Mit ‘Werbung’ getaggte Artikel

Mal so richtig aufräumen

Freitag, 01. April 2011
Passend zur Fastenzeit: Aufgeräumtes Stilleben mit Maultaschen. via http://thingsorganizedneatly.tumblr.com

Passend zur Fastenzeit: Aufgeräumtes Stilleben mit Maultaschen. via http://thingsorganizedneatly.tumblr.com

Ich weiß nicht, wie’s Ihnen so geht, aber mich befällt von Zeit zu Zeit ein großes Verlangen, mal so richtig aufzuräumen. Ganz ohne esoterisches Feng-Shui-Tralala. Einfach aufräumen. Meinen Schreibtisch, die Oberfläche meines MACs, den Zeitungsstapel zu Hause, die Kinderzimmer, das Durcheinander im Kopf… es gäbe zig Beispiele. Aufräumen und entrümpeln müsste man natürlich auch die vielen B2B-Anzeigenfriedhöfe, mit denen man als Leser von Fachzeitschriften ständig gequält wird. Vom heillosen Durcheinander in der großen Politik ganz zu schweigen.

Schön aufgeräumt
Things organized neatly heißt eine schöne Website, auf der hunderte von Beispielen zum Thema Aufräumen zu sehen sind. Das ist die ideale Seite für Menschen wie mich, die’s gerne mal richtig aufgeräumt haben, aber viel zu selten dazu kommen.

Studioequipment eines Fotografen/Desinger. via http://thingsorganizedneatly.tumblr.com/post/4239166990/submission-after-realising-that-a-lot-of-the

Aufgeräumtes Studioequipment. via http://thingsorganizedneatly.tumblr.com/post/4239166990/submission-after-realising-that-a-lot-of-the

Aufgeräumt Musik machen? Geht prima:

TEDxAustin from One Year Study on Vimeo.

Eröffnungsvideo für die Konferenz TEDxAustin. Quelle: http://oneyearstudy.com/

Kolle Rebbe hat für Bisley mal eine aufgeräumte Anzeigenkampagne gemacht:

Aufgeräumte Anzeige aus der Bisley-Kampagne. via http://www.horizont.net

Aufgeräumte Anzeige aus der Bisley-Kampagne. via http://www.horizont.net

Wo würden Sie gerne mal aufräumen?

Doku in 3sat über Werbung

Freitag, 04. März 2011
Werbung im Außenraum: Zielgruppe perfekt getroffen ;) Source unknown.

Werbung im Außenraum: Zielgruppe perfekt getroffen ;) Source unknown.

3sat bringt am Sonntag eine Dokumentation über die immer subtiler werdenden Methoden, mit denen die Werbemenschen (gehört der Reklamekasper auch dazu) uns Verbraucher zu beeinflussen suchen.

Ambient-Marketing
Werber machen’s gern auf English, deshalb heißt eine wichtige Spielart der Werbung Ambient-Marketing, also Werbung im öffentlichen Raum. Manches davon ist gut und clever, manches wirkt wie Möchtegern-Landart, und manches nervt nur. Also, wen’s interessiert: Wenn Kühe Jacken tragen: Werbung ohne Grenzen, ein Film von Daniela Krautsach und Thomas Grusch, 3sat, Sonntag, 6. März 2011 um 19.10 Uhr, in Stereo und 16:9.

Und wer wissen will, was Harald Martenstein über Werbung denkt, der klickt hier.

Summa cum laude für die NZZ

Freitag, 18. Februar 2011
Summa cum laude. Werbung mit aktuellem Bezug. Sehr gut! via www.wuv.de

Summa cum laude. Werbung mit aktuellem Bezug. Sehr gut! via www.WuV.de

Werbung mit Bezug zu aktuellen Ereignissen ist eine sehr gute Sache. Die geschätzte NZZ zeigt, wie’s geht und ist dabei ganz unschweizerisch schnell.

Am meisten bei Guttenberg enttäuscht mich eigentlich, dass er seine Doktorarbeit nicht in Altgriechisch verfasst hat. Das wäre doch bei einem so gebildeten Mann das Mindeste gewesen, oder?

Noch mehr Plagiate? Gibt’s bei 3sat.

Aus einer anderen Welt

Montag, 24. Januar 2011

Ende 2010 ist der Deutsche Reporterpreis 2010 vergeben worden. Im Bereich Web-Reportage ist Felix Seuffert von 2470media für seine Audio-Slideshow After the War über einen kongolesischen Fußballer in Südafrika ausgezeichnet worden. Der Reklamekasper hat das bewegende Video schon letzten Sommer gebracht, zu sehen hier.

