Mit ‘Ingenieur’ getaggte Artikel

Anpacken statt jammern: mit Innovationen aus der Krise

Mittwoch, 23. September 2009

Der Tiger schlägt wieder zu.

Europa brauche dringend Innovationen, investiere aber zu wenig. Das schreibt Jeanne Rubner in der SZ vom 22.9.09. Auf viele Bereiche mag dies zutreffen, aber nicht auf alle Unternehmen.

Denn die Unternehmen, die ich persönlich kenne, sind auch während der Krise in Sachen Forschung und Entwicklung nicht untätig, sondern machen das, was den Mittelstand schon immer ausgezeichnet hat. Anstatt zu jammern und auf die Hilfe der Politik zu hoffen, packen sie an. „Macha, id schwätza,“ sagt man hier bei uns im Schwäbischen.

Erfolgsgeschichte wird fortgeschrieben
Und getreu diesem Grundsatz „Machen, nicht reden“ haben Ingenieure unseres Kunden Walter AG ein neues, absolut heißes Produkt zur zerspanenden Metallbearbeitung entwickelt. Vor zwei Tagen auf der Pressekonferenz warfen gut 30 Journalisten schon mal einen ersten, neugierigen Blick auf diese neue Hartmetallwendeschneidplatte. Mehr darf ich Ihnen leider nicht verraten. Denn genaue technische Details werden auf einer internationalen Pressekonferenz im Oktober in Mailand bekannt gegeben.

Mit dem neuen Produkt erfolgt ein sog. Relaunch (man könnte auch Wiederaufladung sagen) der Marke Tiger-tec®. Unter diesem Markennamen wurde im Jahr 2001 eine Wendeschneidplattenfamilie eingeführt, die innerhalb kürzester Zeit weltweit Marktführerstatus erlangt hat. Zum einen, weil das Produkt die Anwender durch seine Leistungsfähigkeit überzeugen konnte. Zum anderen, weil Art und Umfang der Kampagne in der Investitonsgüterwerbung (heute sagt man B2B) außergewöhnlich und neu waren.

Mit Emotionen Ingenieure begeistern
Denn da wurde ein technisches Produkt, dessen Herstellung ziemlich kompliziert und schwer vermittelbar ist, vermarktet wie ein Konsumgut: emotional und packend. Und das obwohl sich ja hartnäckig das Gerücht hält, Ingenieure und Techniker interessierten sich nur für Fakten und Zahlen. Blödsinn, sage ich. Ingenieure und Techniker sind Menschen mit Herz und Verstand und begeisterungsfähig: auch für Werbung, wenn die Kampagne zum Unternehmen und zum Produkt passt.

Shine a light: Glühbirne leuchtet seit 1901!

Dienstag, 01. September 2009

Leuchtet seit 1901, die Centennial Bulb.
Leuchtet seit 1901, die Centennial Bulb in Livermore, Kalifornien.

Also schön, ich geb’s zu: Auch ich hab’ die Fassung verloren, als ich erstmals davon hörte, dass im September 2012 endgültig Schluss sein soll mit der guten alten Glühbirne. Allein schon dieses schöne Wort Glühbirne (das müssen Sie mal halblaut im Schein einer 25 Watt Birne vor sich her sagen) wäre es Wert, das Erbe Thomas Edisons intensiv weiter zu pflegen. Wie kalt klingt dagegen das Wortungetüm Energiesparlampe!

Jetzt wird’s ernst.
Seit 1. September dürfen in der EU keine matten Birnen oder 100-Watt-Birnen mehr hergestellt werden. Und auch wir bei Kraas & Lachmann werden uns umstellen und darauf vertrauen, dass innovative Firmen (als B2B-Agentur zählen wir solche zu unseren Kunden) Leuchtmittel entwickeln, die es vom Licht lässig mit der Glühbirne aufnehmen können. Ob es den Marketingexperten allerdings gelingen wird, einen Mythos Energiesparlampe zum Leuchten zu bringen? Mal sehen.

Für Wehmütige
Für alle die jetzt schon wehmütig der Glühbirne nachtrauern, empfehle ich regelmäßig einen Blick auf die Webcam der Feuerwehr des kleinen Örtchens Livermore in Californien. Dort verströmt eine 4-Watt-Glühbirne seit 1901 (sprich seit 108 Jahren!) ihr magisches Licht.

P. S.: Wie viele Microsoft-Mitarbeiter braucht man, um eine Energiesparlampe zu wechseln? Antwort: vier: Der erste wechselt die Lampe; der zweite ändert die Fassung, so dass keine Apple-Lampen hineinpassen; der dritte baut einen Kurzschlussmechanismus ein, der Sun-Leuchten zerstört – und der vierte macht dem amerikanischen Justizministerium klar, dass das alles lauterer Wettbewerb ist.