Mit ‘Tübingen’ getaggte Artikel

The Times They Are A-Changin’

Mittwoch, 21. September 2011
Extra Brot 50 Cent. Foto: Kraas & Lachmann

Extra Brot kl. 50 Cent. Foto: Kraas & Lachmann

Extra Brot kl. à 50 Cent
Wie aus der wunderbaren Brotvermehrung in Tabgha vor fast 2000 Jahren die wundersame Geldvermehrung in Tübingen 2011 wurde.

Out: MoMa, NY. In: MoTA, Tübingen

Freitag, 08. Juli 2011
Das MoTA zu Gast in der Galerie DRUCK & BUCH. Quelle: www.druckundbuch.de

Das MoTA zu Gast in der Galerie DRUCK & BUCH. Quelle: www.druckundbuch.de

Das Museum of Temporary Art zu Gast in Tübingen
Vergessen Sie mal das MoMa und die große gehypte Kunst. Gehen Sie ins MoTA, das Museum of Temporary Art, das vom 9. bis 30. Juli 2011 in der Galerie DRUCK & BUCH gastiert.

40 x 50 cm, 33 Abteilungen
Zu bestaunen sind in den 33 Abteilungen dieses 40 x 50 cm großen Museums die kleinen, häufig zur Bedeutungslosigkeit verdammten Dinge, die dem MoTA von Künstlern aus aller Welt überlassen wurden. Diesen Objekten gibt das MoTA seit 10 Jahren eine angemessene Plattform, die jetzt mit dem 1000sten Exponat geschlossen wird.

Eine Auswahl der Exponate ist in Susanne Padbergs Galerie in der Bachgasse 15 in Tübingen zu sehen. Die Vernissage ist am Samstag, dem 9.7.2011 um 12.00 Uhr.

Brown Paper Bag Box by Alice Bradshaw, UK. Screenshot: www.museum-of-temporary-art.com

Brown Paper Bag Box by Alice Bradshaw, UK.
Screenshot: www.museum-of-temporary-art.com


mehr dazu im Blog von Alice Bradshaw

Viel Vergnügen!

Norbert Kraas

Tiger, Tiger dying soon

Dienstag, 30. November 2010

Auf dem Blog der Kollegen von the missing link sehe ich gerade einen animierten Spot, in dem William Blake sein berühmtes Gedicht „The Tyger“ (an englischen Schulen war das mal ein Muss, sagt unser Kollege Alan) vorträgt. Blake lebte von 1757 bis 1827 und war nicht nur ein Dichter und Maler, sondern hat auch die Reliefradierung erfunden. Jim Clark hat die nette Animation des Gedichtes produziert, von Blake selbst gibt’s, wer hätte es gedacht, keine Tonaufnahmen.


Copyright Jim Clark, 2009 · via www.the-missinglink.blogs.com. Danke für den Tipp.

2022 stirbt der Tiger aus, wenn wir nicht handeln
Ich bin sicher, wenn Blake noch lebte, würde er sich im Kampf gegen die Ausrottung des Tigers engagieren. Dem geht es nämlich ziemlich schlecht, noch schlechter als dem keltischen Tiger, der gerade zahnlos am Tropf der EU hängt. 3200 Tiger leben noch in der freien Wildbahn, Anfang des 19. Jahrhunderts waren es noch rund 100000 Tiere. Der WWF rechnet damit, dass die Gattung Tiger bis 2022 ausgestorben ist, wenn nicht endlich gehandelt wird. Denn es gibt immer noch zu viele Jäger und Wilderer, die auf Tigertrophäen stehen. Dazu werden jährlich noch rund 50 Sibirische Tiger in Asien von skrupellosen Schwachköpfen zu dubiosen Heil- und Potenzmitteln verarbeitet. 13 Tigerstaaten haben jetzt vor ein paar Tagen in St. Petersburg ein Soforthilfeprogramm zum Schutz des Tigers vereinbart. Auch die Bundesregierung hat 4,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.


Quelle: WWF Deutschland

Unternehmen für den Tiger
Auch Unternehmen engagieren sich für den Tiger. ESSO hat u.a. vor ein paar Jahren mal eine Wanderausstellung entwickelt und durch die Republik geschickt. Die Walter AG aus Tübingen, die den Tiger mit einem ihrer wichtigsten Hartmetall-Produkte – Tiger·tec und Tiger·tec Silver – verbindet, hat schon in der Vergangenheit den World Wildlife Fund unterstützt.


Quelle: www.walter-tools.de

Das sind sicher zwei gute Ansätze, aber der Tiger braucht noch mehr Hilfe. Eine sehr gute Übersicht über die Gattung Tiger gibt’s übrigens hier. Und für alle Interessierten jetzt noch mal zurück zu Blake:

The Tyger (William Blake)

Tyger Tyger, burning bright,
In the forests of the night;
What immortal hand or eye,
Could frame thy fearful symmetry?

