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Multimedia in der Sixtinischen Dimension

„Ohne die Sixtinische Kapelle gesehen zu haben, kann man sich keinen anschauenden Begriff machen, was ein Mensch vermag.“ (Goethe)

Deckenausschnitt der Sixtinische Kapelle in Rom. Quelle: www.vatican.va/various/cappelle/sistina_vr/index.html

Deckenausschnitt der Sixtinischen Kapelle in Rom. Quelle: www.vatican.va/various/cappelle/sistina_vr/index.html

Hier gehts zur Multimediaseite der Sixtinischen Kapelle. Sehenswert!

Manchmal hat das Internet ja auch was für sich. Zum Beispiel am Wochenanfang, wenn die Dinge noch nicht so richtig rund laufen, zur Erbauung mit einem Mausklick in die Sixtinische Kapelle. Ich bin beeindruckt – von der Kapelle und dieser wahrlich „begnadeten“ Kunst, aber auch davon, was der Vatikan da multimedial auf die Beine gestellt hat. Danke für den Tipp, Jörn.

Goethe schreibt in seiner „Italienischen Reise“:
Rom, den 2. Dezember 1786.
Das schöne, warme, ruhige Wetter, das nur manchmal von einigen Regentagen unterbrochen wird, ist mir zu Ende Novembers ganz was Neues. Wir gebrauchen die gute Zeit in freier Luft, die böse im Zimmer, überall findet sich etwas zum Freuen, Lernen und Tun. Am 28. November kehrten wir zur Sixtinischen Kapelle zurück, ließen die Galerie aufschließen, wo man den Plafond näher sehen kann; man drängt sich zwar, da sie sehr eng ist, mit einiger Beschwerlichkeit und mit anscheinender Gefahr an den eisernen Stäbenweg, deswegen auch die Schwindligen zurückbleiben: alles wird aber durch den Anblick des größten Meisterstücks ersetzt. Und ich bin in dem Augenblicke so für Michelangelo eingenommen, daß mir nicht einmal die Natur auf ihn schmeckt, da ich sie doch nicht mit so großen Augen wie er sehen kann. Wäre nur ein Mittel, sich solche Bilder in der Seele recht zu fixieren! Wenigstens was ich von Kupfern und Zeichnungen nach ihm erobern kann, bring‘ ich mit.

Quelle: http://www.textlog.de/7126.html. aus: Goethe: Italienische Reise. Von Hanser gibt es eine schöne Ausgabe: ISBN 978-3-446-17323-1.

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1 Kommentar

  1. Diese Multimedia-Seite wird der sixtinischen Kapelle nicht gerecht – sie ist viel schöner als das Original. Die Kapelle ist viel dunkler, sie ist gepackt voll mit Touristen und Wärtern, die alle 10 Sekunden in lautem und unfreundlichem Ton entweder „Silence!“ oder „No Photo!“ schreien. Der Raum ist hoch und duster, der Raum-Gesamt-Eindruck nicht berauschend. Man hat keine Zeit und Muße, sich den Wänden zu nähern und die Einzel-Werke auf sich wirken zu lassen. Als Wahlkabine für Papstwahlen womöglich kein schlechter Ort, so will jeder schnell fertig werden. Die Einzel-Werke in der Sixtina mögen bedeutend sein, als Kirchen-Raum und Gesamtwerk fand ich sie enttäuschend, da hat Rom besseres zu bieten. Aber man muss halt dort gewesen sein …

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