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Aufblühen am Waldrand

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Am Waldrand
die ältere Dame und die Schlehen –
wie sie aufblühen

At the forest edge
the old lady and the sloes –
how they flourish

À l’orée de la forêt
la dame agée et les prunelles –
comment elles s’épanouissent

Haiku für meine wunderbare französische Belle Maman (Schwiegermutter), die diese Woche ihren 85sten gefeiert hat. Sie ist uns ein leuchtendes Beispiel dafür, dass man seine Zeit nicht mit Blödsinn wie zum Beispiel zu viel Social Media oder Talkshows vergeuden sollte. Das ist ganz im Sinne Senecas, der in seinem lesesnwerten Buch „Das Leben ist kurz“ (gibt’s als Reclam-Ausgabe) schrieb:

„Aber nein, wie haben keine zu geringe Zeitspanne, sondern wir vergeuden viel davon.“

NK

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1 Kommentar

  1. Georges Hartmann 2. Mai 2021 um 13:46

    Ich betrachte die Szene des Fotos, vertiefe mich in die Einfachheit der Handlung, mit welcher die Blüten der Schlehen von Norberts französische Schwiegermutter mit allen Sinnen betrachtet werden und denke dabei über die bereits gelebten Jahre (84) nach, denen nun das 85ste folgt. Wenn ich richtig gerechnet habe, ergibt das 735.840 Stunden Lebenszeit, wobei ich sowohl die 4 Schaltjahre als auch die im Schlaf verflossene Zeit rein zahlenmäßig unberücksichtigt lasse, um nicht wie ein Krämergeist zu wirken. Seine Eigenzeit weder zu vergeuden noch die Erwartung vom morgigen Tag abhängig zu machen, empfiehlt Seneca.
    Was erlebt ein Mensch in all der verflossenen Zeit und welche Rückschlüsse zieht er aus allem Erlebten für sich und die sich daraus ergebende, ganz persönliche Lebensphilosophie ? Und wieder lande ich bei Seneca, von dem auch jener Satz überliefert ist: „Die Kunst zu leben muß man das ganze Leben hindurch lernen, und was vielleicht noch wunderbarer dünkt: ein Leben lang muss man sterben lernen.“ Die Kunst „vom glückseligen Leben“ war und ist zu allen Zeiten keine wirklich einfache, wenngleich ich rein persönlich einräumen muss, dem Schicksal an dieser Stelle ein Dankeschön soufflieren zu müssen, dass mir die Erfahrung von Kriegen und sonstigen Katastrophen bislang erspart geblieben sind.
    So gratuliere ich an dieser Stelle dem „Geburtstagskind“ für ein möglichst ungetrübt weiter verlaufendes Lebensjahr und bedanke mich beim „Herren Schwiegersohn“ für das übermittelte Foto und den Hinweis auf den Philosophen Seneca, von dem ich ebenfalls eine Ausgabe von Reclam aus 1975 mit dem Titel „Vom glückseligen Leben und andere Schriften“) im Bücherregal stehen habe …

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