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Es erfrischt unsere Einbildungskraft

Erfahrene Schwimmerinnen wissen um die elektrisierende Kraft des Meeres

Erfahrene Schwimmerinnen wissen um die elektrisierende Kraft des Meeres

Auch wenn sein berühmter Vater, Adrien Proust, Professor für Medizin an der Sorbonne, es gerne anders gehabt hätte, Marcel war nicht sportlich, sondern kränklich. Mit neun soll der kleine Marcel den ersten Asthmaanfall gehabt haben. Er starb mit 51 Jahren kurz nach Vollendung der „Recherche“. Aber auch der Nichtsportler Proust wusste um die belebende Kraft des Meeres.

„Es erfrischt unsere Einbildungskraft, denn es läßt uns nicht an das Leben der Menschen denken, und es erfreut unsere Seele, denn es ist wie sie unendliches und ohnmächtiges Streben, auch aufschwingende und immer wieder gebrochen herniedersinkende Kraft, ewige und sanfte Klage. So bezaubert es uns wie die Musik, die nicht wie die Sprache die Spur der Dinge trägt, uns nichts von den Menschen sagt, aber die Bewegungen unserer Seele nachahmt. Wenn unser Herz sich in diesen Wellen aufschwingt und mit ihnen zurückfällt, dann vergißt es seine eigene Schwäche und tröstet sich mit der innigen Harmonie zwischen seiner Traurigkeit und der des Meeres, die sein Geschick mit dem der Dinge vereint.“

Ist das nicht wunderbar, was Proust da in „Freuden und Tage“ über das Meer schreibt? Die deutsche Übertragung stammt von Luzius Keller, das Buch ist bei Suhrkamp oder antiquarisch erhältlich.

Lasst euch elektrisieren!

NK | CK

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