Mit ‘Fotografie’ getaggte Artikel

Was sieht das Tier? Eine kleine Ausstellung

Freitag, 13. September 2013

Truthahn_Dinde_Foto_Norbert_Kraas

Über dem Abgrund
des Nicht-Verstehens
treffen sich Blicke.

Was sehen wir, wenn wir ein Tier anschauen, und was sieht das Tier, wenn es uns anschaut?

Wenn Sie sich dazu Gedanken in der anregenden Atmosphäre eines italienischen Stehcafés machen möchten, können Sie dies ab heute im Piccolo Sole d’Oro in Tübingen tun. Bis Mitte November zeigt Norbert Kraas dort neun Schwarzweiß-Fotografien bei Michele Abbonizio in der Tübinger Metzgergasse 39.

Alle, die nicht wissen, wo das Piccolo Sole d’Ore ist, klicken hier.

Eine Deutschlandreise ins Hinterland

Mittwoch, 11. September 2013
muschi_jess jochimsen

So sieht’s aus, draußen im Land. Foto aus dem besprochenen Buch.

Es ist Wahlkampf, da reden Politprofis gerne mal von den Menschen drau­ßen im Land. Gemeint sind dann die echten Menschen, die weit weg sind von der großen Blase unter der Reichstagskuppel. Menschen, die mit denen auf den einfallslosen Wahlplakaten nicht unbedingt viel zu tun ha­ben. Höchste Zeit kurz vor der Wahl für einen genauen Blick auf unser Land.

Der Autor und Kabarettist Jess Jochimsen, 1970 in München geboren, hat dies für uns uns getan. Jochimsen ist mehrfach begabt: er schreibt, er moderiert, er macht Kabarett, und er fotografiert mit gena­zino­haf­tem Blick öde Orte und selt­same Dinge. 140 seiner Fotografien hat er in einem gut gestal­te­ten Buch mit dem schönen Titel „DANEBENLEBEN“ veröffentlicht. Zu den sehens­wer­ten Fotos hat Jochimsen noch ein paar lesenswerte Kurzgeschichten geschrieben.

Dieses Buch ist ein Muss für alle, denen dieses Land am Herzen liegt. Ich bin sicher, die Schlapphutträger in Pullach, Washington und London haben DANEBENLEBEN längst auf ihren Schreibtischen, weil sie wissen wollen, was wirklich läuft im deutschen Hinterland.

Hier geht’s zum Buchbestellung.
Hier geht’s zur Homepage von Jess Jochimsen.
Noch mehr Fotos aus dem Hinterland.

Low Key: von Trossingen bis Cupertino

Mittwoch, 12. Juni 2013

Kalender „Schleifkunst 2013“ von Haas. Foto: Herbert Naujoks, Stuttgart.

Kalender „Schleifkunst 2013“ von Haas. Foto: Herbert Naujoks, Stuttgart.


Januar 2013

Der neue Mac Pro von Apple. Screenshot: Apple. via www.netztwelt.de

Der neue Mac Pro von Apple. Screenshot: Apple. via www.netztwelt.de


Juni 2013 · via netzwelt.de

Mehr zum Kalender „Schleifkunst 2013“
Mehr zum neuen Mac Pro von Apple.
Mehr zu Herbert Naujoks.
Mehr über Haas Schleifmaschinen GmbH.

Fotokunst mit Google Street View

Donnerstag, 06. Juni 2013

Doug Rickard's ”A New American Picture.“ Screenshot Kraas & Lachmann. Source: http://www.dougrickard.com/photographs/a-new-american-picture/

Doug Rickard’s ”A New American Picture.“ Screenshot Kraas & Lachmann. Source: http://www.dougrickard.com/photographs/a-new-american-picture/


via Slate · via Ute

Der US-amerikanische Künstler Doug Rickard hat aus abertausenden von Google-Street-View Aufnahmen in den USA eine Fotoserie destilliert, die so faszinierend wie trist ist. Rickard zeigt, wie er es nennt, die ”forgotten cities“ und die unübersehbaren Folgen der Banken-/Wirtschaftskrise für die von sämt­lichen konjunkturellen Aufschwüngen abgehängten Städte und de­ren Be­woh­ner. Nebenbei erbringt er noch den Beweis, dass jede Medaille zwei Seiten hat – selbst Google Street View.

zur Homepage von Doug Rickard
zur Fotoserie ”A New American Picture“

You’re on Earth. There’s no cure for that.

