Wenigstens
die Forsythien blühen –
Frühling der Reformen
Kranō
Nach dem Herbst des Stillstands hat uns die Regierung Merz vollmundig den Frühling der Reformen angekündigt. Ob am Ende wieder mal nur die schrägen Metaphern blühen? Wir sind gespannt. Zweifel sind jedenfalls angebracht. Und es wird auch nicht genügen, die Bürgerinnen und Bürger am laufenden Band vor den Kameras abzukanzeln, wie es der Kanzler ein ums andere Mal praktiziert. Wie wäre es mit Optimismus, Freude, Empathie, Motivation? Leider Fehlanzeige. In Berlin regiert das kleine Karo.
Umkehr und Hoffnung
Dabei gäbe es große und wichtige Aufgaben, die man energisch angehen müsste. Jeden Abend starren wir in den Nachrichten auf die Straße von Hormuz und auf die Preisschilder an den Tankstellen. Wäre es da nicht eine gute Idee, unsere Abhängigkeit von den fossilen Energieträgern Öl und Gas so schnell wie möglich zu verringern? Aber was tun wir? Wir planen Gaskraftwerke, verzögern den Ausbau der Netze, verteufeln das Tempolimit, feiern den Verbrenner, phantasieren uns Minireaktoren auf den Balkon und sehnen uns nach den Adenauer-Jahren. »Keine Experimente« hat Konrad Adenauer 1957 plakatieren lassen. Sollte das die Zeitenwende der Regierung Merz sein? Zurück in die 50er? Die Welt in Cadenabbia-Blau?
»Es geht nicht vor und nicht zurück. Menschen wünschen sich eine andere Politik, sogar ein anderes Leben, aber die guten Parteien haben dazu nur wenig im Angebot. Immer, wenn der Begriff der Reform fällt, folgt ein komischer Vorschlag: kleinteilig, kompliziert und am Thema vorbei.«
Das schreibt der kluge Journalist und Autor Nils Minkmar in seinem Newsletter »Der Siebte Tag«. Und er gibt die Hoffnung dennoch nicht auf.
Ostern bedeutet Umkehr und Hoffnung. Wir wünschen euch Frohe Ostern.
Genießt den Frühling!
NK | CK

