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Wörter des Jahres 2010

Nein, „Facebook“ ist es nicht, das Wort des Jahres 2010 in den USA. „Oil spill“ hat’s auch nicht geschafft; die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist ja auch längst wieder gut. Schön technisch abstrakt finde ich übrigens die Erklärung zu Oil spill auf der englischen Wikipedia-Seite: „An oil spill is a release of a liquid petroleum hydrocarbon into the environment due to human activity, and is a form of pollution.“ „Ach was“, würde Loriot sagen.

Das Wort des Jahres in den USA ist übrigens „App“. Ich bin beeindruckt. Sie?

Das Wort des Jahres in in den USA. Quelle: www.americandialect.org

Das Wort des Jahres 2010 in den USA. Quelle: www.americandialect.org

Smart Phones sind die neuen Kuscheltiere
Zu Facebook gibt’s auch noch ein paar Informationen. Auf mashable.com ist zu lesen, dass 48 Prozent aller 18 bis 34 Jahre alten US-Amerikaner direkt nach dem Aufwachen auf ihre Facebook-Seite gehen. 28 Prozent machen das sogar noch im Bett, wo die Smart Phones offensichtlich die Kuscheltiere abgelöst haben.

Obsessed with Facebook. Quelle: www.onlineschools.org via www.mashable.com

Obsessed with Facebook. Quelle: www.onlineschools.org via www.mashable.comHier geht's zur Originalinfografik.

Hier gehts zur Originalgrafik.

Ich-AG statt Empathie
Irgendwie schon erschreckend, die Zahlen da oben, oder? Vor ein paar Monaten habe ich in der Süddeutschen von einer Studie der Universität Michigan gelesen, die zu dem Schluss kommt, dass amerikanische Studenten in Sachen Empathiefähigkeit in den letzten 30 Jahren extrem abgebaut haben. Einfühlungsvermögen ist nicht mehr angesagt, die Fähigkeit, sich in den Mitmenschen hineinzuversetzen ist deutlich weniger geworden. Die amerikanischen Wissenschaftler vermuten, so die SZ, dass auch soziale Netzwerke zum Niedergang der zwischenmenschlichen Kommunikation beitragen. Wie gesagt, nur eine Vermutung.

Ob mit der Abnahme des Einfühlungsvermögens auch Werbekampagnen ichbezogener, egoistischer und kälter werden, muss beobachtet werden.

Ich bin jedenfalls der Meinung, dass Einfühlungsvermögen eine unabdingbare Voraussetzung für die Entwicklung guter Kommunikationsmaßnahmen ist. Wie sonst soll ich meinen Kunden, dessen Zielgruppe oder dessen Produkt richtig verstehen.
Mal ganz abgesehen davon, dass eine Gesellschaft ohne Empathiefähigkeit und ohne Mitgefühl über kurz oder lang den Bach runtergeht. Aber das ist eine andere Geschichte.

Bis dann.

Ihr Reklamekasper

P.S. Das Wort des Jahres in Deutschland lautet, halten Sie sich fest, „Wutbürger“. Klingt grässlich, oder nicht?

P.P.S. Schöne, komische, witzige, traurige Wörter hat der leider viel zu früh verstorbene Robert Gernhardt aneinander gereiht wie kaum ein Zweiter. „Wörtersee“ heißt einer seiner Gedichtbände, gibt’s auch als Hörbuch.

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