC
Wir sollten definitiv über eine Krähenquote in Führungs- und sonstigen Positionen nachdenken.
Es gibt Menschen, die bei Urlaub im Süden als erstes an farbenfrohe, pittoreske Märkte denken, die gerne die Cover der Reisemagazine zieren. Es gibt aber auch Menschen, die in südlichen Gefilden am liebsten auf Schrottplätzen rumstöbern, die es eher weniger auf irgendwelche Titelseiten schaffen.
Der Entringer Künstler Karl Poralla ist so einer, der sich auch von vierbeinigen, struppigen Schrottplatz-Wächtern nicht abhalten lässt, zwischen rostigen Ölfässern und alten Autos nach wertvollem Rohmaterial für seine Eisenskulpturen zu suchen. Zu Hause im Ammertal lagern die Fundstücke in der Werkstatt des emeritierten Mikrobiologie-Professors, bis eine passende Konzeption für eine neue Eisenskulptur herangereift ist. Dann wird das Rohmaterial, zum Beispiel angerostete Kuhmäuler (Schäkel), ausgewählt, vorbereitet, gereinigt, immer wieder kombiniert und schließlich geschweißt.
Über 40 Jahre dauert die Eisenzeit in Entringen nun schon an, und immer wieder entstanden und entstehen neue, eigentümlich-schöne Skulpturen aus Eisen, die den Betrachter zum Nachdenken anregen. Einige dieser Eisenskulpturen und noch andere Kunstwerke von Karl Poralla stehen in seinem Garten und können dort nach vorheriger Terminabsprache gerne besichtigt werden. Es lohnt sich!
Worte aus Eisen
im südlichen Morgenlicht –
wer sie verstünde.
Haiku, Karl Poralla gewidmet
Außer Hans-Werner Sinn und der klugen Witwe Schlotterbeck mit ihrer Kristallkugel weiß ja wohl kein Mensch, was das neue Jahr bringen wird. Ungeachtet aller Prognosen, mit denen wir zum Jahreswechsel überschüttet werden. Sei’s drum!
Ich danke allen, die hier ab und an neugierig reinschauen, für ihr Interesse und wünsche zum Neuen Jahr stets gute Nerven, eine robuste Gesundheit, viel Muße, reichlich Gelassenheit und ganz, ganz wichtig: dann und wann einen weißen Elefanten.
Danke, lieber Andreas für diesen inspirierenden ersten weißen Elefanten 2014!
Das Karussell
Jardin du Luxembourg
Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
sich eine kleine Weile der Bestand
von bunten Pferden, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht.
Zwar manche sind an Wagen angespannt,
doch alle haben Mut in ihren Mienen;
ein böser roter Löwe geht mit ihnen
und dann und wann ein weißer Elefant.
Sogar ein Hirsch ist da, ganz wie im Wald,
nur dass er einen Sattel trägt und drüber
ein kleines blaues Mädchen aufgeschnallt.
Und auf dem Löwen reitet weiß ein Junge
und hält sich mit der kleinen heißen Hand
dieweil der Löwe Zähne zeigt und Zunge.
Und dann und wann ein weißer Elefant.
Und auf den Pferden kommen sie vorüber,
auch Mädchen, helle, diesem Pferdesprunge
fast schon entwachsen; mitten in dem Schwunge
schauen sie auf, irgendwohin, herüber –
Und dann und wann ein weißer Elefant.
Und das geht hin und eilt sich, daß es endet,
und kreist und dreht sich nur und hat kein Ziel.
Ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet,
ein kleines kaum begonnenes Profil -.
Und manchesmal ein Lächeln, hergewendet,
ein seliges, das blendet und verschwendet
an dieses atemlose blinde Spiel…
Rainer Maria Rilke, Juni 1906, Paris
update 11.1.2014
Auch die ehrwürdige NZZ nimmt sich heute eines weißen Elephanten an. Die Dame hieß Hansken (Hänschen) und wurde im Juli 1651 erstmals in St. Gallen vorgeführt. Nachzulesen hier.

