Noch vor ein paar Wochen waren wir alle im Goldrausch, wissen Sie noch? BILD spürte die letzten Claims und die allerletzten Goldsucher in Deutschland auf. Mittlerweile ist Gold nicht mehr ganz so in, dafür sind wir jetzt im Rohstoffrausch.
Dieser Tage hat Frau Merkel die Mongolei besucht. Nein, nicht weil sie gerne mal Pony reiten und abends im Nomadenzelt bei Tschanasan Makh und vergorener Stutenmilch den alten Mythen lauschen wollte. Es ging um Rohstoffe, sprich Kupfer, Gold und vor allem um die seltenen Erden, die unsere Industrie so dringend braucht.
Um Rohstoffe geht es auch dem Schweizer Dramatiker Lukas Bärfuss in einem spannenden Artikel im Freitag. Bärfuss sucht Antworten auf die Frage, wie man die natürlichen Ressourcen gerechter verteilen kann. Zum Artikel „Unangenehme Tatsachen“ geht’s hier.
Foto: Petterson / Save the Children. Quelle: www.betterplace.org
„Wo gibt es in Deutschland noch Gold“, lasen wir letzte Woche in der BILD. Deutschland ist im Goldrausch, Eurokrise sei Dank. Manch einer fühlt sich da schon wie Jack London am Klondike. Und während sich Deutschland auf die Suche nach den letzten Nuggets begibt, suchen die Menschen in Ostafrika verzweifelt nach Nahrung, um das tägliche Überleben zu sichern. Mehr als 10 Millionen Menschen sind akut bedroht.
Die Plattform betterplace.org sammelt online Spenden und gibt diese direkt, ohne Abzug, an Organisationen vor Ort weiter. Wir haben letztes Jahr hier im Blog schon mal über betterplace.org berichtet. Die Plattform betterplace.org wird von der gemeinnützigen gut.org gAG betrieben. Jeder Mensch hat dort die Möglichkeit, Hilfe für ein Projekt zu suchen, oder aber gezielt ein Projekt seiner Wahl zu fördern und den Fortgang des Projekts zu beobachten. Die Seite ist übrigens auch graphisch ansprechend gemacht.
Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!
Norbert Kraas
P.S. Für alle großen und kleinen Goldsucher empfehle ich, wenn’s mit dem Goldwaschen mal wieder nicht so richtig klappt, den Film Tony Goldwascher, ideal an verregneten Ferientagen.
Der Boston Globe bringt auf seiner Seite The Big Picture eine erschütternde Fotoserie über die gefährlichsten Orte der Welt für Frauen. Hier das Ranking:
1. Afghanistan
2. Kongo
3. Pakistan
4. Indien
5. Somalia
Titel „Du Magazin“ Juni 2011. Quelle: http://www.du-magazin.com/
Wer hat Angst vor Ai Weiwei?
Das immer wieder lesenswerte, und auch grafisch sehr gut gemachte Schweizer Kulturmagazin Du widmet seine Juni-Ausgabe Ai Weiwei. Das Heft war bereits vor Ai Weiweis Verschwinden in Planung und bringt uns den Künstler und seine Arbeiten eindrucksvoll näher. Du gibt’s in jedem guten Kiosk oder hier. Interessant auch die 8 Punkte zur Beachtung von Mao Tse-Tung auf dem Magazin-Cover. Punkt 8 lautet: Misshandle nicht Gefangene.
Heute wird Amnesty International 50. Dazu gibt es eine grafisch gut gemachte Website, einen Film, ein 50-Jahre-Logo, jede Menge Informationen zum Thema Menschenrechte und natürlich auch darüber, wo und wie diese mit Füßen getreten werden.
Eine knackige Headline mit einem klaren Inhalt, darauf kommt es nicht nur in der Werbung an. Diese Botschaft, gewissermaßen Kunst am Bau (zu sehen ist die Tate Modern in London) gefällt mir besonders gut. Ein Interview mit Ai Weiwei gibt’s hier.
Die Tate Modern sagt, was Sache ist. Foto: tate modern april 7 2011 after an idea by artist jeremy deller
Es wäre aber auch zu schön gewesen für die Mächtigen in Berlin und Stuttgart. Trotz erheblicher Zweifel aller noch selbständig denkenden Bürger wäre es den Krisen-PR-Kommunikationsprofis in Berlin und Stuttgart beinahe gelungen, die Menschen glauben zu machen, dass dieses Atom-Moratorium einem wirklichen Umdenken und einer wirklichen Sorge der Politiker entsprungen sei. Scheibenkleister.
Der stets bis zur Peinlichkeit joviale Pfälzer Weinbauminister a.D. und jetzige Wirtschaftsminister o.P. Rainer Brüderle hat seinen verbalen Fallout nicht im Griff gehabt und sich verplappert. Wie die Süddeutsche berichtet, hat Brüderle am 14.3. vor sog. hochrangigen Industrie-Vertretern das Atom-Moratorium vor allem mit den anstehenden Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg begründet. Wir dürfen gespannt sein, wie die PR-Experten in Berlin und Stuttgart dieses krumme Ding wieder umzubiegen versuchen.
Empört Euch!
Drei Tage vor den Wahlen noch ein Literaturtipp: Empört Euch!, heißt die kleine Denkschrift von Stéphane Hessel, dem 93jährigen Résistancekämpfer, und diese 32 Seiten sind absolut lesenswert.