Archiv für die Kategorie ‘Kultur’

Neulich in der Staudengärtnerei

Freitag, 10. Mai 2013

20130505_9278_NKEs gibt in Tübingen die höchst bemerkenswerte Stauden- und Kräuter­gärtnerei von Erika Jantzen, in der man nicht nur wunderschöne Stauden und wunder­wirkende Kräuter erwer­ben kann, sondern noch dazu mit anre­gen­den Gedanken­blüten versorgt wird. Auf dem Täfelchen da oben lesen wir zum Beispiel:

„Der erste Morgengang in hei­liger Gartenfrühe ist immer wieder ein erster Gang im Para­dies. Kein Morgen gleicht dem anderen.“

Beglückend und anregend ist, neben dem ersten Morgen­gang in heiliger Gartenfrühe, auch „Das Jahr des Gärtners“ (Aufbau-Verlag, ISBN 9783351033064) des tschechischen Schriftstellers Karel Čapek, 1929 erschienen und dann ins Deutsche übersetzt.

© Aufbau-Verlag

© Aufbau-Verlag

Čapek, geboren 1890, starb am 25.12.1938 während eines Hungerstreiks an den Folgen einer Lungen­ent­zün­dung, zwei Monate nach dem Münchner Abkom­men. Sein Bruder Josef Čapek, der die Illustrationen zu dem Buch beisteuerte, kam unter den Nazi-Schergen im KZ Bergen-Belsen um.

Die nächsten Tage soll’s regnen: ideales Pflanzwetter!

Schönes Wochenende!

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So ein Trara um Muttertag! Und um Vatertag?

Dienstag, 07. Mai 2013

Heute morgen fragt mich unser achtjähriger Sohn, warum eigentlich um Muttertag so ein Trara gemacht wird, und um Vatertag gar nicht. Tja, warum eigentlich, und was antwortet man da als Papa? Weil die Schnitt­blumenindustrie mit Müttern das bessere Geschäft macht? Weil Mütter irgendwie wichtiger sind und Väter am Vatertag mit dem Bollerwagen auf die Überholspur gehen?

Dass Männer auch ganz anders können, zeigt der Film SCHIMPANSEN von Alastair Fothergill, der just am Vatertag in die Kinos kommt. Erzählt wird die anrührende Geschichte eines verlassenen Schimpansen-Kindes, das von einem fremden Schimpansen-Mann wie ein eigenes Kind ange­nommen wird.

Wer sich nach dem Film weiter mit Schimpansen befassen will, dem sei zum Einstieg die Autobiographie der berühmten Primatenforscherin Jane Goodall, „Grund zur Hoffnung“ (ISBN 3442151392, nur noch anti­quarisch), empfohlen.

Schönen Feiertag!

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You’re on Earth. There’s no cure for that.

Freitag, 19. April 2013

Beckett, auch als Graffiti beeindruckend. via Sinan Afşin Şenol.

Beckett, auch als Graffiti beeindruckend. via Sinan Afşin Şenol.

Sinan Afşin Şenol hat ein schönes Foto eines ebenso schönen Beckett-Graffiti getwittert. Beckett selbst hätte es wahrscheinlich nicht so ge­fallen, da dieser unglaublich kluge und sensible Schriftsteller extrem bescheiden war und auch so gelebt hat.

André Bernold hat zum 100. Geburtstag von Beckett ein lesens- und sehenswertes Buch über Beckett geschrieben, das einem den Menschen Beckett ziemlich nahe bringt.

André Bernold: Becketts Freundschaft. Aus dem Französischen von Ulrich Krafft, mit Fotografien von John Minihan. 112 Seiten, Halbleinen, fadengeheftet. ISBN 978-3-937834-10-8. Erschienen bei Berenberg.

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Tübingen, Kelternstraße 13, 12.20 Uhr

Dienstag, 18. Dezember 2012

Vor dem Weltuntergang wird aufgeräumt.

Vor dem Weltuntergang wird aufgeräumt.

Noch 6 Tage bis Heiligabend. Eine gute Zeit, aufzuräumen und auszu­mi­sten, nachdem sich die größte Jahresendhektik jetzt etwas gelegt hat.

3 Tage vor dem Weltuntergang haben wir endlich auch ein neues Foto an der Wand. Eine Hommage an den großen englischen Fotografen Martin Parr, der vor allem seine Landsleute in einer ganz besonderen Art und Weise portraitiert. Alex Rühle hat Anfang des Jahres in der SZ ein lesens­wertes Portrait über Parr geschrieben. Kann man hier noch nachlesen.

