Archiv für die Kategorie ‘Sprache’

Die Weihnachtsgeschichte – von Dylan Thomas

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Eines Kindes Weihnacht in Wales. Dylan Thomas. Arche Verlag. Foto: KraasOne Christmas was so much like another, in those years around the sea-town corner now and out of all sound except the distant speaking of the voices I sometimes hear a moment before sleep, that I can never remember whether it snowed for six days and six nights when I was twelve or whether it snowed for twelve days and twelve nights when I was six. All the Christmases roll down toward the two-tongued sea, like a cold and headlong moon bundling down the sky that was our street; and they stop at the rim of the ice-edged fish-freezing waves, and I plunge my hands in the snow and bring out whatever I can find. In goes my hand into that wool-white bell-tongued ball of holidays resting at the rim of the carol-singing sea, and out come Mrs. Prothero and the firemen.

(aus Dylan Thomas: A Child’s Christmas in Wales)

Eine der schönsten Weihnachtsgeschichten, die ich ich kenne; erzählt vom großen Dichter und Trinker Dylan Thomas.

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Frohe Weihnachten!

P.S. Bei Arche gab es mal ein sehr schönes zweisprachiges Bändchen: Dylan Thomas: Eines Kindes Weihnacht in Wales. Eine Erzählung Englisch-Deutsch. Aus dem Englischen von Erich Fried. Zeichnungen von Robert Wyss. Zürich. Arche Verlag (Die kleinen Bücher der Arche 406). (1964). 48 Seiten. Nur noch antiquarisch erhältlich.

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Weihnachtsgruß-Ratatouille

Dienstag, 13. Dezember 2011

Wer noch keine Weihnachtskarte geschrieben hat, hier ein bewährtes Textrezept einer großen regionalen Bank, das mir gerade auf den Tisch geflattert kommt.

Man nehme
ein paar Naturkatastrophen
+ wirtschaftliche Krisen
+ arabischer Frühling
+ Adelshochzeiten
+ einen deutschen Formel-Eins-Sieger
+ den Papstbesuch in Deutschland
und schon hat man eine rundum gelungene Einleitung für eine schöne hausbackene Weihnachtskarte. Texten kann so einfach sein.

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PR vom Feinsten

Donnerstag, 19. Mai 2011

Andrian Kreye von der SZ bringt auf seinem Blog eine unredigierte PR-Meldung der PR-Menschen (oder muss man PR-Journalisten sagen?) des Burda-Verlags. Herrlich kitschig, schön banal.

Muss man lesen, deshalb hier klicken.

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Kurze Botschaft, klarer Inhalt

Mittwoch, 13. April 2011

Eine knackige Headline mit einem klaren Inhalt, darauf kommt es nicht nur in der Werbung an. Diese Botschaft, gewissermaßen Kunst am Bau (zu sehen ist die Tate Modern in London) gefällt mir besonders gut. Ein Interview mit Ai Weiwei gibt’s hier.

Die Tate Modern sagt, was Sache ist. Foto: tate modern april 7 2011 after an idea by artist jeremy deller

Die Tate Modern sagt, was Sache ist. Foto: tate modern april 7 2011 after an idea by artist jeremy deller


via Der Feuilletonist von Andrian Kreye. Der Reklamekasper bedankt sich.

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Die Rechtschreibreform – was für eine MaläseMalaise

Dienstag, 18. Januar 2011

Die Sprach-MaffiaMafia am Werk
Die unsägliche Rechtschreibreform von 1996 geht mir auf den Zeiger, seit sie eingeführt wurde. Sie war nach Meinung vieler Sprachwissenschaftler, Journalisten und Schriftsteller (Reiner Kunze hat eine schöne Denkschrift mit dem Titel „Die Aura der Wörter“ dazu geschrieben) unnötig wie ein Kropf.

40 Sprachverbesserer: 16 Empfehlungen
Der an der Uni Erlangen lehrende Germanist Theodor Ickler hat auf seinem lesenswerten Blog vor ein paar Wochen einen lustigen Artikel über den Rat für deutsche Rechtschreibung verfasst, dessen erste Amtszeit am 31.12.2010 endete. Dem Rat gehören 40 Mitglieder an, die sich regelmäßig an verschiedenen europäischen Orten zum Tagen trafen (raten Sie mal, wer dafür mal wieder das PortmoneePortemonnaie aufmachen musste). Ickler berichtet uns, daß das konkrete Arbeitsergebnis der letzten vier Jahre dieses illustren Gremiums aus einer einzigen, kurzen Liste besteht, in denen den Politikern empfohlen wird, 16 (sechzehn!) sog. forcierte Schreibvarianten aus dem Wörterverzeichnis 1996 wieder zu streichen. Warum? Weil kein Schwein und schon gar kein Mensch Butike, Mohär, Maffia oder Schickoree schreibt. Ickler rechnet hoch, dass für jede dieser 16 Streichempfehlungen rund 20 Tagungen bzw. Sitzungen notwendig waren. Na dann.

