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Freitagsfoto: Drehmaschine nach Mondrian

Schönheit liegt im Auge des Betrachters, auch die einer Drehmaschine. Foto: Kraas & Lachmann

Schönheit liegt im Auge des Betrachters, auch die einer Drehmaschine. Foto: Kraas & Lachmann

„Die Fotografie ist ein Handwerk. Viele wollen daraus eine Kunst machen, aber wir sind einfach Handwerker, die ihre Arbeit gut machen müssen.“

Dieses Zitat stammt von Henri Cartier-Bresson, der nicht nur ein groß­artiger, und dabei beschei­den gebliebener Fotograf war, sondern auch ein wunderbarer Zeichner. Dazu war der Gründer der legendären Fotoagentur Magnum ein gebildeter, vielseitig interessierter Mensch, der jederzeit über den Tellerrand seines Metiers hinausschauen konnte.

Die Fähigkeit über den Tellerrand (auch den eines Kundenbriefings) zu blicken, ist für mich das A und O einer engagierten, guten Arbeit, sei es beim Fotografieren, beim Recherchieren oder beim Schreiben. Leider macht es uns der Zeitdruck, der uns allen ständig im Nacken zu sitzen scheint, nicht gerade leicht, mal innezuhalten, den Kopf zu heben und Augen und Ohren weit aufzumachen, um das Besondere zu erkennen.

Drehmaschine nach Mondrian
In einem solchen Moment des Innehaltens ist übrigens das Foto da oben entstanden. Während wir bei unserem Kunden Haas Schleifmaschinen GmbH einen komplexen Schleifprozess gefilmt und fotografiert haben, habe ich mich zwischendurch umgeschaut, dieses außergewöhnliche Motiv entdeckt und auf den Auslöser gedrückt. Noch mal Cartier-Bresson: „Über Fotografie gibt es nichts zu sagen, man muss hinsehen.“

Schönes Wochenende!

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Freitagsfoto: Waschplatz für kleine Helden

Hoch stehende Vierer-Bürstenkette mit einer Spitze. Foto: Norbert Kraas

Die echten Fußballfans sind nicht die VIPs, die sich in ihren schallgedämmten, warmen Logen Häppchen und Prosecco reichen lassen und schon beim Zuschauen taktische Fehler machen. Nein, die echten Fußballfans heißen Mama und Papa und stehen Samstagmorgens in aller Frühe auf, um ihren Kleinen im Dauerregen auf den Nebenplätzen der Republik die Daumen zu drücken.

Auf diesen Plätzen, abseits der glitzernden Arenen und ganz weit weg von Panama, findet man auch noch solche schönen Waschbecken, an denen die kleinen Helden nach dem Spiel die Spuren ihres leidenschaftlichen Kampfes beseitigen.

Wer nimmt heute die Trikots mit?

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Autotelefon. Ein Wort braucht Artenschutz!

Kennen die milchgesichtigen Digital Natives eigentlich noch das Wort Autotelefon, oder müssen wir für dieses schöne deutsche Wort Artenschutz beim Duden beantragen? Ich denke mit Wehmut an mein Motorola-Autotelefon. Es war herausnehmbar und wog gefühlt zwei, drei Kilo. Aber es hatte überall, wirklich überall, Empfang, und: der Akku hielt ewig.

Danach hieß es bei jeder neuen Generation von Mobiltelefonen, es würde alles besser, einfacher, ja gar convenient mit einer obergeilen customer experience, oder was man sonst in den Marketing-Abteilungen dieser Welt so vor sich hin schwurbelt.

Ich hab’ gerade in der Mittagspause einen Artikel von Peter Richter in der Süddeutschen gelesen. Richter nimmt den update-, upgrade- und Optimierungswahn von Apple und Co unter die Lupe. Sektenartige Unternehmen einer Branche, die sich mehr und mehr einen Dreck um die Bedürfnisse ihrer Kunden schert, sondern einfach ihr Zeug verklopfen will. Das Beste, was ich seit langem zu diesem Thema gelesen habe.

