Archiv für die Kategorie ‘Kultur’

KODAK, Kühlschrank, Kultur

Montag, 23. Januar 2012
Kodak, Kühlschrank, Kultur. Foto: Kraas & Lachmann

Kodak, Kühlschrank, Kultur. Foto: Kraas

Film voll
Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als man seine vollen Filme noch ins Foto­fach­geschäft (ja, so hieß das) gebracht hat und mit angespannter Vorfreude den Tag herbeisehnte, an dem man seine Abzüge oder Dias abholen durfte? Ich erinnere mich noch gut daran, und auch an etliche Momente bitterer Ent­täuschung, wenn gerade das eine tolle Foto dann doch nicht so toll war.

Sakralraum Dunkel­kammer
Ich weiß auch noch genau, wie das war, als wir das erste Mal bei meinem Freund Stephan unsere Filme selbst entwickelt und mit Herzklopfen und großen Augen die teuren Fotopapiere durch diverse Bäder gezogen haben. Das hatte etwas Sakrales, so ehrfürchtig haben wir das Papier, auf dem ganz langsam ein Bild erschien, mit der Zange angefasst. Der stechende Geruch der Entwicklungs- und Fixierbäder war unser Dunkelkammer-Parfum.

Wenn Filme weinen könnten
Und jetzt? Vor ein paar Tagen hat KODAK Insolvenz angemeldet, eine große Marke steht kurz vor dem Untergang. Beim Blick in unseren Kühl­schrank heute morgen haben mich ein paar vergessene Filmrollen zwischen Schokolade und Kühlkissen ganz vorwurfsvoll angeschaut. Ich bin sicher, wenn Filme weinen könnten, wäre unser Küchenboden heute ein Tränenmeer; und irgendwie fühle ich mich ein bißchen wie ein Verräter, weil ich das HIPSTA-Bild da oben gemacht hab.

Zum Weiterlesen
„Jahrhundert der Wunder“ heißt ein schöner Text, den der Fotograf und Schriftsteller Ulf Erdmann Ziegler zum Niedergang von KODAK geschrieben hat. Nachzulesen in der Neuen Zürcher: bitte hier klicken.

Die SZ erinnert in ihrem Bilderblog an die KODAK-Jahre, darunter auch ein paar sehenswerte Anzeigenmotive.  Zum Blog bitte hier klicken.

Wie geht’s Ihnen, wenn eine Marke, mit der man so viel verbindet, den Bach runtergeht?

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Detroit: Bilder einer Geisterstadt

Dienstag, 22. November 2011
Detroit – A Modern Ghost Town. © Wolfram Kastl. Quelle: www.wolframkastl.com/content/detroit.html

aus: Detroit – A Modern Ghost Town. © Wolfram Kastl. Quelle: www.wolframkastl.com/content/detroit.html

Was wird aus Untertürkheim, wenn wir dem letzten Chinesen und dem letzten Inder ein deutsches Auto angedreht haben? Ein blühendes Silicon Valley am Neckar? Dank Klimawandel ein Weinparadies mit besten Steillagen? Oder vielleicht doch eine pittoreske Geisterstadt?

Detroit – A Modern Ghost Town: noch bis 2. Dezember im d.a.i.
Wer wissen möchte, wie es in der einstmals bedeutendsten Autostadt der Welt heute aussieht, dem empfehle ich die sehenswerte Ausstellung „Detroit – A Modern Ghost Town: Fotografien von Wolfram Kastl“, noch bis 2. Dezember 2011 (Di-Fr von 9-18 Uhr) im Deutsch-Amerikanischen Institut Tübingen.

Made in Detroit: Gran Torino
Ford Torino heißt übrigens eines der Automodelle, die im Goldenen Zeitalter Detroits dort gebaut wurden; und Gran Torino heißt ein großartiger Film von Clint Eastwood. Thematisiert wird u.a. der Niedergang Detroits, und wie Menschen mit diesem Wandel umgehen. Hier der Trailer:

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Am Anfang war – nicht das iPhone

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Wie alles anfing mit dem iPhone: Ein Trickfilm

via Der Feuilletonist Danke.

