Banalität erfreut durch Dauer.“ Frei nach Robert Gernhardts Gedicht „Häßlichkeit“.
Ich frage mich, ob man Chanel für den peinlichen Pitt-Spot in Den Haag verklagen kann? Die Parodien sind übrigens sehenswert.
Apple, das waren ja früher mal die Guten, und die Apple-User waren mindestens die Superguten. Alle anderen waren blöd, gierig, machtgeil, korrupt, und was weiß ich. Nun haut Apple Inc. seit einer Weile einer Bonner Kleinunternehmerin, die ein Café namens Apfelkind betreibt, das internationale Markenrecht um die Ohren. (mehr dazu u.a. hier in Spiegel Online). Was sagt man dazu? The Arrogance of Power.
General Electric macht unter anderem Lokomotiven; die Marketing-Leute von GE haben einen unterhaltsamen, kleinen Film darüber gemacht. Der Clip wurde auf Youtube mehr als 600.000 Mal angeschaut und vermittelt auf ansprechende Art und Weise die Qualität und Leistungsfähigkeit der GE-Loks – und zwar ohne dass ständig über Qualität und Leistungsfähigkeit gefaselt wird. Wie man’s ja in der Industriewerbung gerne mal hat.
Hier noch ein kurzes Making-of
Wie macht man aus einem auf den ersten Blick eher unattraktiven Produkt – ich spreche von Gummmistiefeln – eine renommierte Marke, die den Landwirt in der Bourgogne ebenso anspricht wie den Hundebesitzer in der Großstadt. Zum Beispiel auch mit einem gut gemachten Film über die sorgfältige Herstellung von Gummistiefeln, der sich Aigle seit 1853 verschrieben hat.
Kann mir jemand eine deutsche Gummistiefel-Marke mit ähnlichem Renommée nennen?
vane (Substantiv, techn.): die Leitschaufel (Turbinen & Generatoren), das Flügelrad, der Leitflügel, die Leitwand, das Okulardiopter, der Drehschieber, die Fahne, der Flügel, der Schieber, der Strömungsteiler, die Trennwand, die Wetterfahne, die Windfahne, der Windflügel
vain (Adjektiv): aufgeblasen, eingebildet, eitel, leer, nutzlos, vergebens
Quelle: Leo
Anmerkung: Unser Kunde Haas baut Schleifmaschinen, mit denen so komplexe Bauteile wie Vanes aufs Muggaseggele genau bearbeitet werden.
You’re so vain! Tolles Lied von Carly Simon hat überhaupt gar nichts mit Flugzeugturbinen zu tun. Mehr dazu hier.
„Nachahmung ist die höchste Form der Anerkennung.“
Vor 10 Jahren haben wir für unseren Kunden Zeutschel (ein führender Anbieter von digitalen und analogen Speichersystemen) eine Anzeigenkampagne mit ironischem Unterton zum Thema Archivierung von Kulturgütern entwickelt. Die Motive liefen viele Jahre und haben in der Archiv- und Museumswelt Aufmerksamkeit und Schmunzeln hervorgerufen. Die „Sardinendose“ kam besonders gut an.
Honi soit qui mal y pense
Nun schickt mir die Marketingleiterin von Zeutschel gerade eine Mail und weist mich auf eine Anzeige der Firma Archiversum hin. Auch wenn hier leider der Witz abhanden kommt, da das Motiv – völlig ironiefrei – das Haltbarmachen von Büchern mittels Konservendose als probate Methode darstellt: eine gewisse Ähnlichkeit zum Original kann man dem Motiv nicht absprechen, oder? „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.“, lautet das Motto des englischen Hosenbandordens.
Welche Umsetzung gefällt Ihnen besser? Wenn Sie die Motive größer sehen wollen, einfach drauf klicken.
Wir halten uns einstweilen an Oscar Wilde, von dem das schöne Zitat mit der Nachahmung stammen soll. Vielleicht hat der gute Wilde aber auch nur Charles Caleb Colton (1780 – 1832) nachgeahmt. Von dem stammt nämlich dieser Spruch: ”Imitation is the sincerest form of flattery“.
P.S. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass die Zeutschel-Anzeigen Vorbildcharakter angenommen haben. Schauen Sie mal hier.
Vor ein paar Monaten hat unser Kunde Haas Schleifmaschinen GmbH eine neue bahnbrechende Schleifsoftware vorgestellt. Wir haben die gesamten Kommunikationmaßnahmen rund um die Markteinführung entwickelt. Teil des Konzepts, bei dem es u.a. um die Visualisierung des Themas „Menschliche Vorstellungskraft und deren Grenzen“ geht, waren u.a. die Namensfindung „Multigrind®Horizon“ und die Entwicklung einer zentralen Bildidee. Und die hat auf der GrindTec im März für einiges Aufsehen und etliche Schmunzler gesorgt. Hier ein paar Kommentare: „Ein Rettich und Software?“ „Warum das denn?“ „Und sieht der Rettich nicht aus wie…?“
„Auf so was kommen nur Männer.“
Nein, auf so was kommen nicht nur Männer. Die wirkungsvolle Idee mit dem Rettich als Key Visual stammt von meiner klugen, humorvollen Frau und Kollegin Corinna Kern. Wenn Sie wissen möchten, was sie sich dabei gedacht hat, schreiben Sie ihr.
Noch bis Samstag können Sie übrigens den Haas-Rettich auf der AMB in Stuttgart (Halle 8, Stand B71) bewundern.
Wussten Sie eigentlich, dass ein Rettich unseren gesamten Tagesbedarf an Vitamin C deckt? Dazu enthält dieses schöne Kreuzblütengewächs „etwas Eiweiß, Carotin, einige B-Vitamine, reichlich Kalium, Natrium, Magnesium, Kalzium, Phosphor, Eisen und Enzyme, vor allem aber ein schwefelhaltiges Öl, das Raphanol, sowie mehrere Senfölglykoside und Bitterstoffe, die eine antibiotische Wirkung haben, gallentreibend sind und in den Atemwegen Schleim lösen.“ (Quelle Wikipedia)
Ach ja, der Rettich gilt im Volksmund auch als Aphrodisiakum.
Mahlzeit!
Ihr Reklamekasper
P.S. Wir wissen natürlich alle, dass ein mutiges, intelligentes Konzept ohne einen mutigen, intelligenten Kunden mit Humor nicht funktioniert.