„Sorglos im Schwarzwald“ von Jan Söfjer

„Sorglos im Schwarzwald“, eine Audio-Reportage von Jan Söfjer

Von großen und kleinen Planeten in Zell am Harmersbach
Kennen Sie Zell am Harmersbach? Der Ort liegt landschaftlich sehr schön, rund 20 km südöstlich von Offenburg und ist unter anderem Heimat der Werkzeugmarke Walter Prototyp. Ein Hidden Champion, wenn man so will, denn Präzisionswerkzeuge (u.a. Fräser und Gewindebohrer) aus Zell zählen seit Jahrzehnten zum Besten, was es auf dem Markt der Zerspanungswerkzeuge so gibt. Aber jetzt zurück zum Deutschen Reporterpreis:

Der Journalist Jan Söfjer ist im Bereich Web-Reportage ebenfalls nominiert gewesen. Zu seiner Textreportage Sorglos im Schwarzwald über die kleinste eigenständige Zeitung Baden-Württembergs, die Schwarzwälder Post in Zell am Harmersbach, hat er eine schöne Audioslideshow produziert. Darin zeigt Jan Söfjer, wie eine Zeitung auch heute noch, jenseits dieses weltumspannenden Realtime-Hypes, profitabel (!) funktionieren kann. Leider lässt sich die Reportage als Video hier nicht einbinden, sondern nur auf medium:online anschauen. Es lohnt sich.

Echt interessant
Die Audio-ReportageAudio-Slideshow zeigt, wie man mit „normalen“ ungeschönten Reportagefotos, ein paar O-Tönen und ein paar erklärenden Texten in fünf, sechs Minuten eine schöne Geschichte erzählen kann – wenn man weiß, wie’s geht. Es müssen nicht immer die wahnwitzigsten, aufwendigsten 3D-Animationen sein, das echte Leben ist auch sehr interessant. Das gilt im übrigen auch für unser Geschäft, die Werbung für technische Güter. Eine gute Audio-ReportageWeb-Reportage oder Audio-Slideshow über ein technisches Produkt oder ein Industrieunternehmen kann ich mir jedenfalls sehr gut vorstellen. Wie sehen Sie das?

Abschließend noch ein Zusammenschnitt mit allen 2010 nominierten Beiträgen in der Kategorie Web-Reportage:

Web-Reportage from reporterforum on Vimeo.

Wenn Suchmaschinen singen

Freitag, 21. Januar 2011
searchSonata181

searchSonata181. Quelle: http://searchsonata.netzliteratur.net/

Am 19. Januar 2011 kam beim Stuttgarter Filmwinter die searchSonata 181 von Johannes Auer als Performance zur Uraufführung. Ein Projekt mit durchaus dadaesken Zügen, an dem ein Mann wie Kurt Schwitters seine helle Freude gehabt hätte. Die Searchsonata 181 ist der dritte und letzte Teil der “Such”-Trilogie, bei der algorithmisch generierte Texte aufgeführt werden. Verwendet werden dabei Worte, die in Echtzeit in Suchmaschinen eingegeben werden. Die Suchworte werden algorithmisch in der searchSonata 181 zu Lauten verarbeitet. Künstliche Poesie wird, so der Urheber des Projekts in Anlehnung an Max Bense, zu natürlicher Poesie.

„Suchmaschineneingaben sind die Sehnsuchtsworte der Menschen im Netz, um an Begehrtes zu gelangen. Strukturell entsprechen diesen die Passwörter beim Computer. Passwörter sind sozusagen die Sehnsuchtsworte der Maschine, mit denen diese um Access nachfragt.“

Das lese ich auf der Seite von searchSonata 181, und das klingt so schön, daß selbst hartgesottene Google-Kritiker feuchte Augen kriegen müssen. Wenn Sie also zwischendurch mal Lust haben, unserem bisweilen absurden Alltagstreiben, etwas poetisch Absurdes entgegenzusetzen, dann gehen Sie auf die Website, geben ihren Suchbegriff ein, oder aktivieren die zufällige Suche über das System und warten ein paar Sekunden, bis eine Stimme aus dem Nichts zu Ihnen spricht. Hier geht’s los.

Was lernen wir aus solchen Projekten für unseren Job?
Offen bleiben, neugierig sein, auch mal Dinge ausprobieren, ohne Geländer denken (wie Hannah Arendt sagte), und, bitte schön, nicht immer danach schielen, was der Wettbewerb macht.

Und jetzt sehen Sie noch Regina Spindler bei ihrer Interpretation der via searchSonata 181 generierten Laute. Viel Spaß.


Quelle: http://searchsonata.netzliteratur.net

Die Rechtschreibreform – was für eine MaläseMalaise

Dienstag, 18. Januar 2011

Die Sprach-MaffiaMafia am Werk
Die unsägliche Rechtschreibreform von 1996 geht mir auf den Zeiger, seit sie eingeführt wurde. Sie war nach Meinung vieler Sprachwissenschaftler, Journalisten und Schriftsteller (Reiner Kunze hat eine schöne Denkschrift mit dem Titel „Die Aura der Wörter“ dazu geschrieben) unnötig wie ein Kropf.