Steve Jobs Eröffnungsrede in Stanford 2005

Steve Jobs Stanford Commencement Speech from Iconisus on Vimeo.

“Your time is limited, so don’t waste it living someone else’s life.” Steve Jobs (Auszug 12:15 – 12:22 in dieser Rede)

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Obszön: Godard

Donnerstag, 20. Oktober 2011

„Es kommt mir obszön vor, wenn Menschen jederzeit erreichbar sind. Es ist nicht richtig.”
(Jean-Luc Godard). Zitat des Tages, 19.10.2011, Perlentaucher.

WAITING FOR GODARD from Phil RetroSpector on Vimeo.

Two Nouvelle Vagrants overdose on coffee, cigarettes & jazz, whilst waiting for their auteur, Monsieur Godard, to arrive…

Mais oui: Französische Filmtage Tübingen, 2. bis 9.11.2011

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Nichts tun!

Donnerstag, 04. August 2011
Nichtstun. Quelle: http://www.donothingfor2minutes.com/

Gar nicht so einfach: Nichtstun. Quelle: http://www.donothingfor2minutes.com/

„Um die Kraft für einen Richtungswandel zu finden, benötigen wir ausgerechnet das, was uns am meisten fehlt: Muße und Zeit“, schreibt der Autor Ulrich Schnabel in seinem Buch „Muße. Vom Glück des Nichtstuns“, erschienen im Verlag Blessing. Jana Petersen hat in der taz eine lesenswerte Rezension darüber geschrieben.

Wenn Sie mit dem Nichtstun schon mal anfangen wollen, nur zwei Minuten lang, dann klicken Sie auf do nothing for 2 minutes.

Schöne Sommertage mit viel Muße!

Norbert Kraas

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Die gefährlichsten Orte für Frauen

Freitag, 22. Juli 2011
Symbol für weiblich. Quelle: Wikipedia.de

Quelle Icon: Wikipedia.de

Der Boston Globe bringt auf seiner Seite The Big Picture eine erschütternde Fotoserie über die gefährlichsten Orte der Welt für Frauen. Hier das Ranking:

1. Afghanistan
2. Kongo
3. Pakistan
4. Indien
5. Somalia

Zur Fotoserie bitte hier klicken.

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Out: MoMa, NY. In: MoTA, Tübingen

Freitag, 08. Juli 2011
Das MoTA zu Gast in der Galerie DRUCK & BUCH. Quelle: www.druckundbuch.de

Das MoTA zu Gast in der Galerie DRUCK & BUCH. Quelle: www.druckundbuch.de

Das Museum of Temporary Art zu Gast in Tübingen
Vergessen Sie mal das MoMa und die große gehypte Kunst. Gehen Sie ins MoTA, das Museum of Temporary Art, das vom 9. bis 30. Juli 2011 in der Galerie DRUCK & BUCH gastiert.

40 x 50 cm, 33 Abteilungen
Zu bestaunen sind in den 33 Abteilungen dieses 40 x 50 cm großen Museums die kleinen, häufig zur Bedeutungslosigkeit verdammten Dinge, die dem MoTA von Künstlern aus aller Welt überlassen wurden. Diesen Objekten gibt das MoTA seit 10 Jahren eine angemessene Plattform, die jetzt mit dem 1000sten Exponat geschlossen wird.

Eine Auswahl der Exponate ist in Susanne Padbergs Galerie in der Bachgasse 15 in Tübingen zu sehen. Die Vernissage ist am Samstag, dem 9.7.2011 um 12.00 Uhr.

Brown Paper Bag Box by Alice Bradshaw, UK. Screenshot: www.museum-of-temporary-art.com

Brown Paper Bag Box by Alice Bradshaw, UK.
Screenshot: www.museum-of-temporary-art.com


mehr dazu im Blog von Alice Bradshaw

Viel Vergnügen!

