Auschwitz? Nie gehört.

27. Januar 2012 von Norbert Kraas

Heute ist der Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus. Es wird viele Veranstaltungen geben, und Marcel Reich-Ranicki wird im Bundestag sprechen. Laut einer Umfrage des Magazins STERN bringen 21 Prozent der unter Dreißigjährigen in Deutschland den Namen Auschwitz nicht mit dem Konzentrations- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten in Verbindung. 31 Prozent der Deutschen wissen nicht, dass Auschwitz in Polen liegt. 43 Prozent der Deutschen haben noch nie eine KZ-Gedenkstätte besucht.

„Sketchbook from Auschwitz“ · Screenshot: Kraas & Lachmann.

„Sketchbook from Auschwitz“ · Screenshot: Kraas & Lachmann.

Eine Möglichkeit, sich diesem anstrengenden Thema zu nähern, ist das Buch „The Sketchbook from Auschwitz“, über das der SPIEGEL in einem Artikel in der Online-Ausgabe berichtet. Das Museum Auschwitz veröffentlicht in diesem Buch erstmals Zeichnungen, die ein unbekannter KZ-Häftling vom alltäglichen Grauen angefertigt hat: von der Selektion an der Rampe bis zu den Krematorien. Kaufen kann man das Buch direkt beim Auschwitz Birkenau State Museum. Einige der erschütternden Zeichnungen kann man auf SPIEGEL online betrachten, hier der Link.

update: 27.1.2012, 14.00

Die Rede Marcel Reich-Ranickis im Bundestag am 27.1.2012

Teil 1 von 2

Teil 2 von 2

Quelle: Youtube-Kanal Flashbertz Danke.

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KODAK, Kühlschrank, Kultur

23. Januar 2012 von Norbert Kraas
Kodak, Kühlschrank, Kultur. Foto: Kraas & Lachmann

Kodak, Kühlschrank, Kultur. Foto: Kraas

Film voll
Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als man seine vollen Filme noch ins Foto­fach­geschäft (ja, so hieß das) gebracht hat und mit angespannter Vorfreude den Tag herbeisehnte, an dem man seine Abzüge oder Dias abholen durfte? Ich erinnere mich noch gut daran, und auch an etliche Momente bitterer Ent­täuschung, wenn gerade das eine tolle Foto dann doch nicht so toll war.

Sakralraum Dunkel­kammer
Ich weiß auch noch genau, wie das war, als wir das erste Mal bei meinem Freund Stephan unsere Filme selbst entwickelt und mit Herzklopfen und großen Augen die teuren Fotopapiere durch diverse Bäder gezogen haben. Das hatte etwas Sakrales, so ehrfürchtig haben wir das Papier, auf dem ganz langsam ein Bild erschien, mit der Zange angefasst. Der stechende Geruch der Entwicklungs- und Fixierbäder war unser Dunkelkammer-Parfum.

Wenn Filme weinen könnten
Und jetzt? Vor ein paar Tagen hat KODAK Insolvenz angemeldet, eine große Marke steht kurz vor dem Untergang. Beim Blick in unseren Kühl­schrank heute morgen haben mich ein paar vergessene Filmrollen zwischen Schokolade und Kühlkissen ganz vorwurfsvoll angeschaut. Ich bin sicher, wenn Filme weinen könnten, wäre unser Küchenboden heute ein Tränenmeer; und irgendwie fühle ich mich ein bißchen wie ein Verräter, weil ich das HIPSTA-Bild da oben gemacht hab.

Zum Weiterlesen
„Jahrhundert der Wunder“ heißt ein schöner Text, den der Fotograf und Schriftsteller Ulf Erdmann Ziegler zum Niedergang von KODAK geschrieben hat. Nachzulesen in der Neuen Zürcher: bitte hier klicken.

Die SZ erinnert in ihrem Bilderblog an die KODAK-Jahre, darunter auch ein paar sehenswerte Anzeigenmotive.  Zum Blog bitte hier klicken.

Wie geht’s Ihnen, wenn eine Marke, mit der man so viel verbindet, den Bach runtergeht?

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Ditsche und BILD, ganz Ohr

18. Januar 2012 von Norbert Kraas

Nicht mehr taufrisch, aber interessant und unterhaltsam

Der Spot von BILD für einen Handytarif

Was Ditsche (genial: Olli Dittrich) daraus macht

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Surfen, aber richtig

16. Januar 2012 von Norbert Kraas

Surfen im Internet mag ja manchmal auch ganz interessant sein. Surfen in Teahupoo (Surfspot im Pazifik in der Nähe von Tahiti) ist unglaublich. Vor allem wenn das Ganze so gut gefilmt ist. Unbedingt in HD und in maximaler Bildschirmgröße anschauen.