Hier geht’s zum Artikel, es lohnt sich!

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Freitagsfoto: Resist the usual!

„Warum starren die Zweibeiner eigentlich alle so gern aufs Meer raus?“ Foto: Norbert Kraas

„Warum starren die Zweibeiner eigentlich alle so gern aufs Meer raus?“ Foto: Norbert Kraas

Menschen, die aufs Meer starren
Muss man aufs Meer starren, weil’s alle tun? Muss man ständig online sein, weil’s alle sind? Muss man jedem Trend nachrennen? Muss man eigentlich in der Werbung immer das Gleiche machen wie die Konkurrenz oder der Mainstream? Bierwerbung immer mit den ewig grünen Wiesen, Autowerbung immer mit komplett überretuschierten Fotos, Industrie­güter­werbung mit den immer gleichen Worthülsen? Muss man nicht! Vielleicht sollten wir’s öfter so machen, wie dieser Englische Mastiff in Whitstable auf dem Foto. Resist the usual!

Apropos Whitstable
Whitstable ist eine ziemlich quirlige Kleinstadt an der Nordküste von Kent, rund 60 Meilen östlich von London. Es gibt lässige Pubs, eine rege Kulturszene, die legendären Whitstable-Austern (bitte mit Oyster Stout genießen) und natürlich den Boardwalk am Meer. Dort den Sonnenuntergang bei ein paar Pints zu genießen, zählt zu den Lieblingsbeschäftigungen der freundlichen Leute von Whitstable. Und die Hunde? Die starren nicht aufs Meer, sondern auf Fotografen.

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Freitagsfoto: gackern und scharren

„Im größten Mist findet man bisweilen die schönsten Überraschungen.“ (Weisheit aus Burgund) Foto: Norbert Kraas

„Im größten Mist findet man bisweilen die schönsten Überraschungen.“ (Weisheit aus Burgund) Foto: Norbert Kraas

leise gackern
geduldig scharren –
was guckst du?
N.K.

Bergstuecke_Collagen_Haiku_Heyer-Loos_Kristin_FunckeWer noch was Besonderes fürs Osternest sucht, dem sei empfohlen: Maria Heyer-Loos: Bergstücke. Collagen mit Zeichnung im Kontext japanischer Haiku-Dichtung. Mit einem lesenswerten Begleittext von Kristin Funcke. Erschienen bei Narr Francke Attempto. ISBN: 978-3-89308-443-2. Erhältlich in jeder guten Buchhandlung.

Zu sehen und zu lesen gibt es  Collagen der Tübinger Künstlerin Maria Heyer-Loos in Verbindung mit japanischen Haiku. Die Haiku sind kürzer als eine Whats-App-Nachricht, der gute Einführungstext von Kristin ist etwas länger. Alles aber ist entspannend und anregend zugleich! Auch noch nach Ostern.

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Freitagsfoto: Modebewusste Ingenieure

Die Schuhe von Brian Ferry? Weit gefehlt. Hier läuft ein modebewusster Ingenieur durch die Messehallen der GrindTec in Augsburg. Foto: Kraas & Lachmann

Die Schuhe von Brian Ferry? Weit gefehlt. Hier läuft ein modebewusster Ingenieur durch die Messehallen der GrindTec in Augsburg. Foto: Kraas & Lachmann

Mode und Maschinenbau
Noch im Jahr 2009 hat sich eine sogenannte Imageberaterin im Spiegel online über fehlenden Stil bei Ingenieuren ausgelassen. Von schlecht sitzenden Hosen und verschwitzter Kleidung konnte man da lesen, und dass Ingenieure kein Modebewusstsein hätten. Das ist Vergangenheit!