Ein schöner Kommentar zur Rechtschreibreform
Den für mich schönsten Kommentar zu dieser Rechtschreib-SchoseChose hat der Sänger und Dichter Sebastian Krämer abgegeben. Das Stück heißt Deutschlehrer. Sebastian Krämer hat den Deutschen Kleinkunstpreis 2009 in der Sparte Chanson/Lied/Musik bekommen.

Sind Deutschlehrer unter den Lesern hier?

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myheimat, meine Heimat, meine Güte

Montag, 17. Januar 2011

Am frühen Montag beschert mir ein Google-Alarm eine sprachliche Lächerlichkeit, die nur so vor global angehauchtem Provinzialismus trieft. Also ehrlich, bei „myheimat – Bürger berichten aus Trossingen“ fehlen sogar Reklamekasper mal kurz die Worte.

My Heimat, meine Heimat, meine Güte. Quelle: www.myheimat.de

My Heimat, meine Heimat, meine Güte. Quelle: www.myheimat.de

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Neues von Gesichtsbuch

Dienstag, 07. Dezember 2010

Die Firma, die stehts das Gute will, hat in den USA Markenschutz für das Wort „Face“ (nein, das ist kein Witz!) beantragt und, so schreibt die FTD, auch eine vorläufige Bescheinigung bekommen, dass der Antrag auf Markenschutz in den USA gewährt wird. Die Leute von Gesichtsbuch gehen anscheinend auch immer wieder gegen Unternehmen vor, die das Wort „Book“ (ja, Sie lesen richtig!) auf ihren Websites einsetzen. Vor Jahren hat Ferrero mal versucht, das Wort „Kinder“ für sich schützen zu lassen. Der BGH hat das, der Vernunft sei Dank, abgeschmettert. Aber wie größenwahnsinnig, wie arrogant können Unternehmen sein?!

Wem gehört Casablanca?
Dazu eine nette Anekdote. Vor vielen Jahren haben die Warner Brothers, die den Film Casablanca produziert haben, den genialen Marx Brothers einen Prozess angedroht, für den Fall, dass sie ihr Filmprojekt A Night in Casablanca durchziehen. Das Wort Casablanca würde nur ihnen, also den großen Warner Brothers aus Hollywood zustehen. Hier ein kleiner Auszug aus dem sehr lesenswerten Antwortschreiben, das Groucho Marx den Leuten von Warner Brothers geschrieben hat.

Wir waren Brüder lange vor Euch
„You claim that you own Casablanca and that no one else can use that name without permission. What about “Warner Brothers”? Do you own that too? You probably have the right to use the name Warner, but what about the name Brothers? Professionally, we were brothers long before you were. We were touring the sticks as the Marx Brothers when Vitaphone was still a gleam in the inventor’s eye, and even before there had been other brothers—the Smith Brothers; the Brothers Karamazov; Dan Brothers, an outfielder with Detroit; and “Brother, Can You Spare a Dime?” (This was originally “Brothers, Can You Spare a Dime?” but this was spreading a dime pretty thin, so they threw out one brother, gave all the money to the other one, and whittled it down to “Brother, Can You Spare a Dime?”)“

Den ganzen Brief können Sie hier lesen.

Bis demnächst

Norbert Kraas

P.S. Wer, bitte schön, besitzt eigentlich zur Zeit die Markenrechte an dem Wort Hybris?

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Mensch, Sie schreiben ja wie…

Freitag, 15. Oktober 2010

Also gut, ich geb’s zu, es ist nicht nur ein Vorurteil. Werbetexter sind eigentlich alle der Meinung, dass in ihrem MAC der nächste große Roman des Jahrhunderts schlummert, und wenn man nur mehr Zeit hätte…

Ja, und hat nicht auch der große Erich Maria Remarque (1898-1970) für Conti-Reifen gereimt, bevor er seinen Welterfolg Im Westen nichts Neues geschrieben hat? Er hat, und zwar für die Kundenzeitschrift der „Continental Caoutschuk- und Gutta-Percha Compagnie“, wie das Unternehmen in den goldenen 1920er Jahren noch hieß, lange bevor Maria-Elisabeth Schaeffler auf den Plan trat. Hier also Remarque für Conti:

Wer nicht im Rennen vorne liegt,
Wird abgehängt und bald besiegt, -
So ist’s im Leben und im Zoo,
Und dir mein Freund, geht’s ebenso,
Merkst du dir nicht: Der Schnellste nur
Ist dem Erfolge auf der Spur -
Drum Contireifen aufgezogen,
dann bleibt Fortuna dir gewogen.

