Permalink

3

Freitagsfoto: Das Auto von morgen – kommt aus den Niederlanden

Wer hätte das gedacht? Nicht Apple, nicht Google, nicht Tesla, VW schon gar nicht, bringen das Null-Emission-Auto, sondern: die Niederländer. Mir ist in Delft ein Prototyp vor die Linse gekommen.

Null Emission!
Null Softwarebeschiss!
Null Dieselgate!

So sieht es aus, liebe deutsche Autobauer, das Auto von morgen.

Permalink

0

Freitagsfoto: Als Spinne geboren

Als Spinne geboren
bleibt ihr nur eines: weben
am Spinnennetz.

Haiku von Takahama Kyoshi (1874 – 1959). Übersetzung aus dem Englischen von Udo Wetzel, der hier ein paar erklärende Worte zur Haiku-Kunst von Takahama Kyoshi geschrieben hat. Interessant und lehrreich ist auch „Welch eine Stille! Die Haiku-Lehre des Takahama Kyoshi“ von Inahata Teiko, der Enkelin von Takahama Kyoshi, ISBN: 3937257128.

Permalink

0

Freitagsfoto: Only in England

Ready for a cuppa! Beach hut in Whitstable, Kent.

Ready for a cuppa! Beach hut in Whitstable, Kent.

Ja, dieses ganze Brexit-Theater ist kreuzunnötig und geht einem gehörig auf den Wecker. Der Wahlkampf fürs Unterhaus ist Westminster nicht würdig und zum Teil peinlich, und Theresa May erinnert mit ihrem einfältigen „Strong and stable leadership“ immer mehr an Sister Ratched aus dem Film „Einer flog über das Kuckucksnest“. „Medication time“ lautete deren Mantra.

Und trotzdem: ein Tag an einem englischen Strand (pebbles, not sand, of course), gerne auch bei mittelprächtigem Wetter, versöhnt mich immer wieder mit diesen in der überwältigenden Mehrzahl freundlichen, höflichen und humorvollen Menschen, die ihren Hang zur Exzentrik mit liebenswerter Leidenschaft ausleben. Oder ist diese Beach Hut in am Strand von Whitstable in Kent nicht reizend? Für ihren Stil muss man sie einfach mögen, unsere englischen Freunde. Die paar irren Brexiteers, die von Old England träumen, mal ausgenommen. Möge die Weisheit des Heiligen Geistes an Pfingsten auch über sie kommen! Die Welt kann’s brauchen.

Vom Korrespondenten der Süddeutschen Zeitung in London, Christian Zaschke gibt’s es hier eine lesenswerte Kolumnenreihe mit dem bezeichnenden Titel „Little Britain“. Die schönsten Texte sind bei Goldmann als Buch erschienen, ISBN: 978-3-442-15875-1.

Lohnenswert ist auch „Englische Landschaften: Unterwegs in Suffolk und Norfolk“ von Peter Sager (Insel Verlag, 2010, ISBN: 3458353135, nur noch antiquarisch erhältlich.

Ein Muss ist der Reisebericht „Die Ringe des Saturn — Eine Englische Wallfahrt“ von W.G. Sebald (Fischer Taschenbuch, ISBN: 978-3-596-13655-1). Sebald durchquert darin zu Fuß die Grafschaft Suffolk, entdeckt verfallene Schlösser, trifft skurille Menschen und mäandriert in seiner großartigen Sprache durch die englische Kulturgeschichte.

Permalink

0

Unvergessen: Karl Poralla (30.5.1938 – 21.10.2016)

Heute, am 30. Mai hätte er Geburtstag gefeiert: Prof. Dr. Karl Poralla

Heute, am 30. Mai hätte er Geburtstag gefeiert: Prof. Dr. Karl Poralla

Heute, am 30. Mai hätte der Entringer Künstler und frühere Professor für Mikrobiologie (Universität Tübingen) Karl Poralla seinen 79sten Geburtstag gefeiert. In einer Zeit, in der die Selfiespezialisten und großspurigen Lautsprecher in unserer Gesellschaft Hochkonjunktur haben und rechte Sprüche wieder salonfähig sind, vermissen wir den klugen und besonnenen Freund ganz besonders! Einmischen und Stellung beziehen waren ihm immer wichtig.

In Stein gemeißeltes Epigramm „Die weiße Rose“ von Karl Poralla im Botanischen Garten in Tübingen

In Stein gemeißeltes Epigramm „Die weiße Rose“ von Karl Poralla im Botanischen Garten in Tübingen

„Gehalten‟ · Eisenplastik von Karl Poralla

„Gehalten‟ · Eisenplastik von Karl Poralla

2016 eingeweihter Bildstock an der Kirche St. Ursula in Oberndorf, Karl Porallas letzte künstlerische Arbeit

2016 eingeweihter Bildstock an der Kirche St. Ursula in Oberndorf, Karl Porallas letzte künstlerische Arbeit

