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Sichere Landung, keine ruhige Reise

„Gott verspricht eine sichere Landung, aber keine ruhige Reise“, so lautet – interessanterweise – ein Sprichwort aus Großbritannien. Und von dort kommt ja bekanntlich die „Atheistenkampagne“. Der Atheistenbus bewegt ja zur Zeit nicht nur die Tübinger Gemüter, und das zumeist mit einer typisch deutschen, also leicht verbissenen Ernsthaftigkeit – und zwar auf allen Seiten! Mir scheint, die Engländer gehen da mit etwas mehr und typisch britischem Humor zur Sache. Das würde uns auch mal gut anstehen. Und dann darf man ja auch mal über zwei Dinge ganz locker nachdenken. Erstens: Ist es nicht interessant, dass die Atheistenkampagne gerade dort ins Leben gerufen wurde, wo noch vor kurzer Zeit (und jetzt wohl schon wieder) der ungezügelte „Anything-goes-Raubtier-Kapitalismus“ regierte, nämlich in der Londoner City? Dort, wo es in Sachen Kohle, Konsum und Kommerz kein Halten, keine Maßstäbe und keine Werte mehr zu geben schien, und Geschäftsessen unter Bankern schon mal mit mehreren tausend Pfund zu Buche geschlagen haben. Anything goes eben. Und zweitens hat der Philosoph Robert Spaemann in seinem Buch „Das unsterbliche Gerücht“ sinngemäß geschrieben, dass die Atheisten dringend auf Gott angewiesen sind, denn sonst gäbe es ja nichts, woran sie nicht glauben könnten. Auch ein interessanter Gedanke. Wie auch immer: Bitten wir also um Gelassenheit und Humor – wen auch immer.

Ergänzung vom 31. Juli 2009
Karl Poralla, von mir sehr geschätzter Künstler und emeritierter Professor der Mikrobiologie, hat mir vor ein paar Tagen ein Blatt mit einem Gadamer-Zitat („Horizonte berühren sich, Standpunkte nie.“) gemailt, das zu diesem Beitrag sehr gut passt.

Standpunkte und Horizonte

Standpunkte und Horizonte

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