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Politische Korrektheit und ihre lächerlichen Auswüchse

Seit gut einem halten Jahr läuft für unseren Kunden Zeutschel eine neue Anzeigenkampagne in nationalen und internationalen Fachzeitschriften. Darin werden Menschen in Bibliotheken gezeigt, und diese Menschen tun Dinge, die in jeder Bibliothek eigentlich tabu sind. Ein Hingucker mit Humor und Augenzwinkern. Nun ereilt uns die Nachricht, dass ein Motiv unserer Kampagne, auf dem ein junger Mann mit nacktem Oberkörper zu sehen ist, in den Vereinigten Staaten nicht gezeigt werden darf. Warum, weiß kein Mensch so genau. Ist es anstößig? Sexistisch? Politisch nicht korrekt? Sei’s drum. Ich finde es lächerlich. Vor allem wenn man sich vor Augen hält, wie groß die Unterschiede zwischen daher geschwätzter „political correctness“ und der gelebten Realität sind. Man lese nur Obamas Buch „Dreams from my father“.
Aber jetzt kommt’s noch schlimmer, und zwar aus Frankreich; Sie wissen schon: Liberté toujours und so. Dort läuft in Paris in der Cinémathèque Française eine Ausstellung über Jacques Tati. Auf dem Original-Ausstellungsplakat ist ebendieser Tati auf seinem Velosolex mit obligatorischer Pfeife im Mund zu sehen. Den Pariser Verkehrsbetrieben war dies zu gewagt. Zumal es ein Gesetz gibt, das Werbung für Tabakprodukte untersagt. Also hat man dem armen M. Hulot flugs ein lächerliches Windrädchen auf die Pfeife gesetzt. C’est ridicule, non?

Links Originalfoto, rechts zensierte Fassung. Quelle: Nouvel Observateur.

Links vor, rechts nach der Zensur. Quelle: Nouvel Obs.

In den USA gestoppt, Zeutschel Anzeigenmotiv

In den USA gestoppt, Zeutschel Anzeigenmotiv

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