In what distant deeps or skies
Burnt the fire of thine eyes?
On what wings dare he aspire?
What the hand, dare sieze the fire?

And what shoulder and what art,
Could twist the sinews of thy heart?
And when thy heart began to beat,
What dread hand? and what dread feet?

What the hammer? What the chain,
In what furnace was thy brain?
What the anvil? What dread grasp,
Dare its deadly terrors clasp!

When the stars threw down their spears
And water’d heaven with their tears:
Did he smile his work to see?
Did he who made the Lamb make thee?

Tyger Tyger, burning bright,
In the forests of the night;
What immortal hand or eye,
Dare frame thy fearful symmetry?

Der Tiger (William Blake)

Tiger, Tiger, Feuerspracht
in der Dschungeln dunkler Nacht:
Welches Aug’, welch ew’ge Hand
formten Deines Schreckens Brand?

In welch’ Himmeln ungeheuer
schmolzen Deiner Augen Feuer?
Auf welch’ Flügeln, unbenannt,
flog der, der ergriff den Brand?

Welcher Schulter Können wand
Deines Herzens Sehnenstrang?
Wer, als Herzens Schlag begann,
furchtbar Hand und Fuß ersann?

Welche Kett’ und Hammer fand
in welch’ Kessel den Verstand?
Welcher Amboß, welche Welt
Deine Todesschrecken hält?

Als der Sterne Speer herab
Tränen unserm Himmel gab:
Hat vollbracht er’s und gelacht,
sowohl Lamm wie Dich gemacht?

Tiger, Tiger, Feuerspracht
in den Dschungeln dunkler Nacht:
Welches Auge, welche Hand
wagten Deines Schreckens Brand?

Übersetzung Copyright Walter A. Aue

Fotokunst in Tübingen: spannend entspannend!

Montag, 02. August 2010
Untitled (Palast) 56, Thomas Florschuetz, 2006. Quelle: www.artnet.de

Untitled (Palast) 56, Thomas Florschuetz, 2006. Quelle: www.artnet.de

11 Minuten sind kein Tag
Durchschnittlich 11 Minuten, so las ich neulich in der Süddeutschen, kann man sich an einem durchschnittlichen Büroarbeitsplatz mit einer mehr oder minder durchschnittlich wichtigen Sache beschäftigen, bevor irgendeiner kommt und meint, er müsse einen wegen etwas noch viel Durchschnittlicherem unterbrechen. Das geht dann mit den Unterbrechungen so die nächsten 25 Minuten, bis man wieder 11 Minuten Zeit hat, da weiterzumachen, wo man zwangsweise aufgehört hat: z. B. auf dem Laptop eine 80seitige PowerPoint-Präsentation zusammenzunageln. Kein Wunder, dass in letzter Zeit immer mehr Leute den Horst machen und mal eben weg sind. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, ich bin für dieses fragmentierte Dasein nicht geschaffen und für’s permanente Multitasking schon gar nicht. Forscher befürchten deswegen sogar eine Verwahrlosung unseres Stirnlappens, schreibt die FAZ in einem sehr lesenswerten Artikel..

Untitled (Valkyrie), 2007-2008, Thomas Florschuetz. Quelle: http://www.artnet.de

Untitled (Valkyrie), 2007-2008, Thomas Florschuetz. Quelle: http://www.artnet.de

Kunstvoll abschalten
Mein Tipp, wenn Sie mal für 1-2 Stunden aussteigen wollen: Handy aus, Laptop aus und ab in die Kunsthalle Tübingen. Dort läuft nämlich noch bis 26. September eine ganz ausgezeichnete Ausstellung mit Fotografien von Thomas Florschuetz. Allein die großformatigen Werke über den verfallenden Palast der Republik kurz vor dem Abriss lassen einen staunen über Licht- und Linienführung von Florschuetz. Und bei den vor sich hin verrottenden ausgedienten Kampfjets und Hubschraubern, frage ich mich dann schon, was bleibt von unserem permanenten Gewusele.

Untitled (Brasilia) 05, 2008, Thomas Florschuetz. Quelle: http://www.artnet.de

Untitled (Brasilia) 05, 2008, Thomas Florschuetz. Quelle: http://www.artnet.de

Gehen Sie hin, es lohnt sich. Ich wünsche Ihnen jetzt schon genussvolle Momente und schöne Ferien!

