Mit ‘App’ getaggte Artikel

Wörter des Jahres 2010

Freitag, 14. Januar 2011

Nein, „Facebook“ ist es nicht, das Wort des Jahres 2010 in den USA. „Oil spill“ hat’s auch nicht geschafft; die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist ja auch längst wieder gut. Schön technisch abstrakt finde ich übrigens die Erklärung zu Oil spill auf der englischen Wikipedia-Seite: „An oil spill is a release of a liquid petroleum hydrocarbon into the environment due to human activity, and is a form of pollution.“ „Ach was“, würde Loriot sagen.

Das Wort des Jahres in den USA ist übrigens „App“. Ich bin beeindruckt. Sie?

Das Wort des Jahres in in den USA. Quelle: www.americandialect.org

Das Wort des Jahres 2010 in den USA. Quelle: www.americandialect.org

Smart Phones sind die neuen Kuscheltiere
Zu Facebook gibt’s auch noch ein paar Informationen. Auf mashable.com ist zu lesen, dass 48 Prozent aller 18 bis 34 Jahre alten US-Amerikaner direkt nach dem Aufwachen auf ihre Facebook-Seite gehen. 28 Prozent machen das sogar noch im Bett, wo die Smart Phones offensichtlich die Kuscheltiere abgelöst haben.

Obsessed with Facebook. Quelle: www.onlineschools.org via www.mashable.com

Obsessed with Facebook. Quelle: www.onlineschools.org via www.mashable.comHier geht's zur Originalinfografik.

Hier gehts zur Originalgrafik.

Ich-AG statt Empathie
Irgendwie schon erschreckend, die Zahlen da oben, oder? Vor ein paar Monaten habe ich in der Süddeutschen von einer Studie der Universität Michigan gelesen, die zu dem Schluss kommt, dass amerikanische Studenten in Sachen Empathiefähigkeit in den letzten 30 Jahren extrem abgebaut haben. Einfühlungsvermögen ist nicht mehr angesagt, die Fähigkeit, sich in den Mitmenschen hineinzuversetzen ist deutlich weniger geworden. Die amerikanischen Wissenschaftler vermuten, so die SZ, dass auch soziale Netzwerke zum Niedergang der zwischenmenschlichen Kommunikation beitragen. Wie gesagt, nur eine Vermutung.

Ob mit der Abnahme des Einfühlungsvermögens auch Werbekampagnen ichbezogener, egoistischer und kälter werden, muss beobachtet werden.

Ich bin jedenfalls der Meinung, dass Einfühlungsvermögen eine unabdingbare Voraussetzung für die Entwicklung guter Kommunikationsmaßnahmen ist. Wie sonst soll ich meinen Kunden, dessen Zielgruppe oder dessen Produkt richtig verstehen.
Mal ganz abgesehen davon, dass eine Gesellschaft ohne Empathiefähigkeit und ohne Mitgefühl über kurz oder lang den Bach runtergeht. Aber das ist eine andere Geschichte.

Bis dann.

Ihr Reklamekasper

P.S. Das Wort des Jahres in Deutschland lautet, halten Sie sich fest, „Wutbürger“. Klingt grässlich, oder nicht?

P.P.S. Schöne, komische, witzige, traurige Wörter hat der leider viel zu früh verstorbene Robert Gernhardt aneinander gereiht wie kaum ein Zweiter. „Wörtersee“ heißt einer seiner Gedichtbände, gibt’s auch als Hörbuch.

Dittsche, BILD, App

Donnerstag, 09. Dezember 2010
Dittsche verkauft Seele

Hat man Worte?

Grimmepreisträger Olli Dittrich wirbt als Dittsche für das BILD-App – und die Schwarzweißseher sind in heller Aufruhr. Hat Olli Dittrich seine Seele verkauft? Der Spot ist gut gemacht.


via Fontblog

Und weil’s gar so schön ist, hier nochmal der taz-Spot, den BILD vergeblich verbieten lassen wollte. Ja, ich weiß, hatten wir hier schon mal.

Der Migrationsassistent

Mittwoch, 01. Dezember 2010

Vor ein paar Tagen habe ich hier zum Thema Integrationsverweigerer und Kopftuchmädchen gebloggt. Alle Welt zerbricht sich ja den Kopf darüber, ob wir die Menschen mit Migrationshintergrund (was für ein Wortungetüm) in unserer Gesellschaft haben wollen, weil sie dazugehören, ganz einfach als Mitmenschen. Oder nur weil wir hoffen, dass sie mal unsere Rente bezahlen und eine gute Zielgruppe für was-weiß-ich-welche-Produkte-abgeben. Migration als Herkulesaufgabe und keine Lösung in Sicht? Oder etwa doch?

Migrieren ohne Ende, mit dem Migrationsassistenten.

Migration light: mit dem Migrationsassistenten. Quelle: www.apfelwiki.de

Denn vor zwei Minuten sehe ich zufällig auf unseren neuen MACs, die gerade installiert werden, die Lösung aller Integrations- und Migrationsprobleme: Der Migrationsassistent, von Apple-Freaks auch liebevoll auch Migrationsassi genannt. Wäre es nicht schön, wenn wir alle immer so einen Migrationsassistenten bei uns hätten? Das Ding könnte man doch auf den neuen Personalausweis spielen, oder auf die Gesundheitskarte, oder gleich auf allen iPhones, Blackberries etc. als App vorinstallieren. Und vielleicht gibt’s ja da draußen noch ein paar Softwarefreaks, die uns zum Migrationsassistenten noch den Integrationsassistenten als App programmieren.