Mit ‘Slogan’ getaggte Artikel

Was hat das HB-Männchen immer gesagt?

Dienstag, 05. November 2013

Das Marktforschungsinstitut Innofact aus Düsseldorf hat im März dieses Jahres 1.012 Verbraucher nach ihren Allzeit-Favoriten unter den Wer­be­slogans befragt. Die Markforscher ziehen u.a. das Fazit, dass Klassi­ker wie „Nichts ist unmöglich“ (Toyota) länger im Ge­dächt­nis blei­ben. Auf Platz zwei hinter Toyota landete – man glaubt es kaum – der legendäre HB-Slogan (kennt diese Marke noch jemand?) „Wer wird denn gleich in die Luft gehen?“.

Hier die Rangliste von eins bis zehn:

1. Toyota – Nichts ist unmöglich.
2. HB – Wer wird denn gleich in die Luft gehen?
3. Haribo – Haribo macht Kinder froh und Erwachsne ebenso.
4. Saturn – Geiz ist geil.
5. Meister Proper – Meister Proper putzt so sauber, dass man sich drin spiegeln kann.
6. McDonald’s – Ich liebe es.
7. Twix – Raider heisst jetzt Twix – sonst ändert sich nix.
8. Media Markt – Ich bin doch nicht blöd.
9. Audi – Vorsprung durch Technik.
10. Volkswagen – Das Auto.

Quelle: Innofact

Alles Mögliche und mehr
Nicht in die Innofact-Rangliste haben es die beliebten Slogans mit dem Zusatz „…und mehr“ geschafft. Ein paar Beispiele:

Wäsche und mehr.
Züge und mehr.
Afrika und mehr.
Wurst und mehr.
Tofu und mehr.
Werkzeuge und mehr.

Leidenschaftliche Langeweile
In brandeins habe ich gelesen, dass die leidenschaftliche Deutsche Bank seit 1960 dreizehn (13) Slogans verbraucht hat. Das ging los mit „Wün­sche werden Wirklichkeit“ und endet vorerst 2003 mit „Leistung aus Leidenschaft“.

Wir Deutschen sind ja ein recht leidenschaftliches Volk, und deshalb taucht das Wort „Leidenschaft“ ebenfalls in zahllosen Slogans auf. In der stillen Hoffnung, dass das so stimulierte limbische System die richtige Kaufentscheidung trifft. Eine leidenschaftliche Auswahl:

Leidenschaft Kunststoff. (Eifler Kunststofftechnik)
Leidenschaft für Menschen. (BUNTE)
Software aus Leidenschaft. (MCA Software Development & Consulting)
Die Leidenschaft. (Amaretto)
Lebe deine Leidenschaft. (Amica)
Fahren aus Leidenschaft. (Alfa Romeo)
Alpiner Style aus Leidenschaft. (Alpenflüstern)

Wir leben Einfalt
Der geschätzte Kollege Peter Breuer aus Hamburg hat sich im Frühjahr mal die Mühe gemacht, die Autovervollständigung von Google zum so beliebten wie ausgelutschten Slogan-Einstieg „Wir leben…“ zu akti­vieren: hier das Ergebnis. Ein Beispiel: Wir leben Autos. Wissen Sie zu welchem Auto dieser Slogan gehört?

Bis bald wieder

Ihr Reklamekasper

P.S.
Haas-Logo mit Slogan.Und wenn Sie gerade auf der Suche nach einem Firmen- oder Produktslogan sind, dann können Sie jetzt entweder was mit „…und mehr“ machen oder auf „Leidenschaft“ setzen. Oder aber Sie geben uns ein ausführliches Briefing, und wir ent­wickeln einen sprachlich und inhaltlich pas­sen­den Slogan. „Schleifen Sie gut!“ haben wir zum Beispiel für die Haas Schleifmaschinen GmbH entwickelt und erfolgreich als Wortmarke eintragen lassen.

Vorsprung durch Technik. Sorry, too German.

Dienstag, 18. September 2012

Alan macht mich auf ein Interview im Guardian mit Sir John Hegarty von BBH aufmerksam. Hegarty erläutert, wie seine Agentur vor dreißig Jahren den Slogan Vorsprung durch Technik weltweit eingeführt hat. Gegen den Rat der Marktforscher und anderer „Experten“: zu deutsch und damit negativ, nicht verständlich genug usw. Hegarty und die Audi-Chefs hatten aber mehr Mut als viele Kommunika­tions­verantwortliche heute, die nur noch Slogans verabschieden, die auf dem kleinsten banalsten gemeinsamen Nenner basieren.

Hegarty erzählt, wie er auf einem seiner ersten Firmenrundgänge in einer Audi-Werkshalle auf einem vergilbten Plakat Vorsprung durch Technik gelesen hat. Auf seine Nachfrage, was das bedeute, wurde ihm gesagt, das sei eine alte Headline, die man nicht mehr verwendet.





via Guardian online

Noch zwei Spots, die zeigen, dass es Audi immer noch versteht, unterhaltsame Geschichten rund um das Produkt zu erzählen. Das ist doch was anderes als die übliche Autowerbung-Einheitssoße, mit der wir sonst in Länderspiel-Halbzeiten gequält werden.

Von Hirschau in die British Library

Mittwoch, 30. November 2011
BBC NEWS UK. Screenshot Kraas & Lachmann. Source: http://www.bbc.co.uk/news/technology-15934685

Zeutschel-Scanner OS 14000 in Aktion. BBC NEWS UK. Screenshot Kraas & Lachmann. Source: http://www.bbc.co.uk/news/technology-15934685

Video zum dem Projekt: bitte hier klicken.

