Mit ‘B2B’ getaggte Artikel

Leuchttürme im Social-Media-Sumpf

Dienstag, 11. Oktober 2011

update 12.10.2011
Alex schickt mir einen interessanten Link zum Thema: Robert Basic schreibt in seinem Blog: „Loser networken, Winner bloggen.“ Provokante These, höchst interessanter Post. Beitrag lesen: hier.

„Weblogs als Fels in der Brandung der Social Networks“, so titelt Vladimir Simovic einen lesenswerten Artikel. Zum Beitrag geht’s hier.

Mir sagte vor zwei Wochen ein Kunde aus dem Bereich Maschinenbau, dass Facebook von seinen Kunden, auch in den USA, eher als Kinderkram, ergo als nicht relevant angesehen wird.

Wie sehen Sie das?

Hört das denn nie auf?

Mittwoch, 07. September 2011
Anzeige für Lasermarkiergerät. Gesehen in technischem Fachmagazin.

Anzeige für Lasermarkiergerät. Gesehen in technischem Fachmagazin.

Wer muss hier sein Territorium markieren? Gehören wir zu den Caniden, die ständig Duftmarken hinterlassen müssen? Wie viel Einhörner und Hasen wohl wegen dieser Anzeige sterben mussten?

Hört das denn nie auf mit frauenverachtender, schlecht gemachter Werbung für technische Güter?

Absage an den schlechten Geschmack

Mittwoch, 03. August 2011

Ja, ich weiß, beim Filmfestival in Cannes 2011 ist der letzte Vorhang längst gefallen. Trotzdem wollte ich noch schnell das offizielle Poster zeigen, das in puncto Grafik, Typographie und Fotografie nicht besser hätte sein können. So was würde ich gerne mal im B2B-Bereich sehen.

Perfekt: Offizielles Poster Cannes 2011. via www.firstshowing.net

Perfekt: Offizielles Poster Cannes 2011. via www.firstshowing.net


Danke Alex für den Tipp!

Werblicher Sondermüll: schlecht fürs Karma

Dienstag, 12. April 2011

update: 19.5.2011
Die Kollegen von the missing link haben auf ihrem Blog haben auch ein schönes Beispiel für werblichen Sondermüll mit halbnackter Frau. Sehenswert.

update: 14.4.2011
Der Werbeblogger macht auf einen ziemlich blöden Spot aufmerksam, der zu den beiden Anzeigen da unten passt.


Peinliche Ironie auf gut Deutsch! via Werbeblogger

Schlecht fürs Karma
Schlechte Werbung, und davon gibt es ziemlich viel, ist ziemlich schlecht fürs Karma! Denn immer dann, wenn irgendwo eine schlechte Werbung veröffentlicht wird, muss ein niedlicher Hase oder ein märchenhaftes Einhorn dran glauben.

Wie viele Tiere wohl wegen dieser Anzeigen sterben mussten?


Was, bitteschön, hat der Brustumfang einer Blondine mit Partikelmessung zu tun? Eben! Wer denkt sich so was aus, im Jahr 2011? Wer verantwortet so was? Soll das witzig sein? (Quelle: Maschine + Werkzeug 3/2011)


Welche Klischees sollen mit diesem Motiv bedient werden? Weiße Frau mit langen Krallen hat schwarzen Sklaven zum Fressen gern? Geht’s noch?!!! (Quelle: Industrieanzeiger 8/2011)

Murmeltiertag in der Werbung?
Es gab mal eine Zeit, als Autowerkstätten und Bundeswehrstuben ohne Fotos von nackten Frauen nicht als Autowerkstätten und Bundeswehrstuben wahrgenommen wurden. Das ist ziemlich lange her. Kommt der ganze Mist jetzt wieder? Halbnackte Frauen, die lasziv auf eine Zündkerze starren? Gibt es in der Werbung so was wie einen Murmeltiertag?

Was meinen die Leserinnen des Reklamekaspers zu dem Zeugs da oben? Auf Kommentare freut sich wie immer

Ihr Reklamekasper

P.S. Vor einigen Jahren stellte mal ein Freund von mir die Theorie auf, dass es zwischen den Besuchern von Metallbearbeitungsmessen und denen von Erotikmessen eine große Schnittmenge gibt. Ist da was dran?