Im Bild ist ein Zirkusrund mit fünf Rad fahrenden Affen zu sehen, daher der Zoo in der dritten Zeile. So weit also Remarque. Den Text habe ich aus einem netten Band aus der Stern-Bibliothek mit dem schönen Titel „Wenn Dichter texten“.

Wenn Sie jetzt gerne wissen möchten, an welchen Autor Ihr Stil erinnert, dann gibt es da zwei witzige Webseiten:

Ich schreibe wie, von der FAZ für deutsche Texte
I write like, von Coding Robots

Ich hab’s gerade zwei Mal getestet. Ein Mal mit einem Werbetext, der lt. Software an Goethe erinnert (Ich war schwer beeindruckt!) und ein Mal mit einem Text von Proust, der als Rilke identifiziert wurde (auch lustig).

Ich wünsche Ihnen ein schönes Herbst-Wochenende mit einem guten Buch!

Norbert Kraas

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Visionen, Missionen, Passionen, Sprücheklopfer

Mittwoch, 06. Oktober 2010
Der Spruchklopfomat von Achim Schwarze. Quelle: www.kleinebroetchen.de

Der Spruchklopfomat von Achim Schwarze. Quelle: www.kleinebroetchen.de

Neulich habe ich von jener Bank, die Leistung aus Leidenschaft bringt, eine Einladung in ihre neue Lounge (was für ein Wort) bekommen. Geboten werden dort, so lese ich: Zeitschriften, bequeme Sitzgelegenheiten und eine Tasse Kaffee. Bis auf den Kaffee gab’s das alles schon vor 40 Jahren beim Zahnarzt meiner Eltern. Echt auf der Höhe der Zeit, denk ich mir und suche auf der Homepage der Bank nach deren Leitbild, im Managerdeutsch Mission Statement genannt.

Dort lese sich dann zum Thema Persönlichkeit der Bank:

„Wir sind passioniert”: Leistung ist unsere Leidenschaft. Auf dieser Leidenschaft beruht das Vertrauen, das Menschen in uns setzen. Dabei kommt es auf jeden Einzelnen an. Jeder macht einen Unterschied. „Leistung aus Leidenschaft“ ist deshalb mehr als ein Slogan – es ist die Art, wie wir handeln. Als EINE Bank. Quelle: http://www.db.com/de/content/company/leitbild_und_marke.htm

Mal abgesehen davon, dass dieses Leitbild-Deutsch zum Teil einfach nur komisch klingt. Woher haben die solche Sätze? Was muss man trinken oder rauchen, dass man auf solche Sätze kommt? Wie geht’s Ihnen, wenn Sie so was lesen?

Von meinem Kollegen Jörn Elfert habe ich einen guten Tipp, wenn Sie mal dringend zwei, drei von diesen geschwurbelten Sätzen brauchen: Hier gehts zum Spruchklopfomat von Achim Schwarze im Internet.

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Wenn ungeahnte Dimensionen ganz konkret werden

Freitag, 10. September 2010

In Werbung und PR wird ja gerne mal über Dimensionen geredet. Gemeint sind dann meistens die sog. ungeahnten Dimensionen, in die ein neues Produkt vorstoßen soll. Beim Kunden sollen so Assoziationen an Größe und Überlegenheit geweckt werden, und oft klappt das auch.

Mein Kollege Jörn macht mich nun auf eine interessante Website der BBC aufmerksam, bei der es um Dimensionen geht, und zwar in einer der ursprünglichen Bedeutungen dieses Begriffes. Dimension verstanden als „Beziehung einer beliebigen Größe zu den Basisgrößenarten eines Maßsytems, wie z. B. Länge, Temperatur, Masse u.a.“ (Quelle: Wahrig, Deutsches Wörterbuch).

Auf dieser Website lassen sich ganz konkret die Ausmaße (Dimension) der Flutkatastrophe in Pakistan oder die Größe der radioaktiven Wolke der Tschernobyl-Katastrophe in Relation zu der Gegend oder dem Land setzen, in dem man lebt. Damit bekommen abstrakte Größenangaben in Pressemeldungen einen lebensnahen, vielfach wirklich erschreckenden Bezug. Also: Um mal ein realistisches Gefühl für die Größenordnungen zu bekommen, einfach Wohnort oder Land eingeben.

Screenshot: http://howbigreally.com

Screenshot: http://howbigreally.com

Zur Dimensionen-Website der BBC: Bitte hier drauf klicken!

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