40 Sprachverbesserer: 16 Empfehlungen
Der an der Uni Erlangen lehrende Germanist Theodor Ickler hat auf seinem lesenswerten Blog vor ein paar Wochen einen lustigen Artikel über den Rat für deutsche Rechtschreibung verfasst, dessen erste Amtszeit am 31.12.2010 endete. Dem Rat gehören 40 Mitglieder an, die sich regelmäßig an verschiedenen europäischen Orten zum Tagen trafen (raten Sie mal, wer dafür mal wieder das PortmoneePortemonnaie aufmachen musste). Ickler berichtet uns, daß das konkrete Arbeitsergebnis der letzten vier Jahre dieses illustren Gremiums aus einer einzigen, kurzen Liste besteht, in denen den Politikern empfohlen wird, 16 (sechzehn!) sog. forcierte Schreibvarianten aus dem Wörterverzeichnis 1996 wieder zu streichen. Warum? Weil kein Schwein und schon gar kein Mensch Butike, Mohär, Maffia oder Schickoree schreibt. Ickler rechnet hoch, dass für jede dieser 16 Streichempfehlungen rund 20 Tagungen bzw. Sitzungen notwendig waren. Na dann.

Ein schöner Kommentar zur Rechtschreibreform
Den für mich schönsten Kommentar zu dieser Rechtschreib-SchoseChose hat der Sänger und Dichter Sebastian Krämer abgegeben. Das Stück heißt Deutschlehrer. Sebastian Krämer hat den Deutschen Kleinkunstpreis 2009 in der Sparte Chanson/Lied/Musik bekommen.

Sind Deutschlehrer unter den Lesern hier?

Stumme Zeugen

Donnerstag, 18. November 2010

Jetzt, da es überall wieder brummen soll und Minister Brüderle ständig vom XXL-Aufschwung pfälzert (als ob er dafür verantwortlich wäre), ist es Zeit, vielleicht mal einen Moment innezuhalten.

Krisenwerbung? Quelle: http://antarcticiana.blogspot.com/2010/05/your-message-here.html

Krisenwerbung? Quelle: http://antarcticiana.blogspot.com/2010/05/your-message-here.html. via Andrian Kreye.

Richard Arthur Fleming hat im Mai 2010 leere Plakatwände in Brooklyn fotografiert und in seinem Blog einen lesenswerten Essay dazu geschrieben: Plakatwände als stumme Mahner sozusagen.

100 x 5 = 500 Fotografen

Donnerstag, 18. November 2010

500photographers ist ein sehenswertes Blogprojekt des Niederländers Peter Wisse. Seit Anfang April stellt er jede Woche 5 neue Fotografen mit Kurzporträt, Foto, manchmal auch Filmen auf seinen Blog. Neugierig?

Fotograf: Eric Tabuchi. Quelle: http://500photographers.blogspot.com

Fotograf: Eric Tabuchi. Quelle: http://500photographers.blogspot.com

Oscarverdächtig: Rotkäppchen als Infografik

Dienstag, 09. November 2010

Wir kennen das alle. Zur Veranschaulichung einer, sagen wir mal, Produktivitätssteigerung aufgrund höherer Schnittgeschwindigkeiten beim Fräsen, soll eine Anzeige, eine Broschüre oder auch eine Website noch schnell mit einer Infografik „aufgepeppt“ werden. „Aber bitte“, hört man dann schon mal, „auf keinen Fall zu viel Aufwand, eigentlich nur quick and dirty“.

Anspruchsvoll statt quick and dirty
Mal abgesehen davon, dass „quick and dirty“ in die Rubrik „Besenkammer, Boris, Bumbum“ fällt; eine gute Infografik geht nicht mal soeben nebenbei. Eine gute Infografik ist durchdacht, informiert und unterhält. Geht das? Ja, das geht!

Schauen Sie mal wie der schwedische Graphik-Designer Tomas Nilsson die Geschichte vom Rotkäppchen als animierte Infografik umgesetzt hat. Hier wird gutes Design zur Kunst, die Grimms wären wahrscheinlich begeistert.

Slagsmålsklubben – Sponsored by destiny from Tomas Nilsson on Vimeo.

Quelle: http://www.tomas-nilsson.se. Danke für den Hinweis Jens Jacobsen.

Umweltschutz mit Unterhaltungswert

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Beim Stichwort Umweltschutz denken Sie an geplatzte Gelbe Säcke, fünf verschiedene Mülltrennbehältnisse in der Küche und den erhobenen Zeigefinger von Ihrem Abfallwirtschaftsamt? Dann sollten Sie sich unbedingt mal die Website von Annie Leonard “The Story of Stuff” und ihren Blog anschauen.

So unterhaltsam und graphisch anpruchsvoll hat meines Wissens noch kaum jemand Umweltthemen angepackt. Wichtige Botschaft exzellent verpackt, würde ich sagen. Hier zwei Beispiele zum Thema Elektronikmüll und Plastikmüll, den wir ja alle ständig produzieren:

More’s Law oder Moore’s Law

Die Geschichte vom Wasser in Plastikflaschen

Was halten Sie davon?