Herbert Naujoks ist der einzige mir bekannte Fotograf, der in einer riesigen, elend schlecht beleuchteten Rollenoffset-Druckhalle um Mitternacht mehrere Blitze für seine Hasselblad nicht per Kabel oder Fernsteuerung auslöst, sondern mit der von ihm erfundenen, genialen one-two-three-Methode.
Heute, am 18. Dezember hat er Geburtstag und wir gratulieren ihm ganz herzlich!
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Gedächtnis in Gefahr
Wer die Vergangenheit nicht kennt, hat es auch mit der Gegenwart und Zukunft nicht leicht. Dies gilt für Menschen ebenso wie für Organisationen und Nationen. Nicht ohne Grund werden Archive auch das Gedächtnis der Menschheit genannt. Archivarinnen und Archivare sind die Hüter dieses Gedächtnisses. Was aber, wenn dieses immense Wissen, das in den Archiven lagert, dem Verfall und dem Vergessen entgegendämmert und die Archivare in ihrem einsamen Kampf keinerlei Unterstützung erfahren.
Die indische Künstlerin und Fotografin Dayanita Singh, deren Fotos in diesem Jahr im deutschen Pavillon der Biennale von Venedig ausgestellt wurden, fotografiert seit vielen Jahren die Archive von Behörden, Gerichten und anderen offiziellen Einrichtungen in Indien. Singh zeigt uns in erschreckend schönen, analog aufgenommenen Schwarzweiß-Fotos den Zustand vieler indischer Archive. Das Buch „Fileroom“ mit Fotografien, einem Essay und einem Interview mit der Künstlerin ist bei Steidl in Göttingen (ISBN 9783869305424) erschienen und kostet 30 Euro. Der Leineneinband ist in zehn verschiedenen Farben erhältlich. Nähere Informationen finden Sie hier.
Ein schönes Weihnachtsgeschenk, nicht nur für Archivarinnen und Archivare.
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Der Weihnachtswahnsinn steuert ganz allmählich auf seinen Höhepunkt zu, ein kitschiger Weihnachts- oder Schokomarkt jagt den nächsten, Hektik allerorten.
Zum Runterkommen und demütig werden rate ich mindestens einmal täglich in den nächtlichen, vorzugsweise wolkenlosen Himmel zu blicken. Habe ich heute morgen mit meiner Tochter gemacht und festgestellt, wie schön man etwa den Planeten Jupiter kurz vor 7 sehen kann. Woher wir wussten, dass es der Jupiter war?
Eine der wirklich wichtigen Apps für mich heißt Sterne 3D+. Gibt’s schon eine Weile, kostet 2,69 und funktioniert sehr gut. Im Prinzip ist das ein digitaler Sternenatlas zum Finden und Bestimmen von Sternen, Sternhaufen, Sternbildern, Planeten, Galaxien oder Nebelflecken. Der integrierte Kompass richtet die Karte automatisch auf den Standort des Betrachtes aus. Es gibt vier Koordinatennetzsysteme (äquatorial, ekliptisch, galaktisch und azimutal), einen Stichwortkatalog und jeweils kurze Informationen zu Sternen und Planeten, Konstellationen, Monden, Kleinplaneten, Kometen und Satelliten.
Sterne gucken hat übrigens vor allem im Winter noch einen schönen Nebeneffekt: Sie sind an der frischen Luft. Probieren Sie’s aus! Und vor dem Einschlafen lesen Sie, wie der Astrophysiker Hubert Reeves seinen Enkeln das Universum erklärt. Sein Buch haben wir schon mal vorgestellt.
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Heute wollen wir den beschten Adventskalender aller Zeiten von der schwäbischen Familiendruckerei Enssle aus Metzingen loben. Jedes Jahr nämlich, wenn der Wind im Winterwalde die Flockenherde wie ein Hirt treibt, stellen uns die Enssles eine durchnummerierte Kiste Bionade in die Agenturküche, die wir dann von 1 bis 24 genießen – falls meine Tochter nicht wieder mal am 29.11. die Nummer 4 getrunken hat.
Wir sagen Danke für diesen flüssigen Gruß und auch dafür, dass bei der Druckerei Enssle Tippfehler und falsche Überfüllungen noch auf der Maschine entdeckt werden.