Nicht mehr taufrisch, aber interessant und unterhaltsam
Der Spot von BILD für einen Handytarif
Was Ditsche (genial: Olli Dittrich) daraus macht
Nicht mehr taufrisch, aber interessant und unterhaltsam
Der Spot von BILD für einen Handytarif
Was Ditsche (genial: Olli Dittrich) daraus macht
update 13.12.2011 Andrian Kreye macht mich via Twitter auf einen Artikel dazu in der NYT mit schöner Illu aufmerksam.
Geiz ist geil auf amerikanisch
Amazon bietet den Kunden in den USA ab sofort bis zu 5 Dollar, wenn sie in den nächsten Buchladen gehen, ein Produkt via Price-Check-App (stellt Amazon zur Verfügung) scannen und dann das Produkt bei Amazon kaufen. Mindesteinkauf muss 100 Dollar betragen.
via Perlentaucher. Original bei Gawker
Es lebe die Buchpreisbindung und der Buchändler um die Ecke!

Sparkasse Website. Quelle: www.sparkasse.de
Es klingt wie ein Sketch des großen Loriot. Der Deutsche Sparkassenverband, der gerade schlappe 850 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem Kauf der Landesbank Berlin (LBB) ab- bzw. in den Wind schreiben muss, leistet sich seit einer ganzen Weile einen Farbenkrieg mit allen möglichen Bankinstituten, die es wagen, die Farbe Rot ins Logo aufzunehmen. Im Moment geht es gegen die spanische Banco Santander, wie die WELT online berichtet. Ich bin froh, dass wir auf dem Bankensektor derzeit keine anderen Sorgen haben.
Banco Santander Website. Quelle: www.bancosantander.es
Sparkassen, das waren doch die mit den Fähnchen, oder? Genau, und die Ente bleibt draußen.
Ursprünglich mal eine kleine Fastenzeit und Zeit der Besinnung, ist der Advent heute zu einer Zeit des besinnungslosen Konsums verkommen. Die Supermarktgedichte des isländischen Autors Andri Snæ Magnason sind ein poetischer Kommentar zum Konsumwahn unserer globalisierten Welt. Das Buch ist ein echtes Adventsschnäppchen, denn es gibt zwei Sprachen für einen Preis. Eine Kostprobe:

Bónus: Supermarktgedichte. Quelle: www.orange-press.com
The Naked Chef
Die Kochbücher sollten im selben
Regal stehen wie die Pornohefte
Die Leute blättern und sabbern
machen aber nie was davon in echt
Nakti kokkurinn
Matreiðslubækurnar ættu
að vera í sömu hillu og dónablöðin
Menn slefa yfir þeim en gera
aldrei neitt af þessu í alvörunni
aus: Bónus – Supermarktgedichte, zweisprachig Isländisch-Deutsch, erschienen beim Verlag orange press in Freiburg, und nur 9,99 in jeder guten Buchhandlung. Mal reinschauen
Die SZ schreibt: „Magnason schafft es völlig unangestrengt sowohl die Weltliteratur als auch die ganze isländische Geschichte zu streifen.“
Der Reklamekasper schreibt: „Magnason schafft es mit seinen kurzen, verständlichen Gedichten den Leser zu streifen – nicht wie ein Windhauch, sondern eher wie ein Linienbus. Ein Muss für jeden Gabentisch!“
Die Gedichte wurden übrigens tatsächlich als Auftragsarbeit für die isländische Supermarktkette Bónus geschrieben, und Magnason musste einen Lieferantenvertrag wie jeder Saft- oder Schinkenlieferant unterschreiben. Darin steht u.a., dass der Produzent (der Dichter) für mögliche Schäden, die durch den Genuss seiner Ware entstehen, verantwortlich ist.
Wie sagt der Isländer: Geiz Lyrik ist geil.