More Surfing Videos
via Der Feuilletonist

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Allocution de Nouvel-An · Neujahrsansprache

30. Dezember 2011 von Norbert Kraas
Pas de Pub

Pas de Pub. Minerve 2011. Foto: Kraas & Lachmann

Bonne Année!

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Die Weihnachtsgeschichte – von Dylan Thomas

22. Dezember 2011 von Norbert Kraas

Eines Kindes Weihnacht in Wales. Dylan Thomas. Arche Verlag. Foto: KraasOne Christmas was so much like another, in those years around the sea-town corner now and out of all sound except the distant speaking of the voices I sometimes hear a moment before sleep, that I can never remember whether it snowed for six days and six nights when I was twelve or whether it snowed for twelve days and twelve nights when I was six. All the Christmases roll down toward the two-tongued sea, like a cold and headlong moon bundling down the sky that was our street; and they stop at the rim of the ice-edged fish-freezing waves, and I plunge my hands in the snow and bring out whatever I can find. In goes my hand into that wool-white bell-tongued ball of holidays resting at the rim of the carol-singing sea, and out come Mrs. Prothero and the firemen.

(aus Dylan Thomas: A Child’s Christmas in Wales)

Eine der schönsten Weihnachtsgeschichten, die ich ich kenne; erzählt vom großen Dichter und Trinker Dylan Thomas.

Weiterlesen hier
Weiterhören hier

Frohe Weihnachten!

P.S. Bei Arche gab es mal ein sehr schönes zweisprachiges Bändchen: Dylan Thomas: Eines Kindes Weihnacht in Wales. Eine Erzählung Englisch-Deutsch. Aus dem Englischen von Erich Fried. Zeichnungen von Robert Wyss. Zürich. Arche Verlag (Die kleinen Bücher der Arche 406). (1964). 48 Seiten. Nur noch antiquarisch erhältlich.

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Datenschutz mag keine Like-Buttons

21. Dezember 2011 von Norbert Kraas

Ich weiß, es ist kurz vor Weihnachten, und Milliarden Facebook-Friends werden sich in ein paar Tagen mit feuchten Augen vor ihren Facebook-Krippen versammeln und den Finger nicht mehr vom Like-Button nehmen. Und genau dazu gibt es ein paar interessante Informationen:

Vladimir Simovic, Programmierer und Autor div. Bücher über WordPress, bringt in seinem lesenswerten Blog dankenswerterweise ein paar aktuelle Informationen zum Stand der Datenschutzproblematik bei den sog. Like-Buttons von Facebook und Konsorten. Simovic zitiert u.a. den Düsseldorfer Kreis zum Datenschutz in Sozialen Netzwerken mit folgenden Worten:

„Das direkte Einbinden von Social Plugins, beispielsweise von Facebook, Google+ oder Twitter, in Websites deutscher Anbieter, [...] ist ohne hinreichende Information der Internetnutzerinnen und -nutzer und ohne ihnen die Möglichkeit zu geben, die Datenübertragung zu unterbinden, unzulässig.“ (Quelle: via www.perun.net)

Also, wen’s interessiert, hier ein paar Links zum Thema:
http://www.perun.net/2011/12/10/buttons-von-facebook-co-sind-datenschutzwidrig/

http://www.perun.net/2011/12/15/facebook-twitter-google-statische-buttons-im-eigenbau/

http://www.dr-bahr.com/news/duesseldorfer-kreis-like-button-von-facebook-co-datenschutzwidrig.html

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Tent of Nations: Feindschaft verweigert

16. Dezember 2011 von Norbert Kraas

Liebe Leserinnen und Lesern,
wie einige von Ihnen vielleicht unserer Weihnachtspost entnommen haben, gibt es dieses Jahr keine Geschenke für unsere Geschäftspartner. Stattdessen unterstützen wir zwei weniger bekannte Projekte bei ihrer wertvollen Arbeit. Projekte, von denen man sagen könnte, dass sie das Zitat von Hannah Arendt „Denken ohne Geländer“ konsequent in die Tat umsetzen.

Tent of Nations oder „Wir weigern uns, Feinde zu sein“
„Das „Zelt der Völker“ („Tent of Nations“) ist ein Freizeit- und Begegnungszentrum, überwiegend für Jugendliche, zur Werbung für Verständigung und Frieden zwischen Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen. Unter der Rechtsträgerschaft des „Bethlehem Bible College“ haben die palästinensischen Projektverantwortlichen, Daoud Nassar und ein Patronatskomitee, seit dem Jahr 2000 das Begegnungscamp aufgebaut, das von Freundeskreisen in der ganzen Welt unterstützt wird. Seitdem konnte u.a. eine Gruppe von etwa 30 christlich-arabischen Jugendlichen im Alter von 16 bis 30 Jahren aus den Ortschaften Betlehem, Beit Sahur und Bait Dschala betreut werden. Ein weiteres Ziel ist es, Kontakte mit muslimischen Jugendlichen zu bekommen. Dies gelingt über Begegnungen mit anderen Organisationen und Sportaktivitäten. Die Gesamtgruppe trifft sich einmal wöchentlich mit Daoud Nassar. Außerdem werden u.a. alljährlich drei bis vier Ferienaufenthalte für Jugendliche aus Europa arrangiert. Über eine Partnerorganisation absolvieren vereinzelt auch deutsche Jugendliche ihren Zivildienst auf „Dahers Weinberg“. (Auszug aus Wikipedia über Tent of Nations.)

