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Wenn Suchmaschinen singen

searchSonata181

searchSonata181. Quelle: http://searchsonata.netzliteratur.net/

Am 19. Januar 2011 kam beim Stuttgarter Filmwinter die searchSonata 181 von Johannes Auer als Performance zur Uraufführung. Ein Projekt mit durchaus dadaesken Zügen, an dem ein Mann wie Kurt Schwitters seine helle Freude gehabt hätte. Die Searchsonata 181 ist der dritte und letzte Teil der „Such“-Trilogie, bei der algorithmisch generierte Texte aufgeführt werden. Verwendet werden dabei Worte, die in Echtzeit in Suchmaschinen eingegeben werden. Die Suchworte werden algorithmisch in der searchSonata 181 zu Lauten verarbeitet. Künstliche Poesie wird, so der Urheber des Projekts in Anlehnung an Max Bense, zu natürlicher Poesie.

„Suchmaschineneingaben sind die Sehnsuchtsworte der Menschen im Netz, um an Begehrtes zu gelangen. Strukturell entsprechen diesen die Passwörter beim Computer. Passwörter sind sozusagen die Sehnsuchtsworte der Maschine, mit denen diese um Access nachfragt.“

Das lese ich auf der Seite von searchSonata 181, und das klingt so schön, daß selbst hartgesottene Google-Kritiker feuchte Augen kriegen müssen. Wenn Sie also zwischendurch mal Lust haben, unserem bisweilen absurden Alltagstreiben, etwas poetisch Absurdes entgegenzusetzen, dann gehen Sie auf die Website, geben ihren Suchbegriff ein, oder aktivieren die zufällige Suche über das System und warten ein paar Sekunden, bis eine Stimme aus dem Nichts zu Ihnen spricht. Hier geht’s los.

Was lernen wir aus solchen Projekten für unseren Job?
Offen bleiben, neugierig sein, auch mal Dinge ausprobieren, ohne Geländer denken (wie Hannah Arendt sagte), und, bitte schön, nicht immer danach schielen, was der Wettbewerb macht.

Und jetzt sehen Sie noch Regina Spindler bei ihrer Interpretation der via searchSonata 181 generierten Laute. Viel Spaß.


Quelle: http://searchsonata.netzliteratur.net

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