Mit ‘Foto’ getaggte Artikel

Fotokunst in Tübingen: spannend entspannend!

Montag, 02. August 2010
Untitled (Palast) 56, Thomas Florschuetz, 2006. Quelle: www.artnet.de

Untitled (Palast) 56, Thomas Florschuetz, 2006. Quelle: www.artnet.de

11 Minuten sind kein Tag
Durchschnittlich 11 Minuten, so las ich neulich in der Süddeutschen, kann man sich an einem durchschnittlichen Büroarbeitsplatz mit einer mehr oder minder durchschnittlich wichtigen Sache beschäftigen, bevor irgendeiner kommt und meint, er müsse einen wegen etwas noch viel Durchschnittlicherem unterbrechen. Das geht dann mit den Unterbrechungen so die nächsten 25 Minuten, bis man wieder 11 Minuten Zeit hat, da weiterzumachen, wo man zwangsweise aufgehört hat: z. B. auf dem Laptop eine 80seitige PowerPoint-Präsentation zusammenzunageln. Kein Wunder, dass in letzter Zeit immer mehr Leute den Horst machen und mal eben weg sind. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, ich bin für dieses fragmentierte Dasein nicht geschaffen und für’s permanente Multitasking schon gar nicht. Forscher befürchten deswegen sogar eine Verwahrlosung unseres Stirnlappens, schreibt die FAZ in einem sehr lesenswerten Artikel..

Untitled (Valkyrie), 2007-2008, Thomas Florschuetz. Quelle: http://www.artnet.de

Untitled (Valkyrie), 2007-2008, Thomas Florschuetz. Quelle: http://www.artnet.de

Kunstvoll abschalten
Mein Tipp, wenn Sie mal für 1-2 Stunden aussteigen wollen: Handy aus, Laptop aus und ab in die Kunsthalle Tübingen. Dort läuft nämlich noch bis 26. September eine ganz ausgezeichnete Ausstellung mit Fotografien von Thomas Florschuetz. Allein die großformatigen Werke über den verfallenden Palast der Republik kurz vor dem Abriss lassen einen staunen über Licht- und Linienführung von Florschuetz. Und bei den vor sich hin verrottenden ausgedienten Kampfjets und Hubschraubern, frage ich mich dann schon, was bleibt von unserem permanenten Gewusele.

Untitled (Brasilia) 05, 2008, Thomas Florschuetz. Quelle: http://www.artnet.de

Untitled (Brasilia) 05, 2008, Thomas Florschuetz. Quelle: http://www.artnet.de

Gehen Sie hin, es lohnt sich. Ich wünsche Ihnen jetzt schon genussvolle Momente und schöne Ferien!

Ein Ball sagt mehr als 1000 Worte

Donnerstag, 08. Juli 2010
Domingo's Ball, Mozambique. Foto: Jessica Hilltout. www.jessicahilltout.com

Domingo's Ball, Mozambique. Foto: Jessica Hilltout. www.jessicahilltout.com

„Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.“
Keine Ahnung, ob unsere Fußballer in Südafrika Samuel Beckett in der Hotel-Bibliothtek haben, das Zitat passt aber nach der Niederlage gegen Spanien ganz gut. Beckett geht es ums Aufstehen nach dem Scheitern, um die Hoffnung und den festen Glauben, dass es beim nächsten Mal besser wird. Scheitern gewissermaßen als positiv gedachtes Lebensprinzip, weil es eben „die“ Perfektion nicht gibt. Auch wenn uns das die Werbung und die Medien immer wieder suggerieren wollen: die perfekte Rasur, der perfekte Waschbrettbauch, der perfekte Busen, das perfekte Promidinner und so weiter und so weiter.

Nur Fußball
Ein bisschen Demut würde auch in der Kommunikation nicht schaden. Beckett selbst war übrigens unglaublich bescheiden und zurückhaltend und, auch das ist bekannt, in der Jugend ein begeisterter Sportler. Peter Handke soll ihn später mal gefragt haben, ob er fernsehe. Beckett: „Nur Fußball.“ Darauf Handke: „Beckett, das finde ich prima.“

Beira, Mozabique. Foto: Jessica Hilltout. www.jessicahilltout.com

Beira, Mozabique. Foto: Jessica Hilltout. www.jessicahilltout.com

Der Ball ist rund – aber nicht immer
Zurück zum Ball. Im New York Times Fotoblog habe ich vor ein paar Tagen von einem ganz wunderbaren Fotobuch gelesen. „Amen: Grassroots Football“ heißt es, und gemacht hat es die belgische Fotojournalistin Jessica Hilltout. Mit ihrer alten 1978er Hasselblad hat sie das Thema Fußball in Afrika auf ganz besondere Weise umgesetzt. Es sind Bilder, die anrühren: Bilder von selbst hergestellten Fußbällen und Fußballtoren, Bilder von Kindern, die keinen offiziellen Jaboulani-FIFA-WM-Ball für 100 Euro haben und denen Sepp Blatters Bannmeilen um die Stadien in Südafrika so was von egal sind. In „Amen: Grassroots Football“ geht es um das Spiel, um echte Leidenschaft und Begeisterung.

Sambos Sock, Burkina Faso. Foto: Jessica Hilltout. www.jessicahilltout.com

Sambos Sock, Burkina Faso. Foto: Jessica Hilltout. www.jessicahilltout.com

Für das Projekt hat Jessica Hilltout 10 afrikanische Länder besucht, mit dem Ziel, die Leidenschaft der Afrikaner für den Fußball einzufangen. Aber es ist nicht nur ein Buch über Fußball, wie sie selbst sagt: „This is not just a book about football or indeed Africa. It tries to capture the beauty and strength of the human spirit.“ Chapeau!

Pacasse, Mozambique. Foto: Jessica Hilltout. www.jessicahilltout.com

Pacasse, Mozambique. Foto: Jessica Hilltout. www.jessicahilltout.com

Ergänzung: 8.7.2010: Es gibt von Jessica Hilltout auf Vimeo ein paar nette Minifilme zu ihrem „Amen-Projekt“. Das ist einer davon:

Isaac makes a ball from THE AMEN PROJECT on Vimeo.

Jetzt wird’s ernst

Donnerstag, 01. Juli 2010

Einfach nur klasse! (Quelle: titanic-magazin.de)
Quelle: www.titanic-magazin.de

„Die Worte aus dem Munde des Weisen bringen ihm Gunst; aber des Toren Lippen verschlingen ihn selber.“
So steht’s im fünften Kapitel vom Prediger Salomo (Kohelet). Und genau diesen Eindruck hat man besonders bei den Toren der One-trick-Pony-Partei, die immerhin mal wirklich große Liberale wie Lord Ralf Dahrendorf zu den ihren zählen durfte. Heute setzt man dort auf Gorillas im Niebel.

Dank an Titanic für die geniale Bild-Wort-Kombination.