Wir unterstützen dieses Projekt, weil wir überzeugt sind, dass alle großspurig verkündeten Road- und Peacemaps dieser Welt nichts nützen, wenn es keine friedlichen Begegnung zwischen den Menschen gibt, die damit aufgewachsen sind, im anderen stets den Feind zu sehen. Tent of Nations ist ein echtes Friedensprojekt an der Basis. Mehr Information über das Projekt finden Sie unter anderem hier:
Tent of Nations Homepage
Video über Tent of Nations
Friedensprojekt Tent of Nations
Zelt der Völker

Stiftung Wolfang-Loch-Vorlesung
„Die Stiftung ist seit dem 10. März 2000 rechtskräftig ins Leben gerufen. Sie dient dem Zweck, die psychoanalytische Wissenschaft und Forschung zu fördern. Dies insbesondere durch eine mindestens einmal jährlich stattfindende Vorlesung mit Bezug zum Ideengebäude von Wolfgang Loch. Darüber hinaus ist es Zweck der Stiftung, wissenschaftliche Untersuchungen und Forschungen zu unterstützen, die geeignet sind, das Werk von Wolfgang Loch zu erschließen und weiter zu entwickeln. Außerdem möchte die Stiftung Maßnahmen fördern, die die Übersetzung wichtiger Werke von Wolfgang Loch in andere Sprachen zum Ziel haben.“ (Quelle: Homepage Wolfgang-Loch-Stiftung)

Wir unterstützen dieses Projekt, weil es in einer Zeit, in der praktisch jeder Lebensbereich einer gnadenlosen Ökonomisierung und Beschleunigung unterworfen wird, mehr denn je darauf ankommt, innezuhalten und sich die Gründe und die Folgen unseres Handelns bewusst zu machen.

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Hunde machen uns menschlich. Ein Buch.

15. Dezember 2011 von Norbert Kraas

Art Wolfe: Why Dogs Make Us Human from Art Wolfe on Vimeo.

DOGS MAKE US HUMAN. Copyright: Art Wolfe.

DOGS MAKE US HUMAN. © Art Wolfe.


DOGS MAKE US HUMAN
Habe ich nicht vor ein paar Wochen hier im Blog geschrieben, dass Hunde die wahren Sozialen Medien sind? Das findet auch Art Wolfe, einer der bekanntesten und besten Naturfotografen der Welt, der nicht nur exzellent fotografiert, sondern sich auch intensiv für den Erhalt der bedrohten Wildnis engagiert; Wolfe ist Träger des Rachel Carson Award der amerikanischen Naturfreunde-Organisation National Audubon Society. Außerdem ist Art Wolfe ein sympathischer, bescheiden auftretender und sehr inspirierender Mensch; ich habe ihn letztes Jahr bei einem Workshop erleben dürfen. Auch sein Blog ist lesenswert.

Jetzt hat Art Wolfe mit dem NYT-Journalisten Jeffrey Moussaieff Masson ein neues Buch gemacht. DOGS MAKE US HUMAN heißt der Fotoband, den es bis jetzt nur in englischer Sprache gibt. Art Wolfe zeigt uns Hunde und ihre Besitzer in allen möglichen Situationen und auf der ganzen Welt. Also, wenn Sie noch ein Geschenk für sich selbst oder einen netten Hundefreund brauchen, das wäre mein Tipp.

Hier die Produktinformationen:
Titel: DOGS MAKE US HUMAN
Autor: Art Wolfe & Jeffrey Moussaieff Masson
Verlag: Bloomsbury USA (September 27, 2011)
ISBN-10: 1608195651
ISBN-13: 978-1608195657

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Weihnachtsgruß-Ratatouille

13. Dezember 2011 von Norbert Kraas

Wer noch keine Weihnachtskarte geschrieben hat, hier ein bewährtes Textrezept einer großen regionalen Bank, das mir gerade auf den Tisch geflattert kommt.

Man nehme
ein paar Naturkatastrophen
+ wirtschaftliche Krisen
+ arabischer Frühling
+ Adelshochzeiten
+ einen deutschen Formel-Eins-Sieger
+ den Papstbesuch in Deutschland
und schon hat man eine rundum gelungene Einleitung für eine schöne hausbackene Weihnachtskarte. Texten kann so einfach sein.

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