Mal so richtig aufräumen

Freitag, 01. April 2011
Passend zur Fastenzeit: Aufgeräumtes Stilleben mit Maultaschen. via http://thingsorganizedneatly.tumblr.com

Passend zur Fastenzeit: Aufgeräumtes Stilleben mit Maultaschen. via http://thingsorganizedneatly.tumblr.com

Ich weiß nicht, wie’s Ihnen so geht, aber mich befällt von Zeit zu Zeit ein großes Verlangen, mal so richtig aufzuräumen. Ganz ohne esoterisches Feng-Shui-Tralala. Einfach aufräumen. Meinen Schreibtisch, die Oberfläche meines MACs, den Zeitungsstapel zu Hause, die Kinderzimmer, das Durcheinander im Kopf… es gäbe zig Beispiele. Aufräumen und entrümpeln müsste man natürlich auch die vielen B2B-Anzeigenfriedhöfe, mit denen man als Leser von Fachzeitschriften ständig gequält wird. Vom heillosen Durcheinander in der großen Politik ganz zu schweigen.

Schön aufgeräumt
Things organized neatly heißt eine schöne Website, auf der hunderte von Beispielen zum Thema Aufräumen zu sehen sind. Das ist die ideale Seite für Menschen wie mich, die’s gerne mal richtig aufgeräumt haben, aber viel zu selten dazu kommen.

Studioequipment eines Fotografen/Desinger. via http://thingsorganizedneatly.tumblr.com/post/4239166990/submission-after-realising-that-a-lot-of-the

Aufgeräumtes Studioequipment. via http://thingsorganizedneatly.tumblr.com/post/4239166990/submission-after-realising-that-a-lot-of-the

Aufgeräumt Musik machen? Geht prima:

TEDxAustin from One Year Study on Vimeo.

Eröffnungsvideo für die Konferenz TEDxAustin. Quelle: http://oneyearstudy.com/

Kolle Rebbe hat für Bisley mal eine aufgeräumte Anzeigenkampagne gemacht:

Aufgeräumte Anzeige aus der Bisley-Kampagne. via http://www.horizont.net

Aufgeräumte Anzeige aus der Bisley-Kampagne. via http://www.horizont.net

Wo würden Sie gerne mal aufräumen?

Gut gemeint ist nicht gut gemacht

Donnerstag, 15. Oktober 2009

„Ideen zu haben ist himmlisch, sie auszuarbeiten die Hölle.“ Dieses Zitat wird dem belgischen Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Maurice Maeterlinck (1862–1949) zugeschrieben.

Ein netter Ausspruch, der gerne auch mal von uns sogenannten Kreativen bemüht wird. Besonders dann, wenn ein Gegenüber mal wieder der Meinung ist, die Agentur solle einfach nur mal schnell eine „pfiffige“ Idee liefern, umsetzen könne man es ja dann alleine, dazu brauche man die Agentur nicht. Wozu auch? „Wissen Sie, das machen wir inhouse, auf dem kleinen Dienstweg, quick and dirty.“ Und überhaupt, der Bruder der Chefin, ja der hätte ein richtig gutes Händchen fürs Fotografieren, und für Betriebsfeiern schreibe er auch immer so launige Gedichte.

Starke Sache? Quelle: Form+Werkzeug 5/09

Aber nein, das ist kein Witz, sondern oft erlebte Realität. Die Ergebnisse solcher „In-house-Aktionen“ sind allerdings manchmal sehr witzig. Wie man an der o.g. Anzeige der Firma bedra sehr schön sehen kann. Vom Oberarm bis hin zur Tätowierung, hier signalisiert alles provinzielle Mittelmäßigkeit. Von Leidenschaft keine Spur, wie uns die Headline suggeriert. Mal ganz abgesehen davon, dass weder eine Internet- noch eine Postadresse dem potenziellen Kunden die Kontaktaufnahme ermöglichen. Wie man sieht, ist es durchaus möglich, jede gute Idee mit einer schlechten Umsetzung in den Marketingabgrund zu stoßen.

Die gleiche Idee, aber etwas anders und zeitlich lange vorher umgesetzt in einer Anzeigenkampagne für die Walter AG, einer der führenden Hersteller von Präzisionswerkzeugen zur Metallbearbeitung.

