Letzte Woche waren wir kurz in Mannheim, zum ersten Mal. Der Sohn studiert jetzt da. Schon auf den ersten Blick ist das eine interessante Stadt mit jeder Menge Kultur, Geschichte und besonderen Quartieren wie zum Beispiel dem Jungbusch. Ein altes Viertel zwischen dem Rhein im Westen und dem Neckar im Norden.
Entstanden ist der Jungbusch, so die Stadt Mannheim auf ihrer Webseite, im Jahr 1870 als gründerzeitliche Erweiterung direkt im Gebiet des Handelshafens. Kaufleute, Reeder, Kapitäne und Arbeiter lebten und arbeiteten dort. In früheren Jahrzehnten als Rotlichtviertel bekannt, ist der Jungbusch heute ein multikulturell geprägtes Szeneviertel mit einem eigenen Quartiermanagement. 150 Nationen leben übrigens in der Mannheimer Innenstadt zusammen. Entsprechend lebendig, vielfältig und weltoffen ist die Atmosphäre und auch das Stadtbild.
Im Jungbusch entstand dieses Foto da oben von dem alten Gründerzeitbau. Da kommt einem natürlich sofort Leonard Cohen in den Sinn:
There is a crack in everything
That’s how the light gets in
Anthem (Hymne) heißt dieses Lied, das Leonard Cohen (1934 – 2016) 1992 geschrieben hat. Es ist eine Absage an den Perfektionismus, an das Glatte und Gefällige und gleichzeitig eine Lobeshymne auf das Unvollkommene in der Welt und im Leben von uns allen. Ein wunderbares Lied, hier von Cohen live 2008 in London gesungen:
Schönes Wochenende!
CK | NK

Der Riss ist das Interessanteste an der ganzen Fassade.
Perfektion hat eben den Nachteil, dass sie nichts zu erzählen hat. 🦌