Der Stern der Werber sinkt dramatisch, lese ich in Spiegel Online. Der Glanz der Werbung sei verblasst. Und Jean Remy von Matt beklagt, auch in Spiegel Online, das entsetzlich schlechte humorlose Niveau deutscher Werbung. Da mag was dran sein. Aber man darf ja mal die Frage stellen, ob es ausschließlich an den sog. Kreativen in Deutschlands Agenturen von Kiel bis Tübingen liegt. Könnten nicht die Auftraggeber auch eine Teilschuld an der Werbemisere tragen? Sind wirklich nur die Werber schuld, dass Bierwerbung in unserem Land, bis auf wenige Ausnahmen, immer gleich aussieht, nämlich so: Bierflasche oder Glas mit Tropfen drauf, grüne Wiesen, Weizenfelder, Biergarten, viel Natur und schöne Menschen, deren Mimik zwischen glücklich und grenzdebil changiert? Wir alle kennen doch die Argumente, mit denen dem Humor und der Intelligenz in den Layouts der Garaus gemacht wird: zu gewagt, zu intelligent, das verstehen die Kunden nicht usw. usw. Wie machen das eigentlich die britischen Bierhersteller, deren Zielgruppe ja auch nicht nur aus hippem Jungvolk besteht. Warum finden ältere Biertrinker auf der Insel oder in Irland die Guinness-Spots so witzig. Warum trauen wir diesen Humor deutschen Biertrinkerinnen und Biertrinkern (egal welchen Alters) nicht zu? Kann mir das mal jemand erklären?
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Sehenswert: Guinness Werbespot “Rain”
Ergänzung vom 13.7.2009: Sehenswert in Sachen Biermarketing ist auch die Baseler Biermarke Unser Bier: authentisch, unterhaltsam und mit Augenzwinkern. Außerdem schmeckt das Bier auch klasse!