„Die Zukunft der Vergangenheit“ lautet der Slogan unseres Kunden Zeutschel in Hirschau bei Tübingen. Hier am Fuß der Wurmlinger Kapelle werden seit 50 Jahren u.a. Hochleistungsscanner für renommierte Bibliotheken und Archive auf der ganzen Welt gebaut. Als Kommunika­tions­partner freut man sich natürlich ganz besonders, wenn ein Firmen­slogan immer wieder durch echte Projekte bestätigt wird, zeigt es doch, dass man sich intensiv mit dem Metier des Kunden beschäftigt hat.

The British Newspaper Archive. Screenshot: Kraas & Lachmann40.000.000 Zeitungsseiten
Im Moment macht ein Digitalisierungsprojekt des British Newspaper Archive dem Zeutschel-Slogan „Die Zukunft der Vergangenheit“ alle Ehre. Im Rahmen dieses Projekts werden in den nächsten 10 Jahren rund 40 Millionen Zeitungsseiten aus dem Zeitungsarchiv der ehrwürdigen British Library digitalisiert. Eingesetzt werden dabei von Zeutschel die High-End-Scanner OS 14000 und eine spezielle OCR-Software, mit deren Hilfe später jede einzelne Seite bequem online nach Text durchsucht werden kann. Unter den gescannten historischen Zeitungsseiten sind zum Beispiel solche, die mehr als 60 cm breit sind und aufgrund ihrer Empfindlichkeit für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, als Dateien aber zukünftig für jeden Interessierten einseh- und herunterladbar. Das Zeitungsarchiv der British Library gehört zum Besten, was es weltweit gibt und enthält fast alle Ausgaben britischer Zeitungen seit dem Jahr 1800. Wer sich also dafür interessiert, wie Werbeanzeigen im 19. Jahrhundert in England ausgesehen haben, wird hier künftig fündig werden:
Suchmaske British Newspaper Archive. Screenshot: Kraas & Lachmann

Auf der Homepage der BBC gibt es ein kurzes Video zum dem Projekt: bitte hier klicken.

Hier gehts zur Website des British Newspaper Archive, wo das Projekt in einem Artikel erläutert wird.

400 Jahre Zeitgeschichte zugänglich machen
Auch die Nationalbibliothek der Niederlande in Den Haag setzt bei der Digitalisierung ihres historischen Zeitungsarchivs auf die OS 14000 Scansysteme und die Expertise von Zeutschel. Die ältesten Zeitungs­dokumente der Niederlande sind aus dem Jahr 1618, also aus dem Jahr, in dem der Dreißigjährige Krieg begann, und Johannes Kepler sein Drittes Gesetz zur Planetenbewegung formulierte. Auch bei diesem Digi­ta­li­sierungsprojekt steht die „Die Zukunft der Vergangenheit“ im Fokus.

Mehr zu diesem Digi­ta­li­sierungsprojekt lesen Sie hier.

Michael Jackson, Weißblech und der Neger Wumbaba

Montag, 15. Februar 2010

„Der Michael Jackson,“ offenbarte uns dieser Tage unser Sohn Henry beim Frühstück mit ganz ernster Miene, „der Michael Jackson hat zu viele Dosen gegessen.“ Henry ist fünf und auf die Frage, woher es das wüsste, kam ein klares, unmissverständliches „Kevin“ aus einem marmeladenverschmierten Mund. Henry meinte übrigens keine Steckdosen, sondern Blechdosen. Nun lesen wir ja derzeit, dass Michael Jackson neben vielen anderen schlimmen psychischen und physischen Leiden womöglich auch von der Weissfleckenkrankheit befallen war. Von Weißblech habe ich allerdings noch nichts gehört.

Beste Unterhaltung.

Der Weisse Neger Wumbaba
Für mich und meine Frau war das mal wieder ein klarer Fall für den Weißen Neger Wumbaba, den der großartige Axel Hacke ebenso großartig literarisch verewigt hat. Lesen Sie das Buch „Der Weiße Neger Wumbaba“, Sie werden Tränen lachen. Also, Der Weiße Neger Wumbaba kommt nämlich immer dann ins Spiel, wenn im kommunikativen Prozess Sender und Empfänger nicht so richtig klar kommen miteinander. (Bildnachweis: www.axelhacke.de)

Rein finden und raus finden
Ein Beispiel aus der Werbung, von dem Sie vielleicht schon mal gehört oder gelesen haben: Eine große Parfümeriekette sagt „Come in and find out“, ein noch größere Teil der Verbraucher versteht – na was wohl: „Komm rein und finde raus“. Bei diesem englischen Slogan wurde mal wieder „zielgruppenadäquat“ ganze Arbeit geleistet.

Nicht jeder Tiger darf auch einer sein
Ein ganz anderer Fall, nämlich eine ziemlich lustige Bedeutungsverschiebung, liegt beim Ex-Slogan der Unternehmensberatung Accenture vor. Die haben ja immer mit Tiger Woods geworben und dazu „Go on be a Tiger“ getextet. Nachdem das Golfgenie nun wegen manischer Sexsucht in klinischer Behandlung war oder ist, wollte Accenture mit dieser Art von Tiger nichts mehr zu tun haben. Man setzt dort jetzt auf Frösche, Fische und dergleichen. Kann man nachvollziehen. Obwohl, am 14.2. begann in China das Jahr des Tigers, und was kommt dort nicht alles zur sehnlichst erhofften Potenzsteigerung in den Wok. Vielleicht sogar ein paar Dosen.

Fasnetsgrüße aus Tübingen.