Ich war diese Woche auf der GrindTec in Augsburg, der weltweit wichtigsten Messe für Schleiftechnologie. Für zwei unserer Kunden, die Haas Schleifmaschinen GmbH aus Trossingen und die Haefeli Diamantwerkzeugfabrik AG aus Zürich, das Highlight des Jahres. Glauben Sie mir, ich habe zig Messestände angeschaut, jede Menge Fotos gemacht, viele Menschen beobachtet und festgestellt: die Zeiten, in denen man Ingenieure und Techniker an schlecht sitzenden Anzügen und weißen Tennissocken in abgelaufenen Schuhen erkannt hat, sind vorbei. Die Stilberaterin vom Spiegel darf sich gerne von einem Klischee verabschieden!

Übrigens, als ich einem Freund das Foto da oben gezeigt hab’, meinte der, ob ich den Musiker Brian Ferry von Roxy Music, die britische Stilikone, fotografiert hätte.

Na dann, schönes Wochenende!

P.S. Verrät mir jemand, wo’s diese extravagant schönen Schuhe gibt?

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Neulich am Kaugummikasten

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Es scheint 100 Jahre her zu sein, dass wir als Schulkinder auf dem Nachhauseweg mit einem Zehnerle in der Hand und mit großen Augen vor dem Kaugummikasten standen. Erinnert sich noch jemand hier?

Meine kluge Frau sagt mir gerade, das Ding hieß Kaugummiautomat, aber meine Frau kommt auch aus der Stadt und ich aus der Kleinstadt.

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Freitagsfoto: Sinfonie in Grün-Dur

Pflanzenpracht in allen Tönen. Foto: Norbert Kraas

Pflanzenpracht in allen Tönen. Foto: Norbert Kraas

Die Goldberg-Variationen werden auf diesem Klavier eher nicht mehr gespielt. Aber ich bin sicher, dass auch Johann Sebastian Bach und Glenn Gould ihre Freude an dieser besonders schönen Sinfonie in Grün-Dur gehabt hätten. Zu bewundern ist das schöne Stück in der Staudengärtnerei von Erika Jantzen. Die Staudenflüsterinnen dort beherrschen die gesamte Klaviatur der Gartenkunst.

Schönes Wochenende!

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Werbung mit viel Liebe und gesundem Menschenverstand


via Staudengärtnerei Erika Jantzen, Tübingen

„Marketing? Das müssen Sie nicht studieren! Da jonglieren Sie mit zehn, zwölf Vokabeln und der Rest ist gesunder Menschenverstand!“ Nein, liebe Leserinnen und Leser, das ist nicht erfunden; es gibt Zeugen für diese Aussage, die ein Rechtsprofessor an einer renommierten Business-School mal gemacht hat. Und wissen Sie was, der Mann liegt gar nicht so falsch. Es geht nämlich auch ganz gut ohne die gängigen Marketingfloskeln vom Storytelling, Customer Involvement, Core Messaging, Insights, Facts and Features usw.

Erika_Jantzen_Gaertnerei_Tuebingen_07Ein schönes Beispiel für Werbung mit gesundem Menschenverstand und viel Liebe fürs Produkt sind die Staudenmädchen der höchst bemerkenswerten Tübinger Staudengärtnerei Erika Jantzen. Diese haben mich nämlich die letzten vier Wochen mit ihrem visuellen Countdown-Newsletter beglückt, um mir das Warten auf den heutigen 1. März erträglicher zu machen. An diesem meteorologischen Frühlingsanfang (ich weiß, es hat heute morgen noch geschneit, geschenkt), beenden diese sympathischen und kundigen Gärtnerinnen ihren offiziellen Winterschlaf. Also, ran an die Stauden, Kräuter, Clematis und vieles mehr. Es darf wieder gebuddelt, gehackt, gejätet, gezupft und geplant werden.

Zur Einstimmung in diese neue Gartensaison noch ein paar Fotos vom Countdown:
Erika_Jantzen_Gaertnerei_Tuebingen_04

Erika_Jantzen_Gaertnerei_Tuebingen_05

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