Anspruchsvolles Produkt, anspruchsvolle Umsetzung.

Anspruchsvolles Produkt, anspruchsvolle Umsetzung.

Anpacken statt jammern: mit Innovationen aus der Krise

Mittwoch, 23. September 2009

Der Tiger schlägt wieder zu.

Europa brauche dringend Innovationen, investiere aber zu wenig. Das schreibt Jeanne Rubner in der SZ vom 22.9.09. Auf viele Bereiche mag dies zutreffen, aber nicht auf alle Unternehmen.

Denn die Unternehmen, die ich persönlich kenne, sind auch während der Krise in Sachen Forschung und Entwicklung nicht untätig, sondern machen das, was den Mittelstand schon immer ausgezeichnet hat. Anstatt zu jammern und auf die Hilfe der Politik zu hoffen, packen sie an. „Macha, id schwätza,“ sagt man hier bei uns im Schwäbischen.

Erfolgsgeschichte wird fortgeschrieben
Und getreu diesem Grundsatz „Machen, nicht reden“ haben Ingenieure unseres Kunden Walter AG ein neues, absolut heißes Produkt zur zerspanenden Metallbearbeitung entwickelt. Vor zwei Tagen auf der Pressekonferenz warfen gut 30 Journalisten schon mal einen ersten, neugierigen Blick auf diese neue Hartmetallwendeschneidplatte. Mehr darf ich Ihnen leider nicht verraten. Denn genaue technische Details werden auf einer internationalen Pressekonferenz im Oktober in Mailand bekannt gegeben.

Mit dem neuen Produkt erfolgt ein sog. Relaunch (man könnte auch Wiederaufladung sagen) der Marke Tiger-tec®. Unter diesem Markennamen wurde im Jahr 2001 eine Wendeschneidplattenfamilie eingeführt, die innerhalb kürzester Zeit weltweit Marktführerstatus erlangt hat. Zum einen, weil das Produkt die Anwender durch seine Leistungsfähigkeit überzeugen konnte. Zum anderen, weil Art und Umfang der Kampagne in der Investitonsgüterwerbung (heute sagt man B2B) außergewöhnlich und neu waren.

Mit Emotionen Ingenieure begeistern
Denn da wurde ein technisches Produkt, dessen Herstellung ziemlich kompliziert und schwer vermittelbar ist, vermarktet wie ein Konsumgut: emotional und packend. Und das obwohl sich ja hartnäckig das Gerücht hält, Ingenieure und Techniker interessierten sich nur für Fakten und Zahlen. Blödsinn, sage ich. Ingenieure und Techniker sind Menschen mit Herz und Verstand und begeisterungsfähig: auch für Werbung, wenn die Kampagne zum Unternehmen und zum Produkt passt.

Shine a light: Glühbirne leuchtet seit 1901!

Dienstag, 01. September 2009

Leuchtet seit 1901, die Centennial Bulb.
Leuchtet seit 1901, die Centennial Bulb in Livermore, Kalifornien.

Also schön, ich geb’s zu: Auch ich hab’ die Fassung verloren, als ich erstmals davon hörte, dass im September 2012 endgültig Schluss sein soll mit der guten alten Glühbirne. Allein schon dieses schöne Wort Glühbirne (das müssen Sie mal halblaut im Schein einer 25 Watt Birne vor sich her sagen) wäre es Wert, das Erbe Thomas Edisons intensiv weiter zu pflegen. Wie kalt klingt dagegen das Wortungetüm Energiesparlampe!

Jetzt wird’s ernst.
Seit 1. September dürfen in der EU keine matten Birnen oder 100-Watt-Birnen mehr hergestellt werden. Und auch wir bei Kraas & Lachmann werden uns umstellen und darauf vertrauen, dass innovative Firmen (als B2B-Agentur zählen wir solche zu unseren Kunden) Leuchtmittel entwickeln, die es vom Licht lässig mit der Glühbirne aufnehmen können. Ob es den Marketingexperten allerdings gelingen wird, einen Mythos Energiesparlampe zum Leuchten zu bringen? Mal sehen.