Die Boote fahren nicht mehr aus. / The boats don't go out anymore. (Howth 2011) Homage to Martin Parr. Foto: Norbert Kraas

Die Boote fahren nicht mehr aus. / The boats don't go out anymore. (Howth 2011) Homage to Martin Parr. Foto: Norbert Kraas


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Der Rap zum „Welttag der Berge“

Dienstag, 11. Dezember 2012


via Blumentopf

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Kunst im Advent

Dienstag, 04. Dezember 2012


via Arte

Heute beginnt in Tübingen der allseits beliebte Schokoladenmarkt, ge­nannt ChocolART. Tausende Schoko-Fundamentalisten werden sich bei schlechtem Wetter durch die Altstadt winden, um bei geschäftstüchtigen Händlern möglichst exotische Kreationen (Äthiopischer Hochland-Kakao mit leichten Subnoten von Känguru-Dung) mit verklärtem Kennerblick in sich hineinzustopfen. Juliette Binoche, la plus belle chocolatière, wird leider auch in diesem Jahr nicht dabei sein, um uns mit ein paar bitter­süßen Schokosplittern und ihrem Antlitz zu entzücken. Schade.

Dafür habe ich diese sehenswerte Performance „Barszcz“ (2004) der polnischen Künstlerin Patrycja German gefunden. Würde auch mit flüssiger Schokolade funktionieren, oder?

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Bärenpanther an der Tulka-Höhle gesichtet

Sonntag, 02. Dezember 2012

Bärenpanther an der Tulkahöhle

Wittlingen, 2. Dezember 2012
In unmittelbarer Nähe der sog. Tulka-Höhle ist am 1. Adventssonntag (2.12.2012) ein Bärenpanther gesichtet worden. Die Tulka-Höhle in der Nähe von Wittlingen (Bad Urach) war am Übergang von der Steinzeit zur Bronzezeit die Wohnstatt einer Aimat-Großfamilie. Der Naturforscher und Schriftsteller David Friedrich Weinland hat den Tulkas, allen voran ihrem Anführer Rul und dessen Sohn Rulaman, in seinem Roman „Rulaman“ im Jahr 1878 ein spannendes literarisches Denkmal gesetzt.

Wildbiologen vermuten, dass es sich bei dem fotografierten Bärenpanther um dasselbe Tier handelt, dass im Frühjahr 2012 in der Nähe des Klos­ters Kilchberg bei Haigerloch gesichtet wurde. Das scheue Tier dürfte den Spuren nach mittlerweile rund 16 Monate alt sein.

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I’ll offer him a coffee table book he can’t refuse

Montag, 26. November 2012

Coffee Table Books im Weihnachtsgeschäft. Foto: Kraas.

Für alle, denen „Gomorrha“ von Roberto Saviano nicht dekorativ genug ist, die Mafia jetzt als coffee table book. Ideales Weihnachtsgeschenk, oder?

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Home is where my hair is – cut

Donnerstag, 22. November 2012

Frisörbesuche waren in meiner Kindheit Horrorstunden und grenzten an Folter, das Beste daran waren die Mickey-Mouse-Hefte. Es geht auch anders: werfen Sie mal einen Blick in diesen Barbershop in Cashiers, North Carolina:

Dropping by The Barbershop from Matt Morris Films on Vimeo.

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Hesse-Ausstellung: Vom Wert des Alters

Freitag, 05. Oktober 2012
Vom Wert des Alters. Suhrkamp Verlag.

Quelle: Suhrkamp Verlag.

Wie geht das, in Würde alt werden? Wenn man in einer Branche ar­bei­tet, die sich über Jahrzehnte dem pathologischen Jugendwahn verschrieben hat? In einer Forever-Young-Gesell­schaft, für die Anti-Aging-Rat­ge­ber fast schon Verfassungsrang haben und in der Beschleunigung ein Wert an sich geworden ist?

Hermann Hesse in Gaienhofen
Vielleicht hilft zur Beantwortung diese Frage ein Ausflug an den Bodensee; genauer nach Gaien­hofen auf die Höri. Dort kann man noch bis zum 28. Oktober im Hermann-Hesse-Höri-Mu­se­um bestaunen, wie es dem aus Calw stammenden Literatur­nobel­preisträger gelang, auch im hohen Alter noch eine bemer­kens­werte Frische und echte Lebendigeit auszustrahlen. Die aus­drucks­starken Porträts aus dem Alltag Hesses stammen von seinem Sohn Martin, der nach seiner Ausbildung, u.a. am Dessauer Bauhaus, haupt­sächlich als Architekturfotograf gearbeitet hat. Ergänzt werden die Fotos durch Briefe, Texte, Gedichte, Aquarelle und Alltagsgegenstände, wie zum Beispiel zwei Hanteln, mit denen sich der Schriftsteller ertüchtigt hat. Wobei man sagen muss, dass die Gartenarbeit für Hesse die wichtigste körperliche Betägigung war.

Vom Wert des Alters: Ausstellung mit Fotografien von Martin Hesse.
Hermann-Hesse-Höri-Museum in Gaienhofen.
Noch bis 28. Oktober 2012.

Das Buch Vom Wert des Alters ist bei Suhrkamp erschienen.
ISBN: 978-3-518-41945-8.

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