Freitag, 19. April 2013

Beckett, auch als Graffiti beeindruckend. via Sinan Afşin Şenol.

Beckett, auch als Graffiti beeindruckend. via Sinan Afşin Şenol.

Sinan Afşin Şenol hat ein schönes Foto eines ebenso schönen Beckett-Graffiti getwittert. Beckett selbst hätte es wahrscheinlich nicht so ge­fallen, da dieser unglaublich kluge und sensible Schriftsteller extrem bescheiden war und auch so gelebt hat.

André Bernold hat zum 100. Geburtstag von Beckett ein lesens- und sehenswertes Buch über Beckett geschrieben, das einem den Menschen Beckett ziemlich nahe bringt.

André Bernold: Becketts Freundschaft. Aus dem Französischen von Ulrich Krafft, mit Fotografien von John Minihan. 112 Seiten, Halbleinen, fadengeheftet. ISBN 978-3-937834-10-8. Erschienen bei Berenberg.

Tübingen, Kelternstraße 13, 12.20 Uhr

Dienstag, 18. Dezember 2012

Vor dem Weltuntergang wird aufgeräumt.

Vor dem Weltuntergang wird aufgeräumt.

Noch 6 Tage bis Heiligabend. Eine gute Zeit, aufzuräumen und auszu­mi­sten, nachdem sich die größte Jahresendhektik jetzt etwas gelegt hat.

3 Tage vor dem Weltuntergang haben wir endlich auch ein neues Foto an der Wand. Eine Hommage an den großen englischen Fotografen Martin Parr, der vor allem seine Landsleute in einer ganz besonderen Art und Weise portraitiert. Alex Rühle hat Anfang des Jahres in der SZ ein lesens­wertes Portrait über Parr geschrieben. Kann man hier noch nachlesen.

Die Boote fahren nicht mehr aus. / The boats don't go out anymore. (Howth 2011) Homage to Martin Parr. Foto: Norbert Kraas

Die Boote fahren nicht mehr aus. / The boats don't go out anymore. (Howth 2011) Homage to Martin Parr. Foto: Norbert Kraas


zum Vergrößern auf das Bild klicken

Gold wert: Blechfotografie

Freitag, 23. November 2012

American Tintype from Matt Morris Films on Vimeo.

Tintype ist ein fotografisches Direktpositiv-Verfahren, das technisch korrekt Ferrotypie heißt. Erfunden wurde das Verfahren, das auch als Blechfotografie bekannt ist, von Hamilton L. Smith. Ferrotypien werden direkt belichtet. Das Trägermaterial des Unikat-Abzugs ist ein lackiertes Eisenblech, auf dem die belichtete Kollodiumschicht sitzt.

Harry Taylor, den wir dort oben in dem kurzen Dokumentarfilm sehen, ist ein amerikanischer Fotokünstler, der mit dieser wunderbar veralteten Technik ungewöhnlich eindrucksvolle Porträts schafft, die man auf seiner Website bestaunen kann. Zum Niederknien schön! Schauen Sie mal:

Tintypes by Harry Taylor. Copyright: Harry Taylor · www.harrytaylorphoto.com

Tintypes by Harry Taylor. Copyright: Harry Taylor · www.harrytaylorphoto.com

Bärenpanther erneut aufgetaucht

Sonntag, 13. Mai 2012
Bärenpanter auf Beutezug im Klosterweiher am Kloster Kirchberg.

Bärenpanther auf Beutezug im Klosterweiher am Kloster Kirchberg. Foto: Kraas

Kirchberg, 13. Mai 2012
Zum zweiten Mal ist vor einigen Tage ein Bärenpanther in der Nähe von Tübingen gesichtet worden. Mit einem speziellen Nachtsichtgerät ist es einem Fotografen gelungen, dieses äußerst scheue und seltene Tier bei der Jagd im Weiher am Kloster Kirchberg bei Haigerloch zu fotografieren. Wildbiologen, denen das Foto vorgelegt wurde, vermuten, dass das Jungtier leichtsinnigen Altdeutsch-Rückenschwimmern auflauerte.