Permalink

0

Freitagsfoto: Schneckenliebe


Die Schnecke ist ein arg unterschätztes und nicht sonderlich geliebtes Tier. Gärtnerinnen und Gärtner mögen sie besonders wenig. Dabei sind die Gastropoden, so der wissenschaftliche Name der zum Stamm der Mollusken (Weichtiere) gehörigen Tiere, faszinierende Lebewesen. Wussten Sie zum Beispiel, dass die Paarung dieser Zwittertiere erst nach einem mehrstündigen (!) Liebesspiel erfolgt, bei dem die Schnecken mit den Fußsohlen aneinander hoch kriechen. Ich wusste es nicht, als ich die beiden schönen Exemplare in unserem Garten beim Liebesakt überrascht habe. Der eigentlichen Begattung gehen in der Regel mehrere erfolglose Begattungsversuche voraus und sie ist, wie gesagt, gleichzeitig und wechelseitig. Das alles kann man bei Wikipedia oder bei kundigen Mollusken-Experten im Internet nachlesen.

Man kann aber auch das fasziniernde, autobiographische Buch der amerikanischen Biologin und Journalistin Elizabeth Tova Bailey lesen: „Das Geräusch einer Schnecke beim Essen“. Ich will hier nicht zu viel verraten, nur dieses: Die Autorin erkrankt Mitte Dreißig an einer heimtückischen, langwierigen Krankheit, die sie phasenweise fast gelähmt ans Bett fesselt. Eine Schnecke, die als blinder Passagier in einem Blumentopf in ihrem Krankenzimmer landet, wird zum Mutmachter, ja Lebensretter, der jungen Frau, die sich anfänglich nur unter größten Anstrengungen von einer Seite auf die andere im Bett drehen kann. Das Buch ist eine großartige und entschleunigende Lektion in Demut, Achtsamkeit und der Fähigkeit, Dinge minutiös zu beobachten und in klaren, bisweilen poetischen Worte zu beschreiben. Seien es die Aktivitäten der Schnecke oder das Nichtfunktionieren und die Schmerzen des eigenen Körpers.

Wer das Buch noch nicht kennt, es lohnt sich! Elizabeth Tova Bailey: Das Geräusch einer Schnecke beim Essen. Nagel & Kimche, München 2012. Wie das klingt, wenn eine Schnecke isst? Kann man hier auf dem Youtube-Kanal der Autorin hören. Wie Schneckenliebe klingt? Ich weiß es nicht, freue mich aber über Hinweise.

 

Permalink

1

Freitagsfoto: Frühling mit Issa

Sogar mein Schatten
Ist munter und kerngesund
Am Frühlingsmorgen!

Kobayashi Issa (1763 – 1828) war ein japanischer Haiku-Dichter. Issa zählt neben Bashō, Buson und Shiki zu den wichigsten japanischen Haiku-Dichtern. Der von ihm gewählte Dichtername Issa ist Ausdruck seiner Bescheidenheit und Einfachheit, er bedeutet so viel wie: ein Tee oder ein Schluck Tee. (Quelle: Wikipedia)

Wen das Haiku anspricht, dem sei dieses kleine Buch empfohlen: Haiku: Japanische Gedichte, dtv, 168 Seiten, ISBN 978-3-423-12478-2. Da findet man 150 schöne klassische Haiku und einen lesenswerten Aufsatz zu dieser besonderen und weltweit sehr populären Art der Dichtung. Die Natur und das Erleben der Natur zu den verschiedenen Jahreszeiten sind zentrale Themen des Haiku. Die Deutsche Haiku-Gesellschaft schreibt zum Aufbau des Haiku:

„Japanische Haiku bestehen meist aus drei Wortgruppen von 5 – 7 – 5 Lauteinheiten (Moren), wobei die Wörter einfach in einer Spalte aneinander gereiht werden. Im Deutschen werden Haiku in der Regel dreizeilig geschrieben. Japanische Lauteinheiten sind alle gleich lang und tragen weniger Information als Silben in europäischen Sprachen. 17 japanische Lauteinheiten entsprechen etwa dem Informationsgehalt von 10 – 14 deutschen Silben. Deshalb hat es sich mittlerweile unter vielen Haiku-Schreibern europäischer Sprachen eingebürgert, ohne Verlust des inhaltlichen Gedankengangs oder des gezeigten Bildes mit weniger als 17 Silben auszukommen.“
(Quelle: Deutsche Haiku-Gesellschaft e.V.)

Damit steht Ihrem/Eurem ersten Haiku nichts mehr entgegen. Also: raus in Wald oder Garten, Blatt Papier und Stift mitnehmen und los geht’s!

Permalink

2

Und, was blüht da?

Wer sagt mir, welche Pflanze hier gerade blüht? Der erste Kommentar hier im Blog bekommt ein stilvolles Kraas & Lachmann-Postkarten-Set. Wer’s nicht rauskriegt, fragt am Wochenende beim Frühlingsfest in der Tübinger Staudengärtnerei Erika Jantzen und ihren kundigen, hilfsbereiten Staudenmädchen. Ich bin gespannt!

Die Kraas & Lachmann-Postkarte Nr. 2. © 2016 Kraas & Lachmann.

Die Kraas & Lachmann-Postkarte Nr. 2. © 2016 Kraas & Lachmann.