Für Wehmütige
Für alle die jetzt schon wehmütig der Glühbirne nachtrauern, empfehle ich regelmäßig einen Blick auf die Webcam der Feuerwehr des kleinen Örtchens Livermore in Californien. Dort verströmt eine 4-Watt-Glühbirne seit 1901 (sprich seit 108 Jahren!) ihr magisches Licht.

P. S.: Wie viele Microsoft-Mitarbeiter braucht man, um eine Energiesparlampe zu wechseln? Antwort: vier: Der erste wechselt die Lampe; der zweite ändert die Fassung, so dass keine Apple-Lampen hineinpassen; der dritte baut einen Kurzschlussmechanismus ein, der Sun-Leuchten zerstört – und der vierte macht dem amerikanischen Justizministerium klar, dass das alles lauterer Wettbewerb ist.

Humor im Wahlkampf – geht doch!

Dienstag, 11. August 2009

Vor ein paar Tagen habe ich hier noch meine schlimmsten Befürchtungen hinsichtlich eines wahrscheinlich extrem langweiligen Wahlkampfes zum Ausdruck gebracht. Und jetzt das:

Endlich kommt Humor auf.

Endlich kommt Humor auf. Quelle: Stern online


Im Stern online sehe ich das Plakat der CDU-Politikerin Vera Lengsfeld aus Berlin. Chapeau Frau Lengsfeld. Ich gratuliere Ihnen zu Mut, Humor und Gelassenheit inmitten unserer bisweilen hysterisch-gender-gemainstreamten Gesellschaft, der die political correctness zum Teil schon zu den Ohren rauskommt. Peinlich finde ich den Kommentar des sog. Kommunikationsforschers Michael Scharkow in der taz, der da labert, die CDU sollte “staatstragender” wahlkämpfen und meint, die Wähler (in unserer Branche würde man von Zielgruppe sprechen) würden diese Art von Selbstironie nicht goutieren.

Ein Argument, das ich leider auch manchmal von Kommunikationsverantwortlichen in der Industrie höre. Da heißt es dann gerne auch mal, die Zielgruppe (z. B. Techniker und Ingenieure) verstehe das nicht und denke Tag und Nacht nur an Zahlen und Fakten. Leider falsch. Denn auch Ingenieure und Techniker haben ein Herz und Humor und fühlen sich von guter Werbung mit Humor und Augenzwinkern angesprochen.

Was meinen Sie?
1. Darf eine Politikerin so für sich werben?
2. Haben Ingenieure und Techniker Herz und Humor?
Ich freue mich auf Ihren Kommentar hier im Blog.

Diese Marke lebt: „Der Bomber der Nation“

Donnerstag, 25. Juni 2009

Es gibt Momente im Leben, die einen in einer Sekunde rausziehen aus dem ganzen anstrengenden Alltag. Momente, in denen Wirtschaftskrise, Schweinegrippe und das ganze Zeug mal weit weg sind. Heute morgen um halb Sieben war so ein Moment. „Papa, weißt Du eigentlich, wer der Bomber der Nation ist?“, fragt mich unser vierjähriger Henry und guckt mich ganz erst an. Mir wär fast die Milchflasche aus der Hand gefallen; und vor meinem geistigen Auge war es wieder da: das Siegtor von damals, 74 in München, kurz vor der Pause. „Klar kenne ich den Bomber der Nation,“ sage ich meinem Kleinen und dann versammelt sich unsere ganze Familie vor dem MAC und schaut schnell dieses Tor auf Youtube an. Auf dem Weg ins Büro ist mir dann klar geworden wie unglaublich das ist, wenn Kindergartenknirpse im Jahr 2009 mit großen Augen von Gerd Müller sprechen. Diese Marke, wenn man bei einem Menschen überhaupt von einer Marke sprechen darf, lebt und ist immer noch mit enorm viel positiver Energie aufgeladen. Was sagt uns das? Um eine Marke aufzubauen oder zu werden braucht es Unverwechselbarkeit, Qualität, Konstanz, Glaubwürdigkeit und das alles über einen sehr langen Zeitraum. Wenn heute also sog. Marketinggurus und selbst ernannte Brandingexperten einem schwäbischen Mittelständler ins Ohr säuseln, dass sie aus seiner Firma in Null Komma nix eine Kultmarke im B2B-Bereich machen, dann sollte man ganz hellhörig werden. Und wie gesagt: „Wichtig is aufm Platz“.