Sichere Landung, keine ruhige Reise

Freitag, 17. Juli 2009

„Gott verspricht eine sichere Landung, aber keine ruhige Reise”, so lautet – interessanterweise – ein Sprichwort aus Großbritannien. Und von dort kommt ja bekanntlich die „Atheistenkampagne“. Der Atheistenbus bewegt ja zur Zeit nicht nur die Tübinger Gemüter, und das zumeist mit einer typisch deutschen, also leicht verbissenen Ernsthaftigkeit – und zwar auf allen Seiten! Mir scheint, die Engländer gehen da mit etwas mehr und typisch britischem Humor zur Sache. Das würde uns auch mal gut anstehen. Und dann darf man ja auch mal über zwei Dinge ganz locker nachdenken. Erstens: Ist es nicht interessant, dass die Atheistenkampagne gerade dort ins Leben gerufen wurde, wo noch vor kurzer Zeit (und jetzt wohl schon wieder) der ungezügelte “Anything-goes-Raubtier-Kapitalismus” regierte, nämlich in der Londoner City? Dort, wo es in Sachen Kohle, Konsum und Kommerz kein Halten, keine Maßstäbe und keine Werte mehr zu geben schien, und Geschäftsessen unter Bankern schon mal mit mehreren tausend Pfund zu Buche geschlagen haben. Anything goes eben. Und zweitens hat der Philosoph Robert Spaemann in seinem Buch „Das unsterbliche Gerücht“ sinngemäß geschrieben, dass die Atheisten dringend auf Gott angewiesen sind, denn sonst gäbe es ja nichts, woran sie nicht glauben könnten. Auch ein interessanter Gedanke. Wie auch immer: Bitten wir also um Gelassenheit und Humor – wen auch immer.

Ergänzung vom 31. Juli 2009
Karl Poralla, von mir sehr geschätzter Künstler und emeritierter Professor der Mikrobiologie, hat mir vor ein paar Tagen ein Blatt mit einem Gadamer-Zitat („Horizonte berühren sich, Standpunkte nie.”) gemailt, das zu diesem Beitrag sehr gut passt.

Standpunkte und Horizonte

Standpunkte und Horizonte

Langweilige Werbung! Immer nur unser Bier?

Donnerstag, 09. Juli 2009

Der Stern der Werber sinkt dramatisch, lese ich in Spiegel Online. Der Glanz der Werbung sei verblasst. Und Jean Remy von Matt beklagt, auch in Spiegel Online, das entsetzlich schlechte humorlose Niveau deutscher Werbung. Da mag was dran sein. Aber man darf ja mal die Frage stellen, ob es ausschließlich an den sog. Kreativen in Deutschlands Agenturen von Kiel bis Tübingen liegt. Könnten nicht die Auftraggeber auch eine Teilschuld an der Werbemisere tragen? Sind wirklich nur die Werber schuld, dass Bierwerbung in unserem Land, bis auf wenige Ausnahmen, immer gleich aussieht, nämlich so: Bierflasche oder Glas mit Tropfen drauf, grüne Wiesen, Weizenfelder, Biergarten, viel Natur und schöne Menschen, deren Mimik zwischen glücklich und grenzdebil changiert? Wir alle kennen doch die Argumente, mit denen dem Humor und der Intelligenz in den Layouts der Garaus gemacht wird: zu gewagt, zu intelligent, das verstehen die Kunden nicht usw. usw. Wie machen das eigentlich die britischen Bierhersteller, deren Zielgruppe ja auch nicht nur aus hippem Jungvolk besteht. Warum finden ältere Biertrinker auf der Insel oder in Irland die Guinness-Spots so witzig. Warum trauen wir diesen Humor deutschen Biertrinkerinnen und Biertrinkern (egal welchen Alters) nicht zu? Kann mir das mal jemand erklären?

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Sehenswert: Guinness Werbespot “Rain”

Ergänzung vom 13.7.2009: Sehenswert in Sachen Biermarketing ist auch die Baseler Biermarke Unser Bier: authentisch, unterhaltsam und mit Augenzwinkern. Außerdem schmeckt das Bier auch klasse!

Product-Placement oder Schleichwerbung oder nichts ist unmöglich

Freitag, 24. April 2009

James Bond verlässt sich auf seine Omega, wenn er wissen muss, wem die Stunde geschlagen hat. In amerikanischen Filmen kommen fast immer Laptops von Apple zum Einsatz kommt, nur die Bösen haben PCs. Und Marylin Monroe hat nachts anscheinend nichts als Chanel No 5 getragen. Früher nannte man so was mal Schleichwerbung. Heute redet man vornehm von Product-Placement und meint damit die sog. Produktbeistellung, bei der Unternehmen ihre Produkte für Filmproduktionen unentgeltlich zur Verfügung stellen. Unerlaubtes Product-Placement nennt man immer noch Schleichwerbung; damit sind Produkte gemeint, die für die Handlung dramaturgisch absolut nicht notwendig ist. Im Jahr 2005 ist dieses Thema vor allem im Zusammenhang mit der Bavaria Film und der ARD in die Schlagzeilen gekommen:

Nun wäre zu klären, ob der Toyota auf Boris Palmers neuem Buch “Tübingen macht blau” ein Product-Placement oder eine Schleichwerbung ist, oder ob der Covergestalter und der OB von Tübingen da was übersehen haben. Zumal der Toyota seit April 2008 durch einen Smart ersetzt wurde.

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