Trockendock Künstlerbund Tübingen

Dienstag, 10. April 2012
„Aufbau der Old Lady 2. © 2011 Ava Smitmas. Mischtechnik auf Hartfaser, 68 x 86 cm. Quelle: www.atelier-ava-smitmans.de

„Aufbau der Old Lady 2“ © 2011 Ava Smitmans, Tübingen Mischtechnik auf Hartfaser, 68 x 86 cm. Quelle: www.atelier-ava-smitmans.de

Die Boote fahren nicht mehr aus 1/3
Die Old Lady hat angelegt! Es passiert nicht oft, dass in Tübingens Altstadt Schiffe vor Anker gehen, ich meine richtige Schiffe. Norma­ler­weise haben wir es hier mit einer Handvoll Tret- und Ruderbooten zu tun, die von mutigen Landratten auf einem trägen Neckar bewegt werden.

Ein guter Grund also, sich die aktuelle Ausstellung von Ava Smitmans in der Galerie Künstlerbund und im Café Hanseatica anzuschauen. Zu sehen sind noch bis zum 28. April Bilder, Raum- und Klang­insta­lla­tionen, die allesamt mit einem ausgedienten Stückgutfrachter zu tun haben, das mit dem schönen Namen Old Lady wieder in Hamburg einlief und ursprünglich auf den Namen Bleichen getauft wurde. Die in Tübingen geborene Künstlerin, die lange in Hamburg gelebt hat, zeigt uns dieses ausrangierte Schiff und das maritime Drumherum in kräftigen Farben und handfesten Installationen, die den Glanz einer besseren Zeit ahnen, gleichzeitig die melancholische Schönheit des Niedergangs aufscheinen lassen.

„Mir wichtige Kleinigkeiten hebe ich gerne hervor, scheinbar un­be­deu­tende Orte, die wenig oder ungern wahrgenommen werden, nehme ich gerne zum Thema. Diese Orte dienen für mich als Anlass, Linien und Flächen, Farben und Formen miteinander sprechen zu lassen und so auch seelische Zustände auszudrücken“, schreibt Ava Smitmans auf ihrer Website.

Wer sich auf ihre Bilder und Installationen einlässt, bekommt eine Ahn­ung vom Seelenzustand eines Bootes, das nicht mehr ausfahren darf. Also, nehmen Sie sich Zeit und legen Sie an beim Künstlerbund Tübingen. Die Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag von 15 bis 18 Uhr und Samstag von 11 bis 14 Uhr. Am 28. April findet um 12 Uhr die Schiffverabschiedung (Finissage) statt.

Die Boote fahren nicht mehr aus 2/3
Dieser lakonische Satz kam mir während des Besuchs der Ausstellung in den Kopf. „Die Boote fahren nicht mehr aus. Bericht eines irischen Fischers“ ist der Titel der deutschen Übersetzung des Buches „The Islandman“ von Tomás O’Crohan. O’Crohan (1857-1937) lebte auf Great Blasket Island vor der irischen Westküste und beschreibt den Alltag der 150 Inselbewohner ungeschönt mit allen Höhen, Tiefen und Untiefen. Annemarie und Heinrich Böll (erinnert sich noch jemand an diesen großen und zutiefst menschlichen Schriftsteller?) lassen uns in ihrer guten Übersetzung teilhaben am Glück und Unglück der Fischer und ihren Familien, an ihren Festen, an ihrem Hunger, an ihrer Freude, wenn ein Schiff vor der Küste kenterte, und Wind und Wellen brauchbares Strandgut anspülten. Es ist eine Welt, die längst untergegangen ist, die es so nicht mehr gibt, und in der die Boote schon lange nicht mehr ausfahren. Wenn Sie die Ausstellung gesehen haben und demnächst ans Meer, gar nach Irland fahren, packen Sie das Buch ein.

Die Boote fahren nicht mehr aus 3/3

Die Boote fahren nicht mehr aus.  / The boats don't go out anymore. (Howth 2011) Hommage to Martin Parr. Foto: Norbert Kraas

Die Boote fahren nicht mehr aus. / The boats don't go out anymore. (Howth 2011) Hommage to Martin Parr. Foto: Norbert Kraas

Für alle Photographen* mit ph

Montag, 19. März 2012
Those were the days. Source: http://rb3photography.com/

Those were the days. Source: http://rb3photography.com/

via http://thingsorganizedneatly.tumblr.com/

Da werde ich am Montagmorgen richtig nostalgisch.

*Die männliche Form schließt auf diesem Blog die weibliche ein.