Broschürenalarm in Tübingen. Foto: Reklamekasper
Meine Kollegin Gabi wollte mir gestern einen besonders guten Start in die Woche gönnen und hat mir diesen kleinen Ausriss aus der hiesigen Tageszeitung mitgebracht. Da bekommen die Worte Broschüren- oder Flyeralarm eine ganz neue Bedeutung. Hat jemand schon mal erlebt, wenn sich Handwerker über fachfremde Pfuscher aufregen?
„Kinder im Kaufrausch“, lautet die Überschrift eines lesenswerten Artikels in der SZ vom Wochenende. Es geht um die Zielgruppe Kind und um die Tatsache, dass Markentreue schon sehr früh beginnt. Was wiederum die Experten der Werbeindustrie auf den Plan ruft, die von „moralisch vertretbarer Verhaltensbeeinflussung“ sprechen. Auf Deutsch: Kinder sollen möglichst früh und fest an den Markenhaken genommen werden.

Alles für die Marke: Joseph Tame läuft das Apple-Logo. Source: http://josephta.me · via www.heise.de
Es gibt ja mittlerweile schon wieder Leute, denen der ganze iPhone-iPad-iGod-Zauber ziemlich auf den Keks geht. Hat die gnadenlos erfolgreiche Apple-Marketingwelle ihren Scheitelpunkt erreicht? Wir werden sehen.
Es gibt aber immer noch zahllose Apple-Jünger, die sich tagelang die Beine in den Bauch stehen für ein neues Apfel-Produkt. Und dann gibt es da noch Apple-Fans wie Joseph Tame, Digital Media Producer in Tokio, der vor lauter Begeisterung und Dankbarkeit mal schnell das Apple-Logo via GPS, Runkeeper und iPhone in den Stadtplan von Tokio gelaufen ist. 21 km war der Mann dafür unterwegs, ein veritabler Halbmarathon im Dienste der Marke Apple. Das nenne ich Markenbegeisterung.
Sind Ihre Kunden von Ihrer Marke so begeisert, dass sie Ihr Firmenlogo in einen Stadtplan laufen würden?
Kai Diekmann, Kohl-Freund und Chefredakteur von BILD, hat gerade Meedia ein großes Interview gegeben und den schönen Satz gesagt: „BILD muss süchtig machen.“ (via Perlentaucher)
Nicht gesagt hat Kai Diekmann, wie man diese Sucht therapieren soll, und ob die Krankenkassen die Kosten dafür tragen. Diekmann hat auch nicht gesagt, was das denn für Menschen sind, die ohne BILD nicht können.
Aus aktuellem Anlass, und weil’s gar so schön ist, deshalb jetzt noch mal der taz-Spot, den BILD verbieten lassen wollte.
Spot mit Suchtpotential
Noch jemand nach irgendwas süchtig? Nach guter Werbung zum Beispiel?
Ja, ich weiß, beim Filmfestival in Cannes 2011 ist der letzte Vorhang längst gefallen. Trotzdem wollte ich noch schnell das offizielle Poster zeigen, das in puncto Grafik, Typographie und Fotografie nicht besser hätte sein können. So was würde ich gerne mal im B2B-Bereich sehen.

Perfekt: Offizielles Poster Cannes 2011. via www.firstshowing.net
Dirt Devil-The Exorcist from MrPrice2U on Vimeo.
Mein Kollege Jörn schickt mir gerade diesen Link (Danke!). Spannung, Humor, Überraschung: alles drin, was gute Werbung ausmacht.
Warum gibt’s nicht mehr davon? Liegt’s an der Einfallslosigkeit der Agenturen? Liegt’s an der Mutlosigkeit der Auftraggeber? Wollen wir, die Konsumenten, mit immer dem gleichen Werbekäse ins Konsumdelirium gelangweilt werden?
Warum wird in Briefings gerne großspurig ein kreativer Big Bang gefordert und dann im Pitch ein lächerliches Mini Bängle ausgewählt? Kapiert das jemand?
Schönes Wochenende!
Ihr Reklamekasper