Norbert Kraas

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Du und Ai Weiwei

Mittwoch, 01. Juni 2011
Titel „Du Magazin“ Juni 2011. Quelle: http://www.du-magazin.com/

Titel „Du Magazin“ Juni 2011. Quelle: http://www.du-magazin.com/

Wer hat Angst vor Ai Weiwei?
Das immer wieder lesenswerte, und auch grafisch sehr gut gemachte Schweizer Kulturmagazin Du widmet seine Juni-Ausgabe Ai Weiwei. Das Heft war bereits vor Ai Weiweis Verschwinden in Planung und bringt uns den Künstler und seine Arbeiten eindrucksvoll näher. Du gibt’s in jedem guten Kiosk oder hier. Interessant auch die 8 Punkte zur Beachtung von Mao Tse-Tung auf dem Magazin-Cover. Punkt 8 lautet: Misshandle nicht Gefangene.


via: Daily Telegraph UK.

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Archive und die Digitalisierung

Mittwoch, 11. Mai 2011

Ich hatte hier im Blog ja schon verschiedentlich zum Thema Archive und Bibliotheken gepostet. Nun beschert uns der Perlentaucher einen lesenswerten Essay von Philipp Baar mit dem schönen Titel „Hätte Freud E-Mails geschrieben…“

Realität wird im Archiv entworfen
Ausgangspunkt von Baars Essay ist ein Buch von Jacques Derrida, in dem dieser sich Gedanken darüber macht, wie sich die Psychoanalyse entwickelt hätte, wenn Freud E-Mails geschrieben hätte. Philipp Baar zitiert Derrida u.a. mit dem Satz „Denn im Archiv wird die Realität nicht nur aufgezeichnet, sie wird dort entworfen.” Innerhalb des Essays finden sich auch einige Links zum Weiterlesen.

Hätte Freud E-Mails geschrieben… (online Version)
Die Fassung zum Ausdrucken gibt’s hier.

Was wir in Büchern alles vergessen

Illustration displaying the markings of various shells of ammunition, date and origin unknown. Quelle: /www.forgottenbookmarks.com

Illustration displaying the markings of various shells of ammunition, date and origin unknown. Quelle: www.forgottenbookmarks.com

Dieses Foto stammt aus dem Blog Forgotten Bookmarks. Der Blog wird von einem Antiquariat betrieben; gezeigt werden alle möglichen Dinge (z. B. Lesezeichen), die die Leute in Büchern vergessen. Auf dem Foto ist ein Deutsch-Englisch-Lexikon zu sehen, in dem jemand einen Zettel mit Abbildungen von Patronen vergessen hat.

Wie hätte Freud wohl dieses Fundstück gedeutet?

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In der Tretmühle von E-Mail, SMS etc.

Mittwoch, 04. Mai 2011

„Je mehr wir ein ständig vernetztes Leben führen, umso mehr behandeln wir andere Menschen als Objekt, die man verwaltet und zu einem Rhythmus zwingt, den die Technik diktiert.“
(Sherry Turkle im Interview mit brand eins, April 2011)

Die amerikanische Professorin Sherry Turkle, 63, arbeitet seit 1978 am legendären MIT (Massachusetts Insitute of Technology). Ihr Spezialgebiet ist unsere computerisierte Gesellschaft und deren Veränderungen im Zuge der Digitalisierung. In der April-Ausgabe von brand eins hat Sherry Turkle ein Interview zum Thema Vernetzung gegeben, dass uns zu denken geben sollte.

Hier geht’s zum Online-Text.
Hier geht’s zum pdf zum Herunterladen.


Sherry Turkle auf der TED-Konferenz zum Thema Ihres neuen Buches „Alone Together“

Das Gegenteil von Tretmühlen-Dasein ist Muße. Mehr dazu gibt’s bei SWR2 in einem Hörbeitrag.

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